Thyreoiditis bezeichnet eine Entzündung der Schilddrüse, also eines kleinen, schmetterlingsförmigen Organs am Hals, das wichtige Hormone für den Stoffwechsel produziert. Die Erkrankung kann unterschiedliche Ursachen und Verlaufsformen haben und wird in vielen Befunden oder Arztbriefen erwähnt, wenn Veränderungen an der Schilddrüse festgestellt werden.
Was steckt hinter einer Entzündung der Schilddrüse?
Bei einer Thyreoiditis kommt es dazu, dass das Gewebe der Schilddrüse entzündlich verändert ist. Das kann bedeuten, dass die Schilddrüse anschwillt, schmerzt oder ihre Funktion gestört wird. Die Entzündung kann sehr plötzlich auftreten, etwa bei einer Infektion, oder langsam und schleichend verlaufen, wie es bei bestimmten Autoimmunerkrankungen der Fall ist.
Es gibt verschiedene Formen dieser Schilddrüsenentzündung. Am häufigsten ist die sogenannte Hashimoto Thyreoiditis, bei der das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe angreift. Daneben gibt es die subakute Thyreoiditis, die meist nach einem Infekt auftritt und oft mit Schmerzen im Halsbereich einhergeht. Seltener sind akute bakterielle Entzündungen, die sehr plötzlich beginnen und starke Beschwerden verursachen können.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Symptome hängen stark von der Art und dem Verlauf der Entzündung ab. Bei einer akuten Form treten oft Fieber, starke Schmerzen im Hals, Schluckbeschwerden und manchmal eine Rötung der Haut über der Schilddrüse auf. Die subakute Variante zeigt sich meist durch ziehende oder drückende Schmerzen im Bereich des Kehlkopfs, die bis zu den Ohren ausstrahlen können. Viele Betroffene fühlen sich abgeschlagen und bemerken eine leichte Schwellung am Hals.
Bei der chronischen, also langsam verlaufenden Hashimoto Thyreoiditis, sind die Beschwerden oft unspezifisch. Häufig fällt anfangs gar nichts auf. Erst wenn die Schilddrüse durch die Entzündung weniger Hormone produziert, können Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit oder trockene Haut auftreten. In manchen Fällen kommt es zu einer Überfunktion mit Nervosität, Herzrasen und Gewichtsverlust, bevor die Schilddrüse langfristig immer weniger arbeitet.
Ist eine Thyreoiditis gefährlich?
Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie diese Diagnose lesen. Doch nicht jede Form der Schilddrüsenentzündung ist bedrohlich. Die meisten Verläufe sind gutartig und können mit der richtigen Behandlung gut kontrolliert werden. Die akute bakterielle Entzündung ist zwar selten, muss aber schnell erkannt und mit Antibiotika behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Die subakute Form heilt oft nach einigen Wochen von selbst ab, manchmal bleiben aber leichte Veränderungen an der Schilddrüse zurück.
Bei der Hashimoto Thyreoiditis handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist, aber gut behandelt werden kann. Wichtig ist, die Hormonwerte regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf Schilddrüsenhormone als Tabletten einzunehmen. Eine unbehandelte Unterfunktion kann langfristig zu Beschwerden führen, ist aber mit der richtigen Therapie gut in den Griff zu bekommen. Ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs besteht durch eine Entzündung in der Regel nicht.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Um eine Thyreoiditis zu erkennen, werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt. Die Ärztin oder der Arzt tastet zunächst den Hals ab und fragt nach typischen Beschwerden. Eine Blutuntersuchung gibt Hinweise auf Entzündungszeichen und zeigt, ob die Schilddrüsenhormone im Gleichgewicht sind. Bei einer Hashimoto Thyreoiditis finden sich oft spezielle Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe im Blut.
Ein Ultraschall der Schilddrüse hilft, die Größe und Struktur des Organs zu beurteilen. Entzündete Bereiche sehen häufig dunkler aus oder sind unregelmäßig aufgebaut. In seltenen Fällen kann eine Feinnadelpunktion nötig sein, um Gewebeproben zu entnehmen und andere Ursachen auszuschließen.
Was kann getan werden?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Verlauf. Bei einer akuten bakteriellen Entzündung sind Antibiotika und manchmal auch eine kurzfristige Entlastung der Schilddrüse notwendig. Bei der subakuten Form helfen entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder in schweren Fällen Kortison, um die Beschwerden zu lindern. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Wochen.
Bei der Hashimoto Thyreoiditis steht die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion im Vordergrund. Hier werden Schilddrüsenhormone als Tabletten verordnet, um den Mangel auszugleichen. Die Dosierung wird individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert. Eine spezielle Diät oder Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht notwendig, es sei denn, es liegt ein nachgewiesener Mangel vor.
Was lässt sich selbst tun?
Auch wenn eine Thyreoiditis oft ärztlich behandelt werden muss, gibt es Möglichkeiten, das Wohlbefinden zu unterstützen. Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, das Immunsystem zu stärken. Stress kann Symptome verstärken, deshalb lohnt es sich, auf Entspannungsmomente im Alltag zu achten. Wer Schilddrüsenhormone einnimmt, sollte auf eine regelmäßige Einnahme achten und die Kontrolltermine wahrnehmen.
Bei anhaltenden Beschwerden oder neuen Symptomen empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen. Besonders bei Fieber, starken Schmerzen oder einer deutlichen Schwellung am Hals ist eine rasche Abklärung sinnvoll.
Die Entzündung der Schilddrüse ist eine häufige Diagnose, die oft verunsichert. Mit Wissen über die verschiedenen Formen, ihre Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten lassen sich viele Ängste nehmen und die Erkrankung gut steuern.