Die Urethra ist der medizinische Begriff für die Harnröhre, also den Gang, durch den der Urin aus der Blase nach außen geleitet wird.
Aufbau und Funktion der Harnröhre
Die Harnröhre verbindet die Harnblase mit der Körperoberfläche. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Urin beim Wasserlassen aus dem Körper zu transportieren. Bei Männern und Frauen gibt es Unterschiede: Bei Frauen ist die Harnröhre deutlich kürzer, etwa drei bis fünf Zentimeter lang. Sie verläuft gerade von der Blase bis zum Scheideneingang. Beim Mann ist die Harnröhre etwa 20 Zentimeter lang und zieht vom Blasenausgang durch die Prostata, den Beckenboden und den Penis bis zur Eichel. Neben der Ausscheidung von Urin hat sie beim Mann noch eine weitere Funktion, denn sie dient auch als Ausführungsweg für Samenflüssigkeit beim Samenerguss.
Bedeutung im medizinischen Alltag
In Arztbriefen, Befunden oder bei urologischen Untersuchungen taucht der Begriff Urethra regelmäßig auf. Gemeint ist immer die Harnröhre, unabhängig vom Geschlecht. Manchmal liest man auch alternative Bezeichnungen wie Urethra masculina (männliche Harnröhre) oder Urethra feminina (weibliche Harnröhre), um die Unterschiede genauer zu beschreiben. Die Harnröhre spielt eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Wasserlassens. Sie ist von Schließmuskeln umgeben, die dafür sorgen, dass der Urin erst dann abgegeben wird, wenn es gewünscht ist.
Häufige Untersuchungen der Harnröhre
Gerade bei Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Problemen beim Wasserlassen kann eine Untersuchung der Urethra notwendig sein. Hierbei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Eine einfache Möglichkeit ist die Untersuchung durch Abtasten und äußere Inspektion. Bei Männern kann die Harnröhre auch durch die Prostata hindurch abgetastet werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wird oft eine sogenannte Urethroskopie durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Spiegelung der Harnröhre mit einem dünnen, flexiblen Instrument. Weitere Informationen dazu gibt es im Artikel zur urologischen Untersuchung.
Wann spielt die Harnröhre medizinisch eine Rolle?
Die Urethra kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein. Dazu zählen zum Beispiel Harnwegsinfekte, die oft mit Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen einhergehen. Auch Verengungen, sogenannte Strikturen, können auftreten und das Wasserlassen erschweren. Verletzungen oder Entzündungen der Harnröhre sind ebenfalls möglich, etwa durch Infektionen oder nach medizinischen Eingriffen. Bei Männern kann die Harnröhre durch die Prostata beeinflusst werden, zum Beispiel bei einer gutartigen Prostatavergrößerung.
Was bedeutet ein Befund zur Urethra?
Wenn im Arztbrief oder Befund die Urethra erwähnt wird, gibt das meist einen Hinweis darauf, dass die Harnröhre untersucht oder beurteilt wurde. Steht dort zum Beispiel „Urethra reizlos“, bedeutet das, dass keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Wird hingegen von einer „Urethritis“ gesprochen, handelt es sich um eine Entzündung der Harnröhre. Die genaue Bedeutung ergibt sich immer aus dem Zusammenhang des Befunds. Nicht selten steht dort auch, dass die Urethra „durchgängig“ ist. Das heißt, dass der Urin ohne Hindernis abfließen kann.
Zusammenfassung
Die Urethra ist nichts anderes als die Harnröhre, also der Kanal, durch den der Urin aus der Blase nach draußen gelangt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Harntrakts und wird bei vielen urologischen Untersuchungen mitbeurteilt. Auffälligkeiten oder Beschwerden in diesem Bereich sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wer mehr über die Untersuchung des Harntrakts erfahren möchte, findet weitere Details im Artikel zur urologischen Untersuchung.