Der Zungengrund ist der hintere Abschnitt der Zunge, der tief im Rachen liegt und nicht direkt sichtbar ist, wenn der Mund geöffnet wird.
Aufbau und Lage im Körper
Der Zungengrund bildet das hintere Drittel der Zunge. Er reicht vom Bereich hinter den sichtbaren Papillen bis zum Kehldeckel, also dorthin, wo die Zunge in den Rachen übergeht. An dieser Stelle ist die Zunge fest mit dem Boden des Mundes verbunden. Während der vordere Teil der Zunge beweglich ist und beim Sprechen, Kauen oder Schlucken sichtbar mitarbeitet, liegt der Zungengrund tiefer und ist bei normaler Mundöffnung nicht zu sehen. Nur mit speziellen Instrumenten, wie sie Hals Nasen Ohren Ärzte verwenden, kann dieser Bereich genau betrachtet werden.
Funktion des Zungengrunds
Der Zungengrund spielt eine wichtige Rolle beim Schlucken. Wenn Nahrung oder Flüssigkeit in den Rachen gelangt, sorgt die Muskulatur in diesem Bereich dafür, dass alles sicher in die Speiseröhre weitergeleitet wird. Gleichzeitig hilft der Zungengrund dabei, die Atemwege zu schützen, indem er zusammen mit dem Kehldeckel verhindert, dass Speisen oder Getränke in die Luftröhre gelangen. Auch bei der Lautbildung, also beim Sprechen, ist der hintere Zungenbereich beteiligt, etwa bei bestimmten Lauten wie dem „k“ oder „g“.
Wann ist der Zungengrund medizinisch wichtig?
In Arztbriefen, Befunden oder bei Untersuchungen taucht der Begriff häufig auf, wenn der hintere Rachenraum oder die Zunge selbst genauer betrachtet werden. Oft wird gezielt nach Veränderungen, Schwellungen oder Entzündungen im Zungengrund gesucht, zum Beispiel bei länger anhaltenden Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder bei der Untersuchung auf Tumore im Mundrachenraum. Auch bei der Abklärung von Schlafapnoe, also nächtlichen Atemaussetzern, spielt der Zungengrund eine Rolle, da er bei manchen Menschen während des Schlafs die Atemwege verengen kann.
Wie wird der Zungengrund untersucht?
Da der Zungengrund nicht direkt sichtbar ist, nutzen Ärztinnen und Ärzte spezielle Spiegel oder kleine Kameras, sogenannte Endoskope, um diesen Bereich zu begutachten. Dabei wird meist ein kurzer Spiegel an den Gaumen geführt oder ein dünner, flexibler Schlauch durch die Nase oder den Mund in den Rachen geschoben. So lassen sich Schleimhaut, Muskulatur und mögliche Veränderungen genau beurteilen. In den meisten Fällen ist diese Untersuchung schnell und unkompliziert.
Was bedeutet ein Befund am Zungengrund?
Wenn in einem Arztbrief oder Befund der Zungengrund erwähnt wird, bezieht sich das meist auf den anatomischen Ort, an dem eine Veränderung festgestellt wurde. Das kann eine harmlose Rötung, eine kleine Entzündung oder eine andere Auffälligkeit sein. Nur wenn konkrete Diagnosen wie eine Entzündung, eine Zyste oder selten auch ein Tumor genannt werden, ist eine weitere Abklärung oder Behandlung notwendig. Ohne zusätzlichen Hinweis auf eine Erkrankung beschreibt der Begriff lediglich die Lage einer Beobachtung oder Untersuchung.
Zusammengefasst
Der Zungengrund ist ein anatomischer Abschnitt der Zunge, der tief im Rachen liegt und viele wichtige Aufgaben beim Schlucken und Sprechen erfüllt. In medizinischen Texten oder bei Untersuchungen wird er vor allem dann erwähnt, wenn dieser Bereich gezielt betrachtet oder beurteilt werden soll. Solange keine krankhafte Veränderung genannt wird, ist der Begriff selbst kein Grund zur Sorge.