Angiotensin Rezeptor Blocker im Fokus

Angiotensin Rezeptor Blocker im Fokus

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Angiotensin Rezeptor Blocker sind Medikamente, die bestimmte Rezeptoren im Körper blockieren und dadurch den Blutdruck senken.

Wie wirken Angiotensin Rezeptor Blocker?

Diese Arzneimittel, oft auch als Sartane bezeichnet, greifen gezielt in das sogenannte Renin Angiotensin System ein. Das ist ein wichtiger Regelkreis, der den Blutdruck und den Salzhaushalt im Körper steuert. Normalerweise sorgt der Botenstoff Angiotensin II dafür, dass sich die Blutgefäße verengen und der Blutdruck steigt. Angiotensin Rezeptor Blocker verhindern, dass dieser Botenstoff an seine Andockstellen, die sogenannten AT1 Rezeptoren, gelangt. Dadurch bleiben die Gefäße weiter und der Blutdruck sinkt.

Im Unterschied zu den sogenannten ACE Hemmern, die die Bildung von Angiotensin II bremsen, blockieren Angiotensin Rezeptor Blocker direkt die Wirkung des bereits gebildeten Angiotensins. Das kann insbesondere dann ein Vorteil sein, wenn ACE Hemmer nicht vertragen werden, etwa wegen lästigem Reizhusten.

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Wann werden diese Medikamente eingesetzt?

Hauptanwendungsgebiet ist die Behandlung von Bluthochdruck, also einer dauerhaft erhöhten Spannung in den Arterien. Auch bei Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz genannt, kommen Sartane häufig zum Einsatz. In manchen Fällen werden sie nach einem Herzinfarkt oder bei bestimmten Nierenerkrankungen verschrieben, vor allem wenn gleichzeitig ein hoher Blutdruck besteht.

Gerade bei Menschen mit Diabetes und Eiweiß im Urin können Angiotensin Rezeptor Blocker helfen, die Nieren zu schützen und das Fortschreiten einer Nierenschwäche zu bremsen. Ärzte wählen sie oft, wenn andere Blutdrucksenker nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.

Was bedeutet das für den Alltag?

Wer ein solches Medikament verordnet bekommt, nimmt es in der Regel einmal täglich als Tablette ein. Die Wirkung setzt meist schon nach wenigen Stunden ein, entfaltet sich aber erst nach einigen Tagen vollständig. Wichtig ist, die Tabletten regelmäßig einzunehmen und nicht eigenmächtig abzusetzen. Nur so bleibt der Blutdruck stabil und das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt wird gesenkt.

Typische Präparate aus dieser Gruppe sind zum Beispiel Valsartan, Candesartan, Losartan, Irbesartan oder Olmesartan. Der Name des Wirkstoffs endet fast immer auf „-sartan“. Die genaue Auswahl richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten und möglichen Begleiterkrankungen.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Im Allgemeinen gelten Angiotensin Rezeptor Blocker als gut verträglich. Im Vergleich zu ACE Hemmern verursachen sie deutlich seltener trockenen Reizhusten. Dennoch können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen gelegentlich Schwindel, Kopfschmerzen oder ein leichtes Unwohlsein, vor allem zu Beginn der Behandlung. In seltenen Fällen kann der Kaliumspiegel im Blut ansteigen oder die Nierenfunktion beeinträchtigt werden, insbesondere wenn bereits eine Nierenschwäche besteht.

Deshalb kontrollieren Ärztinnen und Ärzte regelmäßig Blutdruck, Nierenwerte und Elektrolyte im Blut. Bei bekannten Allergien gegen einen der Wirkstoffe oder einer schweren Nierenfunktionsstörung sollte die Einnahme mit dem Arzt genau besprochen werden.

Was tun bei Unsicherheiten oder Fragen?

Viele Menschen sind zunächst verunsichert, wenn sie ein neues Medikament einnehmen sollen, besonders wenn es um den Blutdruck geht. Die Sorge vor Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln ist verständlich. Ratsam ist es, die Tabletten immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen und auf plötzliche Veränderungen im Befinden zu achten. Bei ungewöhnlichen Symptomen, wie starkem Schwindel, Herzrasen oder Schwellungen, empfiehlt sich eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

Wer bereits andere Medikamente nimmt, sollte immer nachfragen, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann. Besonders bei Mitteln, die den Kaliumspiegel beeinflussen oder entwässernd wirken, ist Vorsicht geboten.

Praktische Tipps für den Alltag

Eine gesunde Lebensweise unterstützt die Wirkung der Angiotensin Rezeptor Blocker. Dazu gehören ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und möglichst wenig Salz. Auch der Verzicht auf Rauchen und ein maßvoller Umgang mit Alkohol tragen zur Blutdrucksenkung bei.

Regelmäßige Blutdruckmessungen zu Hause helfen, die Wirkung der Therapie zu überwachen. Ein Blutdrucktagebuch kann dabei unterstützen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Zusammengefasst

Angiotensin Rezeptor Blocker sind moderne Blutdrucksenker, die gezielt einen wichtigen Regelmechanismus im Körper beeinflussen. Sie werden häufig eingesetzt, wenn andere Mittel nicht vertragen werden oder zusätzliche Schutzfunktionen für Herz und Nieren gewünscht sind. Die Medikamente gelten als sicher, sollten aber immer in enger Abstimmung mit medizinischem Fachpersonal eingenommen werden. Wer Fragen oder Unsicherheiten hat, findet bei seiner behandelnden Praxis Unterstützung und kann gemeinsam die beste Lösung für die eigene Gesundheit finden.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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