Uveitiden – Entzündungen in der Augenmitte

Uveitiden – Entzündungen in der Augenmitte

PD Dr. med. Witold Polanski

Uveitiden sind Entzündungen im Inneren des Auges, genauer gesagt betrifft der Begriff verschiedene entzündliche Erkrankungen der sogenannten Uvea, also der mittleren Augenhaut. Diese Schicht besteht aus Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut und spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung des Auges.

Was versteht man unter Uveitiden?

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen „Uvea“ für Traube, weil die mittlere Augenhaut in ihrer Form daran erinnert. Uveitiden sind also Sammelbezeichnungen für eine ganze Gruppe von Augenentzündungen, die ganz unterschiedliche Bereiche betreffen können. Je nachdem, wo die Entzündung sitzt, unterscheiden Fachleute zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Uveitis. Besonders häufig ist die vordere Form, die auch als Iritis bekannt ist. Mehr dazu gibt es im Artikel zur Iritis.

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Wie äußert sich eine Entzündung der Uvea?

Typische Beschwerden hängen davon ab, welcher Teil des Auges betroffen ist. Bei einer vorderen Uveitis treten oft plötzlich Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Rötung und ein verschwommenes Sehen auf. Das Auge tränt und fühlt sich gereizt an. Ist die mittlere oder hintere Augenhaut entzündet, bemerken Betroffene manchmal eher Sehstörungen, zum Beispiel dunkle Flecken im Sichtfeld oder einen grauen Schleier. Nicht immer treten starke Schmerzen auf. Manchmal bleibt die Entzündung sogar längere Zeit unbemerkt, bis die Sehschärfe plötzlich nachlässt.

Ist eine Uveitis gefährlich?

Viele Menschen erschrecken, wenn sie den Begriff Uveitis oder Uveitiden im Arztbrief lesen. Die Sorge um das Augenlicht ist verständlich, denn unbehandelt kann eine Entzündung der Uvea tatsächlich zu bleibenden Schäden führen. Das Risiko für Komplikationen steigt, je länger die Entzündung anhält oder immer wiederkehrt. Mögliche Folgen sind zum Beispiel ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), eine Linsentrübung (Katarakt) oder im schlimmsten Fall eine dauerhafte Sehverschlechterung. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose so wichtig.

Wie wird eine Uveitis festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine gründliche augenärztliche Untersuchung. Mit einer Spaltlampe kann die Ärztin oder der Arzt feine Veränderungen im Auge erkennen, etwa Entzündungszellen oder Eiweißablagerungen. Bei Bedarf werden zusätzliche Tests gemacht, zum Beispiel eine Messung des Augeninnendrucks oder spezielle Bildgebungsverfahren, um den hinteren Augenabschnitt zu beurteilen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, nach möglichen Auslösern im ganzen Körper zu suchen, da Uveitiden manchmal mit anderen Krankheiten wie Rheuma oder Infektionen zusammenhängen.

Was sind die Ursachen?

Die Auslöser sind vielfältig. Häufig bleibt die Entzündung ohne erkennbare Ursache, das nennt sich dann idiopathisch. Bei anderen Betroffenen steckt eine Autoimmunerkrankung dahinter, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Auch Infektionen durch Bakterien oder Viren können eine Uveitis auslösen, etwa nach bestimmten Infektionskrankheiten. Manchmal tritt die Entzündung im Rahmen einer anderen Grunderkrankung auf. Die genaue Ursache zu finden, ist nicht immer einfach und gelingt auch nicht in jedem Fall.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach Ort, Ausmaß und Ursache der Entzündung. In den meisten Fällen kommen entzündungshemmende Augentropfen oder Salben zum Einsatz, oft mit Kortison. Bei schwereren oder wiederkehrenden Verläufen können Tabletten oder Spritzen nötig sein, um die Entzündung zu kontrollieren. Wenn eine Infektion der Auslöser ist, werden gezielt Antibiotika oder antivirale Medikamente verwendet. Wichtig ist, die Behandlung nicht eigenmächtig abzubrechen, auch wenn die Beschwerden nachlassen. Nur so lässt sich das Risiko für bleibende Schäden verringern. Bei chronischen oder besonders schweren Uveitiden kann eine Behandlung über viele Monate oder sogar Jahre notwendig sein.

Was kann man selbst tun?

Ruhe für das betroffene Auge ist wichtig. Helles Licht oder Bildschirmarbeit besser meiden, solange die Beschwerden bestehen. Regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt helfen, den Verlauf zu überwachen. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte diese während der akuten Entzündung nicht verwenden. Bei Anzeichen wie plötzlicher Sehverschlechterung, starken Schmerzen oder Lichtblitzen muss sofort ärztliche Hilfe gesucht werden. Es kann sinnvoll sein, bestehende Grunderkrankungen wie Rheuma oder Infektionen mit der behandelnden Fachärztin oder dem Facharzt zu besprechen.

Häufige Fragen und Ängste

Viele fragen sich, ob eine Uveitis das Augenlicht dauerhaft bedroht. Mit rechtzeitiger und konsequenter Behandlung sind die Aussichten meist gut, besonders bei der vorderen Form. Komplikationen treten vor allem dann auf, wenn die Entzündung nicht erkannt oder nicht ausreichend behandelt wird. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber eine Uveitis sollte immer ernst genommen werden. Wer schon einmal eine Uveitis hatte, sollte bei neuen Beschwerden rasch ärztlichen Rat suchen, denn Wiederholungen sind möglich.

Zusammenfassung

Uveitiden sind entzündliche Erkrankungen der mittleren Augenhaut, die verschiedene Ursachen und Verlaufsformen haben können. Sie sind nicht selten und können das Sehvermögen gefährden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Moderne Therapien bieten gute Chancen, bleibende Schäden zu verhindern. Wer Symptome wie Augenrötung, Schmerzen oder Sehstörungen bemerkt, sollte nicht zögern, eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Weitere Informationen zur vorderen Uveitis gibt es im Artikel zur Iritis.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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