Wirkstoffgleiche Präparate im Alltag

Wirkstoffgleiche Präparate im Alltag

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Wirkstoffgleiche Präparate sind Medikamente, die denselben Wirkstoff in gleicher Dosierung enthalten, sich aber durch den Namen, Hersteller oder bestimmte Zusatzstoffe unterscheiden können. Oft ist auch von Generika oder Austauschpräparaten die Rede.

Was steckt hinter dem Begriff?

In der Apotheke oder auf einem Rezept taucht immer wieder die Formulierung „wirkstoffgleiches Präparat“ auf. Gemeint sind Arzneimittel, die denselben medizinisch wirksamen Bestandteil besitzen, wie das ursprünglich verordnete Produkt. Dabei kann der Name des Medikaments unterschiedlich sein, doch der Hauptwirkstoff bleibt gleich. Auch die Menge dieses Wirkstoffs ist identisch. Die Unterschiede betreffen meist nur den Hersteller, das Aussehen, den Namen oder die sogenannten Hilfsstoffe, die für die Tablettenform, den Geschmack oder die Haltbarkeit verantwortlich sind.

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Warum gibt es verschiedene wirkstoffgleiche Medikamente?

Der Grund liegt vor allem im Patentschutz. Wenn ein neues Medikament entwickelt wird, darf es zunächst nur vom Originalhersteller verkauft werden. Nach Ablauf des Patents dürfen auch andere Firmen das gleiche Medikament herstellen. Dann entstehen die sogenannten Generika. Diese sind wirkstoffgleich zum Original. Das bedeutet, sie wirken genauso, sind aber meist günstiger, weil die Entwicklungskosten entfallen und mehr Anbieter auf dem Markt sind.

In Deutschland ist die Abgabe von wirkstoffgleichen Präparaten sogar gesetzlich geregelt. Apotheken müssen oft das günstigste verfügbare Medikament abgeben, sofern der Arzt oder die Ärztin nichts anderes vermerkt hat. So sollen die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden, ohne dass die Behandlung darunter leidet.

Was bedeutet das für die Anwendung?

Wer ein wirkstoffgleiches Präparat erhält, bekommt denselben medizinischen Nutzen wie beim Original. Die Wirkung, die Sicherheit und die Dosierung sind gleich. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet, welcher Wirkstoff in welcher Menge notwendig ist. In der Apotheke kann dann ein Generikum oder ein anderes wirkstoffgleiches Produkt ausgegeben werden, sofern keine besonderen Gründe dagegen sprechen.

Manchmal sieht das neue Medikament anders aus, hat eine andere Verpackung oder schmeckt etwas anders. Das liegt an den Hilfsstoffen, die von Hersteller zu Hersteller variieren können. Der eigentliche Wirkstoff und seine Wirkung bleiben jedoch unverändert. Wer unsicher ist, kann sich in der Apotheke erklären lassen, warum das Präparat gewechselt wurde und ob sich etwas an der Einnahme ändert.

Gibt es Unterschiede bei der Verträglichkeit?

Im Großen und Ganzen sind wirkstoffgleiche Präparate genauso verträglich wie das Original. Die Hilfsstoffe können in seltenen Fällen eine Rolle spielen, etwa bei bekannten Allergien oder Unverträglichkeiten. Dann kann es sinnvoll sein, auf ein bestimmtes Produkt zu bestehen. Auch bei bestimmten chronischen Erkrankungen oder besonders empfindlichen Patientengruppen kann der Arzt gezielt ein bestimmtes Präparat verordnen. Im Alltag ist das jedoch die Ausnahme.

Wichtig ist, die Medikamente immer wie verordnet einzunehmen und nicht eigenmächtig zu wechseln oder abzusetzen. Wer Fragen zu Unterschieden bei Verpackung, Aussehen oder Geschmack hat, erhält in der Apotheke oder beim Arzt eine verständliche Erklärung.

Was tun bei Unsicherheit oder Wechsel?

Ein Wechsel auf ein wirkstoffgleiches Präparat ist in der Regel unproblematisch. Dennoch kann es irritieren, wenn Tabletten plötzlich anders aussehen oder sich der Name ändert. Wer sich unsicher fühlt, fragt am besten direkt in der Apotheke nach. Dort wird erklärt, warum gewechselt wurde und ob die Einnahme weiterhin wie gewohnt erfolgen kann. Bei anhaltenden Beschwerden oder neuen Nebenwirkungen sollte immer Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Auch bei einer Dauermedikation kann es vorkommen, dass sich das Präparat von einem Rezept zum nächsten ändert. Das liegt an Rabattverträgen der Krankenkassen mit bestimmten Herstellern. Die medizinische Wirkung bleibt dabei jedoch gleich.

Praktische Tipps für den Alltag

Es hilft, sich den Namen des Wirkstoffs zu merken, nicht nur den Handelsnamen. So lässt sich leichter erkennen, ob ein neues Präparat tatsächlich gleichwertig ist. Bei Unsicherheiten hilft der Blick auf den Beipackzettel oder die Nachfrage in der Apotheke. Wer auf bestimmte Hilfsstoffe allergisch reagiert, sollte dies immer angeben, damit das passende Produkt ausgewählt werden kann.

Wirkstoffgleiche Präparate bieten eine sichere und kostengünstige Möglichkeit, viele Erkrankungen zuverlässig zu behandeln. Die Umstellung ist meist unkompliziert und wird von den allermeisten Menschen gut vertragen. Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen Apotheke und Arzt als Ansprechpartner zur Verfügung.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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