Unterarmgehstützen richtig nutzen

Unterarmgehstützen richtig nutzen

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Unterarmgehstützen sind spezielle Gehhilfen, die beim Gehen unterstützen, wenn das eigene Körpergewicht nicht vollständig auf die Beine übertragen werden kann. Sie bestehen aus einem langen Stab, an dessen oberem Ende sich eine Manschette für den Unterarm und ein Handgriff befinden. So lassen sich die Stützen sicher führen und das Körpergewicht gezielt auf die Arme verteilen.

Wann kommen Unterarmgehstützen zum Einsatz?

Diese Gehhilfen werden häufig nach Verletzungen oder Operationen an den Beinen oder Füßen verwendet. Auch bei Erkrankungen, die das Gehen erschweren oder Schmerzen verursachen, können sie sinnvoll sein. Typische Beispiele sind ein gebrochener Fuß, eine Knieoperation oder eine Schwäche nach einem Schlaganfall. Sie helfen dabei, das betroffene Bein zu entlasten und trotzdem mobil zu bleiben.

Manchmal verschreibt die Ärztin oder der Arzt Unterarmgehstützen für einen begrenzten Zeitraum, etwa bis eine Wunde verheilt ist. In anderen Fällen, zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen, können sie dauerhaft zum Einsatz kommen.

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Aufbau und Besonderheiten

Eine Unterarmgehstütze besteht aus einem stabilen Rohr, das meist aus Aluminium gefertigt ist. Am oberen Ende befindet sich eine offene Manschette, die den Unterarm teilweise umschließt. Darunter liegt ein ergonomisch geformter Griff, der das Abstützen erleichtert. Am unteren Ende sorgt ein rutschfester Gummifuß für Halt auf verschiedenen Untergründen.

Die Höhe lässt sich individuell einstellen, sodass die Stützen an die jeweilige Körpergröße angepasst werden können. Das ist wichtig, um Fehlhaltungen und Schmerzen in Schultern oder Handgelenken zu vermeiden. Die meisten Modelle sind leicht, stabil und lassen sich einfach reinigen.

Worauf achten beim Gehen mit Unterarmgehstützen?

Gerade am Anfang kann es ungewohnt sein, mit diesen Gehhilfen zu laufen. Das richtige Gehen will gelernt sein. Meist zeigen Physiotherapeuten, wie die Stützen korrekt verwendet werden. Dabei kommt es auf die richtige Schrittfolge und das sichere Absetzen der Stützen an.

Wichtig ist, dass die Stützen immer gleichzeitig mit dem betroffenen Bein nach vorne geführt werden. So wird das Gewicht gleichmäßig verteilt und das Bein entlastet. Wer beide Beine nur teilweise belasten darf, setzt die Stützen abwechselnd mit den Beinen nach vorne.

Die richtige Einstellung der Höhe ist entscheidend. Die Griffe sollten etwa auf Höhe des Handgelenks liegen, wenn die Arme locker herabhängen. Beim Abstützen bleibt der Arm leicht gebeugt, damit die Schultern entspannt bleiben.

Tipps für den Alltag

Mit etwas Übung lassen sich Unterarmgehstützen sicher im Alltag einsetzen. Es lohnt sich, die Wohnung auf Stolperfallen zu überprüfen und lose Teppiche oder Kabel zu sichern. Rutschfeste Schuhe bieten zusätzlichen Halt. Beim Gehen auf nassem oder glattem Untergrund sollte besonders vorsichtig vorgegangen werden.

Auf Treppen empfiehlt es sich, immer zuerst das gesunde Bein auf die nächste Stufe zu setzen, gefolgt vom verletzten Bein und den Stützen. Beim Hinuntergehen wird das verletzte Bein zusammen mit den Stützen vorangestellt, das gesunde Bein folgt.

Viele Menschen nutzen für kurze Pausen im Stehen die Möglichkeit, sich auf beiden Stützen abzustützen. Längeres Stehen kann jedoch anstrengend für die Arme werden, deshalb sind regelmäßige Sitzpausen sinnvoll.

Wann sollten Unterarmgehstützen nicht verwendet werden?

In seltenen Fällen ist der Einsatz dieser Gehhilfen nicht möglich, etwa wenn eine starke Schwäche in den Armen besteht oder die Handgelenke schmerzen. Auch bei Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsproblemen kann eine andere Gehhilfe besser geeignet sein. In solchen Situationen sollte immer Rücksprache mit der behandelnden Fachperson gehalten werden.

Reinigung und Pflege

Damit die Stützen lange halten und sicher bleiben, ist eine regelmäßige Pflege sinnvoll. Die Gummifüße sollten regelmäßig auf Abnutzung kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht werden. Verschmutzungen lassen sich einfach mit einem feuchten Tuch entfernen. Bei Schäden an Griff oder Manschette empfiehlt es sich, die Stützen in der Apotheke oder im Sanitätshaus überprüfen zu lassen.

Kostenübernahme und Bezug

Unterarmgehstützen gibt es in Apotheken, Sanitätshäusern und teilweise auch in größeren Drogeriemärkten. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Die Stützen werden dann meist leihweise zur Verfügung gestellt und nach Ende der Nutzung zurückgegeben.

Zusammengefasst

Unterarmgehstützen sind eine bewährte und praktische Hilfe, um nach Verletzungen oder bei Erkrankungen mobil zu bleiben. Sie entlasten die Beine, fördern die Heilung und ermöglichen mehr Selbstständigkeit im Alltag. Die richtige Handhabung und Einstellung sorgen für Sicherheit und Komfort. Wer unsicher ist, wie die Stützen verwendet werden, kann sich Unterstützung bei Physiotherapeuten oder im Sanitätshaus holen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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