Wundheilungsstörung – Wenn Heilung stockt

Wundheilungsstörung – Wenn Heilung stockt

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Wundheilungsstörung liegt vor, wenn eine Verletzung der Haut oder des Gewebes nicht wie erwartet oder deutlich verzögert heilt.

Was genau bedeutet das?

Normalerweise durchläuft jede Wunde einen natürlichen Heilungsprozess. Nach einer Verletzung bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Blutung stillt. Es folgt die sogenannte Entzündungsphase, in der Abwehrzellen Keime abwehren. Danach beginnt die Neubildung von Gewebe und schließlich die Narbenbildung. Kommt es dabei zu Störungen, etwa weil Keime in die Wunde gelangen, die Durchblutung schlecht ist oder andere Faktoren die Heilung behindern, spricht man von einer Wundheilungsstörung. Das kann bei kleinen Schnittwunden, aber auch nach Operationen oder größeren Verletzungen passieren.

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Wie zeigt sich eine gestörte Wundheilung?

Typische Anzeichen sind Rötung, Schwellung, anhaltende Schmerzen oder die Absonderung von Wundflüssigkeit, manchmal auch Eiter. Die Wunde bleibt länger offen als üblich oder verschließt sich gar nicht richtig. Manchmal riecht die betroffene Stelle unangenehm. Wer so etwas bemerkt, sollte aufmerksam sein: Eine verzögerte Heilung kann auf eine Infektion oder andere Komplikationen hindeuten. Gerade bei Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem ist das Risiko erhöht. Auch Rauchen, bestimmte Medikamente oder Mangelernährung können die Heilung erschweren.

Ist das gefährlich?

Viele fragen sich: Muss ich mir Sorgen machen, wenn meine Wunde nicht heilt? Eine Wundheilungsstörung ist nicht immer dramatisch, sollte aber ernst genommen werden. Bleibt eine Wunde über längere Zeit offen, steigt das Risiko für eine Wundinfektion. Im schlimmsten Fall können sich Keime auf umliegendes Gewebe ausbreiten oder sogar in den Blutkreislauf gelangen. Das kann zu schwerwiegenden Entzündungen führen, etwa einer Blutvergiftung. Auch die Narbenbildung kann schlechter ausfallen. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen früh zu erkennen und gegebenenfalls ärztlich abklären zu lassen.

Wie wird eine Wundheilungsstörung festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine gründliche Untersuchung der betroffenen Stelle. Ärztinnen und Ärzte achten auf Rötung, Schwellung, Wundsekret und andere Auffälligkeiten. Manchmal werden Abstriche genommen, um Bakterien nachzuweisen. In bestimmten Fällen sind Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall sinnvoll, um die Tiefe der Wunde oder eine mögliche Ausbreitung der Entzündung zu beurteilen. Bei chronischen oder sehr tiefen Wunden prüft das Behandlungsteam auch, ob Grunderkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsprobleme vorliegen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Ausmaß der Störung. Zuerst steht die gründliche Reinigung der Wunde im Vordergrund. Fremdkörper, abgestorbenes Gewebe oder Eiter werden entfernt, damit der Heilungsprozess wieder in Gang kommt. Je nach Befund werden spezielle Wundauflagen verwendet, die das feuchte Milieu unterstützen und Keime fernhalten. Ist eine Infektion nachgewiesen, kann eine gezielte Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Bei größeren oder tiefen Wunden kommen manchmal operative Maßnahmen infrage, etwa das Entfernen von abgestorbenem Gewebe. Wichtig ist auch die Behandlung möglicher Grunderkrankungen: Ein gut eingestellter Blutzucker oder eine verbesserte Durchblutung fördern die Heilung.

Was kann man selbst tun?

Eine sorgfältige Wundpflege ist entscheidend. Die Wunde sollte sauber gehalten und regelmäßig nach ärztlicher Anweisung versorgt werden. Hände vor dem Verbandswechsel gründlich waschen und nur sauberes Material verwenden. Auf Anzeichen einer Verschlechterung achten, etwa zunehmende Rötung, Schmerzen oder unangenehmen Geruch. Wer raucht, sollte versuchen, zumindest für die Zeit der Heilung das Rauchen einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten, da Nikotin die Durchblutung verschlechtert. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Wundheilung. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes ist eine gute Einstellung der Werte besonders wichtig.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Wenn eine Wunde nach einigen Tagen keine Besserung zeigt, stärker schmerzt, anschwillt oder Eiter absondert, ist eine ärztliche Kontrolle ratsam. Auch Fieber oder allgemeines Unwohlsein können Hinweise auf eine schwerwiegendere Infektion sein. Bei Menschen mit Vorerkrankungen oder nach Operationen sollte schon bei ersten Anzeichen einer gestörten Heilung der Kontakt zur behandelnden Praxis gesucht werden.

Häufige Fragen und Sorgen

Viele fragen sich, ob sie selbst etwas falsch gemacht haben. Tatsächlich gibt es viele Ursachen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen. Auch bei sorgfältiger Pflege kann es zu Problemen kommen. Wichtig ist, aufmerksam zu bleiben und sich nicht zu scheuen, bei Unsicherheiten nachzufragen. Die meisten Wundheilungsstörungen lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Wer Risikofaktoren kennt und vorbeugt, kann die Heilungschancen deutlich verbessern.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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