Weber C Fraktur – Risiken und Heilung

Weber C Fraktur – Risiken und Heilung

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Weber C Fraktur bezeichnet einen Bruch des Außenknöchels am Sprunggelenk, bei dem der Knochenbruch oberhalb der sogenannten Syndesmose liegt – das ist die bindegewebige Verbindung zwischen Schienbein und Wadenbein. Diese Einteilung stammt aus der sogenannten Weber Klassifikation, die verschiedene Arten von Sprunggelenksbrüchen unterscheidet.

Wie entsteht eine Weber C Fraktur?

Meist passiert eine solche Verletzung durch ein Umknicken des Fußes nach außen, etwa beim Sport oder einem Sturz auf unebenem Untergrund. Das Wadenbein, das auf der Außenseite des Unterschenkels verläuft, bricht dabei typischerweise mehrere Zentimeter oberhalb des Sprunggelenks. Weil der Bruch oberhalb der Syndesmose liegt, ist häufig auch diese wichtige Bandverbindung zwischen den beiden Unterschenkelknochen betroffen oder sogar gerissen.

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Was bedeutet das für den Betroffenen?

Ein Bruch dieser Art führt meistens zu starken Schmerzen rund um den Knöchel und Schwellungen. Oft kann der Fuß nicht mehr belastet werden. Das Sprunggelenk fühlt sich instabil an, manchmal ist auch eine Fehlstellung sichtbar. Weil neben dem Knochen auch wichtige Bänder verletzt sein können, ist eine Weber C Fraktur fast immer eine sogenannte instabile Fraktur. Das bedeutet, dass das Sprunggelenk ohne Behandlung dauerhaft Schaden nehmen könnte.

Ist eine Weber C Fraktur gefährlich?

Viele stellen sich nach dem Lesen eines Arztbriefs die Frage, wie schlimm so eine Diagnose ist. Eine Weber C Fraktur ist tatsächlich eine ernstzunehmende Verletzung. Sie betrifft nicht nur den Knochen, sondern häufig auch die Bandverbindungen, die für die Stabilität des Sprunggelenks sorgen. Wird der Bruch nicht richtig behandelt, kann es zu anhaltender Instabilität, Fehlstellungen oder auch zu vorzeitigem Gelenkverschleiß kommen. Unbehandelt besteht also das Risiko, dass das Sprunggelenk dauerhaft geschädigt wird.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Typisch sind Druckschmerz am Außenknöchel, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen. Um die genaue Bruchform zu erkennen, werden Röntgenaufnahmen des Sprunggelenks gemacht. Meist werden Bilder aus mehreren Blickwinkeln angefertigt, um die Höhe des Bruchs und mögliche Verschiebungen zu beurteilen. Bei Verdacht auf eine Verletzung der Syndesmose kann zusätzlich eine Kernspintomografie (MRT) sinnvoll sein. Damit lassen sich Bandverletzungen und Weichteilschäden besser beurteilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Weber C Fraktur wird in den meisten Fällen operativ versorgt. Das liegt daran, dass der Bruch instabil ist und das Sprunggelenk ohne Stabilisierung nicht richtig heilen kann. Bei der Operation werden die Bruchstücke mit Schrauben und Platten fixiert. Häufig muss auch die Syndesmose mit einer speziellen Schraube stabilisiert werden, damit das Gelenk seine ursprüngliche Form und Funktion zurückerhält. In seltenen Fällen, bei sehr günstigen Bruchformen ohne Bandverletzung und ohne Verschiebung, kann eine konservative Behandlung mit Gips und Entlastung versucht werden. Das ist aber die Ausnahme.

Nach der Operation folgt eine Phase der Ruhigstellung, meist in einem Spezialschuh oder Gips. Die Belastung wird schrittweise gesteigert. Physiotherapie hilft dabei, Beweglichkeit und Kraft wieder aufzubauen. In der Regel dauert es mehrere Wochen bis Monate, bis das Sprunggelenk wieder voll belastbar ist.

Was kann man selbst tun?

Direkt nach dem Unfall hilft es, das Bein hochzulagern, zu kühlen und möglichst nicht aufzutreten. Nach der ärztlichen Versorgung ist es wichtig, die Anweisungen genau zu befolgen. Das betrifft vor allem die Entlastung des Beines, das Tragen von Schienen oder Orthesen und die Teilnahme an der Physiotherapie. Geduld ist gefragt, denn die Heilung braucht Zeit. Zu frühe Belastung kann zu Komplikationen führen.

Wer raucht, sollte versuchen, zumindest während der Heilungsphase darauf zu verzichten. Rauchen verschlechtert die Durchblutung und kann die Heilung verzögern. Auch eine gesunde Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Erholung.

Häufige Sorgen und Fragen

Viele fragen sich, ob das Sprunggelenk nach einer Weber C Fraktur wieder vollständig belastbar wird. In den meisten Fällen ist das möglich, vor allem wenn die Behandlung konsequent erfolgt und die Nachsorge eingehalten wird. Dennoch kann es zu Bewegungseinschränkungen oder Wetterfühligkeit kommen. In seltenen Fällen bleibt eine gewisse Instabilität oder es entwickelt sich eine Arthrose im Gelenk. Wer nach der Heilung immer wieder Schmerzen oder Unsicherheiten beim Gehen hat, sollte das ärztlich abklären lassen.

Auch die Frage nach der Arbeitsfähigkeit oder Sportfähigkeit ist häufig. Die Rückkehr in den Beruf hängt von der Art der Tätigkeit ab. Bei körperlicher Arbeit dauert es meist länger als bei einem Bürojob. Sportliche Aktivitäten sind nach vollständiger Heilung und mit ärztlichem Einverständnis meist wieder möglich, manchmal empfiehlt sich ein spezielles Training zur Stabilisierung des Sprunggelenks.

Zusammengefasst

Eine Weber C Fraktur ist ein Bruch des Außenknöchels oberhalb der Syndesmose, der fast immer eine instabile Verletzung darstellt und meist operativ behandelt werden muss. Mit konsequenter Therapie und Geduld kann das Sprunggelenk in vielen Fällen wieder stabil und belastbar werden. Wer nach der Diagnose Fragen oder Sorgen hat, sollte diese offen mit dem behandelnden Team besprechen, um Unsicherheiten zu klären und die bestmögliche Heilung zu unterstützen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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