Kolporrhaphie – Wann hilft die Operation?

Kolporrhaphie – Wann hilft die Operation?

PD Dr. med. Witold Polanski

Was bedeutet Kolporrhaphie?

Eine Kolporrhaphie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Scheidenwand operativ verstärkt oder rekonstruiert wird. Ziel dieser Operation ist es, einen sogenannten Scheidenvorfall oder eine Senkung der Beckenorgane zu beheben und die natürliche Anatomie des Beckenbodens wiederherzustellen.

Wenn die Organe absinken

Im Laufe des Lebens kann es passieren, dass die Haltestrukturen im Beckenboden schwächer werden. Besonders nach Schwangerschaften, Geburten oder durch das Alter verliert das Gewebe an Festigkeit. Dadurch können sich Blase, Gebärmutter oder auch der Enddarm absenken und gegen die Scheidenwand drücken. In der Fachsprache spricht man dann von einer Senkung oder einem Vorfall – häufig verbunden mit Beschwerden wie Druckgefühl, Fremdkörperempfindung oder Problemen beim Wasserlassen.

Eine Kolporrhaphie kommt genau dann zum Einsatz, wenn diese Beschwerden so stark werden, dass sie den Alltag stören oder konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining nicht mehr ausreichen. Die Operation kann sowohl an der vorderen (anterioren) als auch an der hinteren (posterioren) Scheidenwand durchgeführt werden, je nachdem, welches Organ betroffen ist.

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Wie läuft eine Kolporrhaphie ab?

Bei der Kolporrhaphie wird das erschlaffte Gewebe der Scheidenwand gestrafft und überschüssige Anteile entfernt. Oft werden auch die Haltebänder oder Muskeln im Beckenboden mit speziellen Nähten verstärkt. Ziel ist es, die ursprüngliche Lage der Organe wiederherzustellen und die Scheidenwand zu stabilisieren.

Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose oder in rückenmarksnaher Betäubung. Je nach Ausmaß der Senkung kann die Operation unterschiedlich lange dauern. Nach der Operation bleibt ein Krankenhausaufenthalt von mehreren Tagen üblich, damit die Heilung gut überwacht werden kann.

Typische Fragen und Sorgen rund um die Operation

Viele Menschen, die von einer Senkung betroffen sind, fragen sich: Muss wirklich operiert werden? Wie sicher ist der Eingriff? Und bleibt die Funktion der Scheide nach der Operation erhalten?

Eine Kolporrhaphie wird nur dann empfohlen, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und andere, nicht-operative Therapien keine ausreichende Besserung bringen. Die Operation gilt als bewährtes Verfahren mit guten Erfolgsaussichten. Trotzdem gibt es – wie bei jedem chirurgischen Eingriff – Risiken, etwa Infektionen, Nachblutungen oder eine erneute Senkung nach einiger Zeit. In seltenen Fällen kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr kommen. Die meisten Menschen berichten jedoch über eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität nach der Operation.

Häufige Gründe für eine Kolporrhaphie

Die häufigste Ursache für eine Kolporrhaphie ist eine sogenannte Zystozele oder Rektozele. Bei einer Zystozele wölbt sich die Blase durch die vordere Scheidenwand, bei einer Rektozele ist es der Enddarm durch die hintere Scheidenwand. Auch ein Vorfall der Gebärmutter kann eine Kolporrhaphie notwendig machen, manchmal in Kombination mit weiteren Operationen.

Typische Beschwerden, die auf eine Senkung hindeuten, sind ein Druckgefühl im Unterleib, das Gefühl, „etwas drückt nach unten“, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang und gelegentlich Inkontinenz. Nicht selten berichten Betroffene auch von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder einem störenden Fremdkörpergefühl.

Leben nach der Kolporrhaphie

Nach der Operation ist es wichtig, dem Körper Zeit zur Heilung zu geben. In den ersten Wochen sollte körperliche Belastung vermieden werden, besonders schweres Heben oder intensiver Sport. Auch auf Geschlechtsverkehr sollte für einige Zeit verzichtet werden, bis die Heilung abgeschlossen ist. Die behandelnde Ärztin oder der Arzt gibt dazu genaue Empfehlungen.

Langfristig hilft ein gezieltes Beckenbodentraining dabei, das Operationsergebnis zu erhalten und Rückfällen vorzubeugen. Viele Menschen erleben nach der Kolporrhaphie eine deutliche Erleichterung im Alltag – das störende Druckgefühl verschwindet, die Blasenfunktion normalisiert sich und die Lebensqualität steigt spürbar.

Wann ist eine Kolporrhaphie nicht nötig?

Nicht jede Senkung muss sofort operiert werden. Bei leichten Beschwerden reicht oft schon ein konsequentes Beckenbodentraining, manchmal kommen auch spezielle Pessare zum Einsatz – das sind kleine Hilfsmittel, die in die Scheide eingelegt werden, um die Organe zu stützen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen oder die Beschwerden zunehmen, wird eine Operation in Betracht gezogen.

Die Entscheidung für oder gegen eine Kolporrhaphie sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Fachperson getroffen werden, nach gründlicher Abwägung aller Möglichkeiten und Risiken.

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This article is intended for general information only and cannot replace a personal consultation with a doctor. For an individual diagnosis, treatment recommendation, or care, please always consult a qualified healthcare professional.

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