Teilatelektase bedeutet, dass ein kleinerer Abschnitt der Lunge teilweise zusammenfällt und nicht mehr vollständig mit Luft gefüllt ist. Im Gegensatz zur kompletten Atelektase, bei der ein ganzer Lungenabschnitt oder sogar ein ganzer Lungenflügel betroffen sein kann, handelt es sich bei der Teilatelektase nur um eine begrenzte Region des Lungengewebes.
Was passiert bei einer Teilatelektase?
In der Lunge sorgen winzige Lufträume, die sogenannten Alveolen, dafür, dass Sauerstoff ins Blut aufgenommen werden kann. Wenn diese Alveolen in einem bestimmten Bereich in sich zusammenfallen, spricht man von einer Teilatelektase. Das bedeutet, dass ein Teil der Lunge weniger oder gar nicht mehr am Gasaustausch beteiligt ist. Die Luftwege in diesem Abschnitt sind entweder blockiert oder der Luftdruck reicht nicht mehr aus, um die Lungenbläschen offen zu halten.
Häufig entsteht eine Teilatelektase, wenn Schleim, ein kleiner Fremdkörper oder Flüssigkeit einen Bronchus, also einen der größeren Atemwege, teilweise verschließt. Auch nach Operationen, bei längerer Bettlägerigkeit oder durch flache Atmung kann sich so ein Zustand entwickeln. In vielen Fällen wird eine Teilatelektase zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt, ohne dass Beschwerden bestehen.
Mögliche Symptome und wie sie sich äußern
Oft bleibt eine Teilatelektase unbemerkt, da sie keine oder nur sehr leichte Beschwerden verursacht. Manchmal kann es aber zu einem leichten Druckgefühl im Brustkorb, Husten oder einer flacheren Atmung kommen. Bei größeren betroffenen Bereichen kann die Sauerstoffaufnahme des Körpers leicht eingeschränkt sein. In seltenen Fällen treten Atemnot oder ein verstärktes Gefühl der Kurzatmigkeit auf, vor allem wenn bereits eine Lungenerkrankung besteht.
Ursachen und Entstehung
Die häufigsten Auslöser für eine Teilatelektase sind Schleimpfropfen, die nach einer Operation oder bei einer Bronchitis entstehen können. Auch längeres Liegen, besonders nach einer Narkose, begünstigt, dass bestimmte Lungenabschnitte nicht mehr ausreichend belüftet werden. Bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Hustenreflex kommt dies häufiger vor.
Ein weiterer möglicher Grund ist das sogenannte „Abklemmen“ kleiner Bronchien durch Tumoren oder vergrößerte Lymphknoten. In manchen Fällen kann auch eine Flüssigkeitsansammlung oder ein Blutgerinnsel die Belüftung behindern. Wenn sich die Luft aus den betroffenen Alveolen langsam auflöst und nicht mehr nachströmen kann, fällt das Gewebe in sich zusammen.
Mehr zu den allgemeinen Ursachen und Hintergründen einer Atelektase findest du auch im Artikel Atelektase.
Ist eine Teilatelektase gefährlich?
Die Diagnose Teilatelektase sorgt oft für Unsicherheit. In den allermeisten Fällen ist dieser Befund jedoch nicht bedrohlich. Besonders kleine Teilatelektasen bilden sich häufig von selbst zurück, sobald die Ursache – etwa ein Schleimpfropf – beseitigt ist oder die Atmung wieder tiefer wird. Das umliegende Lungengewebe übernimmt meist die Sauerstoffversorgung ohne größere Einschränkungen.
Größere Teilatelektasen können allerdings das Risiko für eine Lungenentzündung erhöhen, weil das betroffene Gewebe schlechter durchlüftet wird. Vor allem bei Menschen mit bereits bestehenden Lungenerkrankungen oder bei geschwächtem Immunsystem kann eine solche Situation problematischer sein. Wichtig ist, auf neue oder zunehmende Beschwerden wie Fieber, starke Atemnot oder Schmerzen zu achten und diese ärztlich abklären zu lassen.
Wie wird eine Teilatelektase festgestellt?
Meist fällt eine Teilatelektase zufällig bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs auf. Manchmal wird sie auch durch eine Computertomografie (CT) oder eine Ultraschalluntersuchung entdeckt. Das Bild zeigt dann einen Bereich, der weniger luftgefüllt erscheint als das umliegende Lungengewebe.
Zur weiteren Abklärung kann der Arzt oder die Ärztin nach möglichen Ursachen suchen, zum Beispiel durch eine Bronchoskopie, bei der die Atemwege mit einer kleinen Kamera untersucht werden. Blutuntersuchungen oder eine Überprüfung der Sauerstoffsättigung helfen einzuschätzen, ob der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist.
Was kann man selbst tun?
Nach Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit hilft es, regelmäßig tief durchzuatmen, sich aufzusetzen und – wenn möglich – zu bewegen. Husten ist in diesem Zusammenhang nicht schädlich, sondern unterstützt die Reinigung der Atemwege. Manchmal werden Atemübungen oder physiotherapeutische Maßnahmen empfohlen, um die Lunge wieder vollständig zu belüften.
Bei bestehenden Lungenerkrankungen ist es ratsam, auf eine gute Kontrolle der Grunderkrankung zu achten und bei Anzeichen einer Infektion frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Wer raucht, sollte versuchen, auf das Rauchen zu verzichten, da dies die Heilung der Lunge fördert.
Weitere Formen der Atelektase
Neben der Teilatelektase gibt es verschiedene andere Formen, die sich je nach Ursache und Ausprägung unterscheiden. Die sogenannte Resorptionsatelektase entsteht zum Beispiel, wenn die Luft in den Alveolen langsam vom Körper aufgenommen wird, weil der Luftweg blockiert ist. Mehr dazu findest du im Artikel Resorptionsatelektase.
Eine weitere Form ist die Plattenatelektase, bei der sich dünne, plattenförmige Bereiche der Lunge zusammenziehen. Diese tritt häufig nach Operationen oder längerer Bettlägerigkeit auf. Mehr Informationen dazu gibt es im Artikel Plattenatelektase.
Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
Wenn plötzlich Atemnot, Schmerzen beim Atmen, Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl auftreten, ist es wichtig, dies zeitnah ärztlich abklären zu lassen. Besonders bei Vorerkrankungen der Lunge, nach Operationen oder wenn eine Teilatelektase bereits bekannt ist, sollte auf Veränderungen geachtet werden. In den meisten Fällen ist eine Teilatelektase jedoch harmlos und bildet sich ohne spezielle Behandlung zurück.
Mehr zum Thema Atelektase und den verschiedenen Formen findest du auf den verlinkten Seiten.