Ablation ist ein medizinischer Begriff und bedeutet das gezielte Entfernen oder Zerstören von krankhaft verändertem Gewebe im Körper, meist mithilfe spezieller Verfahren wie Hitze, Kälte oder elektrischen Impulsen.
Was genau passiert bei einer Ablation?
Bei einer Ablation wird Gewebe, das Beschwerden verursacht oder krankhaft verändert ist, gezielt ausgeschaltet. Das Ziel ist es, die Funktion des betroffenen Bereichs zu unterbrechen oder zu stoppen. Besonders häufig kommt dieses Verfahren bei Herzrhythmusstörungen, bestimmten Tumoren oder chronischen Schmerzen zum Einsatz. Die Methode kann je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich aussehen: Mal wird das Gewebe durch Erhitzen zerstört, mal durch Kälte, Strom oder Laserenergie.
Wo wird die Methode eingesetzt?
Ablationen finden in verschiedenen medizinischen Fachbereichen Anwendung. Besonders bekannt ist die sogenannte Katheterablation am Herzen, wenn Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern nicht anders zu kontrollieren sind. Hierbei wird ein dünner Schlauch über ein Blutgefäß bis ins Herz geführt und das störende Gewebe, das falsche elektrische Impulse auslöst, gezielt verödet. Auch in der Tumorbehandlung, etwa bei Leber- oder Nierentumoren, kann eine Ablation helfen, krankhafte Zellen zu zerstören, ohne das umliegende gesunde Gewebe stark zu schädigen. Bei chronischen Schmerzen, etwa an den Wirbelgelenken, wird manchmal eine sogenannte Radiofrequenzablation durchgeführt. Dabei werden feine Nervenfasern, die den Schmerz weiterleiten, durch Hitze gezielt ausgeschaltet. Mehr dazu gibt es im Artikel Radiofrequenzablation.
Wie läuft eine Ablation ab?
Das genaue Vorgehen hängt stark davon ab, wo und warum die Ablation durchgeführt wird. Häufig erfolgt der Eingriff minimalinvasiv, also ohne große Schnitte. Bei der Katheterablation zum Beispiel wird nur eine kleine Einstichstelle benötigt. Über diese wird ein dünner, flexibler Draht, der Katheter, bis zum Zielgebiet im Körper vorgeschoben. Dort wird das Gewebe dann durch gezielte Energieabgabe entfernt oder verödet. Die Behandlung dauert meist ein bis drei Stunden und wird oft unter örtlicher Betäubung oder in einem leichten Dämmerschlaf durchgeführt. Nach dem Eingriff ist meist nur eine kurze Überwachung im Krankenhaus nötig.
Ist eine Ablation gefährlich?
Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie das Wort Ablation im Arztbrief lesen. Die Vorstellung, dass Gewebe im Körper zerstört wird, klingt zunächst beunruhigend. Tatsächlich gilt das Verfahren aber als vergleichsweise schonend und sicher, besonders im Vergleich zu offenen Operationen. Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es Risiken, etwa Blutungen, Infektionen oder Verletzungen von umliegenden Strukturen. Schwere Komplikationen sind jedoch selten. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte wägen vorab genau ab, ob eine Ablation sinnvoll und sicher ist, und klären über mögliche Risiken und den Ablauf auf.
Wann wird eine Ablation empfohlen?
Eine Ablation kommt meist dann infrage, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichen oder zu starke Nebenwirkungen hätten. Bei Herzrhythmusstörungen etwa wird sie oft erst dann vorgeschlagen, wenn Medikamente nicht helfen oder nicht vertragen werden. In der Tumorbehandlung kann eine Ablation eine Alternative zur Operation sein, besonders bei kleinen, gut erreichbaren Tumoren oder wenn andere Eingriffe zu belastend wären. Auch bei chronischen Schmerzen kann eine gezielte Nervenablation helfen, wenn andere Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Was passiert nach dem Eingriff?
Nach einer Ablation ist meist keine lange Erholungszeit nötig. Wer eine Katheterablation am Herzen hatte, bleibt in der Regel noch einige Stunden zur Überwachung im Krankenhaus. Die meisten Menschen können schon am nächsten Tag wieder aufstehen und nach kurzer Zeit nach Hause gehen. Bei Tumorablationsverfahren oder Eingriffen an anderen Organen kann die Überwachung etwas länger dauern, je nachdem, wie groß das behandelte Areal ist und wie der allgemeine Gesundheitszustand aussieht. Wichtig ist, auf die Hinweise der behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu achten und Kontrolltermine wahrzunehmen.
Was kann man selbst tun?
Vor und nach einer Ablation ist es hilfreich, sich gut zu informieren und eventuelle Fragen direkt mit dem Behandlungsteam zu besprechen. Wer Medikamente einnimmt, sollte diese wie abgesprochen weiternehmen und vor dem Eingriff mitteilen, welche Mittel eingenommen werden. Nach dem Eingriff empfiehlt es sich, sich ein paar Tage zu schonen, auf starke körperliche Belastung zu verzichten und auf Warnzeichen wie Fieber, starke Schmerzen oder Blutungen zu achten. Bei Unsicherheiten oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden.
Zusammengefasst
Ablation ist ein gezieltes Verfahren, um krankhaftes Gewebe im Körper zu entfernen oder auszuschalten. Sie kommt vor allem bei Herzrhythmusstörungen, bestimmten Tumoren und chronischen Schmerzen zum Einsatz. Das Verfahren gilt als schonend und wird meist minimalinvasiv durchgeführt. Wer den Begriff im Befund liest, muss sich nicht automatisch Sorgen machen – ob eine Ablation notwendig ist und wie sie abläuft, hängt immer von der individuellen Situation ab. Bei Fragen oder Unsicherheiten hilft es, das Gespräch mit dem Behandlungsteam zu suchen oder sich weiterführend zu informieren, zum Beispiel im Artikel Radiofrequenzablation.