Antianginöse Therapie beschreibt alle medizinischen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Beschwerden einer Angina pectoris zu lindern und die Durchblutung des Herzens zu verbessern.
Was steckt hinter dem Begriff?
Der Ausdruck stammt aus der Kardiologie und leitet sich von „Angina pectoris“ ab, einem typischen Brustschmerz, der durch eine vorübergehende Minderdurchblutung des Herzmuskels entsteht. „Antianginös“ bedeutet also „gegen Angina pectoris gerichtet“. Die Therapie umfasst verschiedene Medikamente und manchmal auch weitere Verfahren, um die Sauerstoffversorgung des Herzens zu verbessern und das Risiko für ernsthafte Komplikationen zu senken.
Wann kommt eine solche Behandlung zum Einsatz?
Eine antianginöse Therapie wird vor allem dann notwendig, wenn Beschwerden wie Engegefühl oder Schmerzen in der Brust auftreten, die auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hindeuten. Solche Symptome können zum Beispiel bei einer sogenannten stabilen oder instabilen Angina pectoris auftreten. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und gefährliche Folgen wie einen Herzinfarkt zu verhindern.
Wie funktioniert die Behandlung genau?
Im Mittelpunkt stehen Medikamente, die auf unterschiedliche Weise wirken. Besonders häufig kommen sogenannte Betablocker zum Einsatz. Sie senken den Sauerstoffbedarf des Herzens, indem sie den Puls und den Blutdruck verringern. Mehr dazu findest du im Artikel über Betablocker. Ein weiteres klassisches Mittel sind Nitrate, die die Herzkranzgefäße erweitern und so die Durchblutung verbessern. Auch Kalziumantagonisten werden oft verschrieben, sie entspannen die Gefäßmuskulatur und helfen ebenfalls, den Blutfluss zum Herzen zu steigern.
Manchmal werden zusätzlich Medikamente eingesetzt, die das Blut „dünner“ machen und so das Risiko für Blutgerinnsel senken. Diese gehören aber streng genommen nicht zur antianginösen Therapie im engeren Sinn, sondern dienen eher der Vorbeugung von Herzinfarkten.
Ist das gefährlich und wie wird die Diagnose gestellt?
Viele Menschen erschrecken, wenn sie zum ersten Mal von einer Angina pectoris hören oder entsprechende Beschwerden erleben. Die gute Nachricht: Mit einer gezielten Behandlung lassen sich die Symptome meist gut kontrollieren und ernsthafte Komplikationen verhindern. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und oft auch ein EKG. Bei Bedarf folgen weitere Tests wie eine Belastungsuntersuchung oder eine Darstellung der Herzkranzgefäße.
Was kann man selbst tun, um die Beschwerden zu lindern?
Neben der medikamentösen Behandlung spielt der eigene Lebensstil eine wichtige Rolle. Wer sich regelmäßig bewegt, auf eine ausgewogene Ernährung achtet und das Rauchen vermeidet, kann das Herz entlasten und die Durchblutung verbessern. Auch der Umgang mit Stress hilft, Beschwerden zu reduzieren. Es ist sinnvoll, gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt einen persönlichen Plan zu erstellen, der die individuellen Risikofaktoren berücksichtigt.
Was tun bei akuten Beschwerden?
Treten plötzlich starke Brustschmerzen oder ein massives Engegefühl auf, sollte keine Zeit verloren werden. Besonders wenn die Beschwerden in Ruhe auftreten oder länger als ein paar Minuten anhalten, kann das ein Warnsignal für eine ernste Durchblutungsstörung sein. In solchen Fällen gilt: Sofort medizinische Hilfe holen. Gerade bei einer instabilen Angina pectoris besteht ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Wer bereits Medikamente wie Nitrospray verschrieben bekommen hat, sollte diese nach ärztlicher Anweisung anwenden.
Was passiert, wenn die Beschwerden trotz Therapie bleiben?
In manchen Fällen reichen Medikamente allein nicht aus. Dann kann es notwendig sein, die Durchblutung des Herzens durch einen kleinen Eingriff zu verbessern, etwa durch das Einsetzen eines Stents. Darüber entscheidet die behandelnde Kardiologin oder der Kardiologe nach gründlicher Untersuchung.
Zusammengefasst
Eine antianginöse Therapie hilft dabei, die Beschwerden einer Angina pectoris zu lindern und das Herz zu schützen. Sie besteht meist aus einer Kombination verschiedener Medikamente, die individuell angepasst werden. Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Wirkung der Medikamente und hilft, das Risiko für Komplikationen zu senken. Wer die eigenen Symptome kennt und im Notfall richtig reagiert, kann viel für das eigene Herz tun.