Asymmetrie bedeutet, dass zwei Seiten eines Körpers, Organs oder einer Struktur nicht gleich oder spiegelbildlich aufgebaut sind. In der Medizin beschreibt der Begriff also eine Ungleichheit oder Verschiebung zwischen rechts und links, oben und unten oder zwischen verschiedenen Körperteilen.
Was heißt das im medizinischen Zusammenhang?
Im medizinischen Alltag taucht das Wort Asymmetrie häufig in Befunden, Arztbriefen oder bei bildgebenden Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen oder MRT auf. Gemeint ist damit, dass eine Seite anders aussieht oder sich anders verhält als die andere. Das kann zum Beispiel eine unterschiedlich ausgeprägte Muskulatur, eine ungleichmäßige Form von Organen oder eine abweichende Funktion zwischen zwei Körperhälften sein. Eine Asymmetrie ist dabei zunächst einmal eine reine Beobachtung und keine Diagnose für eine bestimmte Krankheit.
Wann ist eine Asymmetrie normal?
Der menschliche Körper ist selten komplett symmetrisch. Viele Menschen haben zum Beispiel eine etwas größere rechte oder linke Hand, einen unterschiedlich hohen Augenbrauenbogen oder eine stärkere Ausprägung der Muskulatur auf einer Seite. Solche kleinen Unterschiede sind meist völlig unbedenklich und gehören zur natürlichen Vielfalt. Auch Organe wie das Herz oder die Leber liegen von Natur aus nicht exakt in der Körpermitte. Sogar im Gesicht oder beim Lächeln lassen sich oft leichte Asymmetrien erkennen, ohne dass dies einen Krankheitswert hätte.
Wann kann eine Asymmetrie bedeutsam sein?
In manchen Fällen kann eine auffällige oder neu aufgetretene Asymmetrie auf eine Erkrankung, Verletzung oder Funktionsstörung hinweisen. Das gilt zum Beispiel, wenn plötzlich eine Gesichtshälfte herabhängt, ein Arm oder Bein schwächer wird oder eine Seite des Körpers gefühllos erscheint. Solche Veränderungen können auf einen Schlaganfall oder eine Nervenstörung hindeuten und sollten schnell ärztlich abgeklärt werden. Auch bei Kindern achten Kinderärztinnen und Kinderärzte auf Asymmetrien, zum Beispiel bei der Entwicklung der Wirbelsäule, beim Gangbild oder bei der Kopfform.
Manchmal entdeckt der Arzt oder die Ärztin eine Asymmetrie zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung oder im Röntgenbild. Das kann zum Beispiel bei inneren Organen, den Brustdrüsen oder bei den Nieren vorkommen. In solchen Fällen wird meist weiter untersucht, ob die Abweichung harmlos ist oder eine Ursache wie eine Entzündung, ein Tumor oder eine Fehlbildung dahintersteckt.
Was bedeutet Asymmetrie in Befunden?
Steht im Befund „Asymmetrie“ oder „asymmetrisch“, heißt das zunächst nur, dass ein Unterschied zwischen zwei Seiten festgestellt wurde. Wie relevant das ist, hängt vom Zusammenhang ab. Bei einem Ultraschall der Brust kann eine Asymmetrie zum Beispiel bedeuten, dass eine Brustdrüse etwas größer ist als die andere. Das ist häufig normal, vor allem bei jungen Frauen oder während hormoneller Veränderungen. Erst wenn zusätzlich Knoten, Verhärtungen oder andere Auffälligkeiten bestehen, wird weiter untersucht.
Auch bei bildgebenden Verfahren des Gehirns, etwa bei Verdacht auf einen Schlaganfall, achten Fachleute auf Asymmetrien. Eine Seite kann weniger durchblutet sein oder eine Schwellung aufweisen. In solchen Fällen ist die Asymmetrie ein Hinweis auf eine mögliche Erkrankung und wird im Gesamtbild beurteilt.
Muss man sich bei Asymmetrie Sorgen machen?
Eine festgestellte Asymmetrie ist nicht automatisch ein Anlass zur Sorge. Oft handelt es sich um normale Unterschiede, die keinen Krankheitswert haben. Erst wenn die Ungleichheit mit Beschwerden, Schmerzen, Funktionsverlust oder weiteren Auffälligkeiten einhergeht, besteht Anlass für eine genauere Abklärung. Bei Unsicherheit hilft es, gezielt nachzufragen, was die Asymmetrie im individuellen Fall bedeutet und ob weitere Untersuchungen notwendig sind.
Gibt es typische Beispiele für Asymmetrie?
Im Alltag begegnet man Asymmetrien an vielen Stellen. Ein klassisches Beispiel ist die Händigkeit: Die meisten Menschen sind entweder Rechts- oder Linkshänder, was zu einer stärkeren Entwicklung der Muskulatur auf einer Seite führt. Auch nach Verletzungen oder Operationen kann sich vorübergehend eine Asymmetrie zeigen, etwa wenn ein Arm geschont wird und dadurch dünner erscheint. Bei bestimmten Erkrankungen wie Skoliose, einer seitlichen Verbiegung der Wirbelsäule, ist die Asymmetrie sogar ein zentrales Merkmal.
Im Zusammenhang mit der rechten Körperhälfte kann eine Asymmetrie zum Beispiel bedeuten, dass eine Seite des Körpers schwächer, steifer oder weniger beweglich ist als die andere. Das kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Alltagserscheinungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen.
Was passiert, wenn eine Asymmetrie auffällig ist?
Wenn eine auffällige oder neu aufgetretene Asymmetrie festgestellt wird, folgt meist eine gezielte Untersuchung. Je nach betroffener Körperregion kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: körperliche Untersuchung, Ultraschall, Röntgen, MRT oder spezielle Funktionstests. Ziel ist es, herauszufinden, ob die Ungleichheit harmlos ist oder auf eine Erkrankung zurückgeht. Erst wenn eine konkrete Ursache gefunden wird, entscheidet sich, ob und wie behandelt werden muss.
Was kann man selbst tun?
Bei leichten, schon immer bestehenden Asymmetrien besteht meist kein Handlungsbedarf. Wer aber bemerkt, dass sich plötzlich eine Seite des Körpers verändert, schwächer wird, anschwillt oder schmerzt, sollte ärztlichen Rat einholen. Auch bei Unsicherheiten nach einem Befund hilft ein Gespräch mit der behandelnden Fachperson, um die Bedeutung der Asymmetrie im jeweiligen Zusammenhang besser einordnen zu können.
Im Alltag kann es helfen, auf eine ausgewogene Belastung beider Körperseiten zu achten. Bewegung, gezieltes Training und das Vermeiden von einseitigen Belastungen unterstützen die natürliche Balance des Körpers. Bei speziellen Fragen zur rechten oder linken Körperhälfte bietet der verlinkte Artikel weitere Informationen.
Asymmetrie ist also ein vielseitiger Begriff, der im medizinischen Kontext meist eine neutrale Beschreibung darstellt. Erst im Zusammenhang mit weiteren Befunden und Beschwerden gewinnt er an Bedeutung.