Szintigrafie: Was zeigt die Untersuchung wirklich?

Szintigrafie: Was zeigt die Untersuchung wirklich?

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Szintigrafie ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, bei dem mit Hilfe schwach radioaktiver Substanzen bestimmte Organe oder Körperregionen sichtbar gemacht werden.

Wie funktioniert eine Szintigrafie?

Bei dieser Untersuchung wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz, oft als „Tracer“ bezeichnet, in eine Vene gespritzt oder manchmal auch über die Atemluft oder als Getränk verabreicht. Diese Substanz verteilt sich im Körper und reichert sich gezielt in dem Organ oder Gewebe an, das untersucht werden soll. Eine spezielle Kamera, die sogenannte Gammakamera, nimmt dann Bilder davon auf. Die Kamera erkennt die Strahlung, die vom Tracer ausgesendet wird, und erstellt daraus Aufnahmen, auf denen Ärztinnen und Ärzte erkennen können, wie aktiv das untersuchte Gewebe ist.

Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT zeigt die Szintigrafie also nicht nur die Form oder Struktur eines Organs, sondern vor allem seine Funktion und Stoffwechselaktivität. Das ist besonders hilfreich, um krankhafte Veränderungen frühzeitig zu entdecken.

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Wann wird eine Szintigrafie eingesetzt?

Die Szintigrafie kommt in vielen medizinischen Bereichen zum Einsatz. Besonders häufig wird sie genutzt, um Erkrankungen des Skeletts, der Schilddrüse, des Herzens oder der Nieren zu untersuchen. Bei Verdacht auf Knochenmetastasen, Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder unklaren Funktionsstörungen kann dieses Verfahren wichtige Hinweise liefern.

In der Krebsdiagnostik hilft die Szintigrafie, Tumorherde oder Ableger (Metastasen) aufzuspüren. Bei Schilddrüsenerkrankungen, etwa bei einer Überfunktion oder bei Knoten, wird sie eingesetzt, um die Aktivität einzelner Bereiche der Drüse zu beurteilen. Auch bei Herzkrankheiten, etwa um die Durchblutung des Herzmuskels zu prüfen, ist die Szintigrafie ein bewährtes Verfahren.

Wer wissen möchte, wie eine spezielle Form dieser Untersuchung abläuft, findet weitere Informationen zur Skelett Szintigraphie.

Was passiert bei der Untersuchung?

Vor der Szintigrafie sind in der Regel keine besonderen Vorbereitungen nötig. Je nach untersuchtem Organ kann es sein, dass für einige Stunden nichts gegessen oder getrunken werden darf. Nach der Injektion des Tracers dauert es meist eine gewisse Zeit, bis sich die Substanz im Körper verteilt hat. Erst danach beginnt die eigentliche Aufnahme mit der Gammakamera. Währenddessen ist es wichtig, möglichst ruhig zu liegen, damit die Bilder nicht verwackeln.

Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei. Die Strahlenbelastung ist sehr gering und vergleichbar oder oft sogar niedriger als bei einer klassischen Röntgenaufnahme. Die verwendeten radioaktiven Stoffe werden vom Körper innerhalb weniger Stunden bis Tage wieder ausgeschieden.

Häufige Fragen und Sorgen

Viele Menschen machen sich Gedanken, wenn sie das Wort „radioaktiv“ hören. Die bei der Szintigrafie eingesetzten Substanzen sind jedoch speziell für medizinische Zwecke entwickelt und werden in sehr geringen Mengen verwendet. Die Strahlendosis ist so niedrig, dass sie für den Körper in der Regel ungefährlich ist. Allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen sind äußerst selten.

Wer schwanger ist oder stillt, sollte das vor der Untersuchung mitteilen. In solchen Fällen wird sorgfältig abgewogen, ob die Untersuchung wirklich notwendig ist oder ob andere Methoden in Frage kommen.

Manche haben Sorge, nach der Untersuchung andere Menschen durch Strahlung zu gefährden. Das ist nicht nötig: Die abgegebene Strahlung ist so gering, dass im Alltag keine Vorsichtsmaßnahmen nötig sind. Lediglich bei sehr engen und häufigen Kontakten zu kleinen Kindern oder Schwangeren kann es sinnvoll sein, einen kurzen Abstand zu halten. Die behandelnde Ärztin oder der Arzt gibt dazu individuell passende Hinweise.

Was sagt das Ergebnis aus?

Die Auswertung der Szintigrafie erfolgt durch Fachärztinnen und Fachärzte der Nuklearmedizin. Sie beurteilen, wie sich der Tracer im Körper verteilt hat und ob es Bereiche gibt, die besonders viel oder wenig Substanz aufgenommen haben. Das kann auf Entzündungen, Tumore, Durchblutungsstörungen oder andere Veränderungen hinweisen.

Das Ergebnis der Szintigrafie ist immer ein Puzzlestück im Gesamtbild. Oft werden die Befunde mit anderen Untersuchungen wie Ultraschall, CT oder MRT kombiniert, um eine möglichst genaue Diagnose zu stellen. Was genau der Befund bedeutet, erklärt die behandelnde Ärztin oder der Arzt im persönlichen Gespräch.

Was kann nach der Szintigrafie wichtig sein?

Nach der Untersuchung ist es sinnvoll, viel zu trinken. So wird die radioaktive Substanz schneller über die Nieren ausgeschieden. Wer Medikamente einnimmt, sollte diese wie gewohnt weiternehmen, es sei denn, es wurde etwas anderes abgesprochen.

In den meisten Fällen kann der gewohnte Tagesablauf direkt nach der Untersuchung wieder aufgenommen werden. Nur in seltenen Situationen, etwa bei bestimmten Herzuntersuchungen, ist eine kurze Beobachtung nötig.

Die Szintigrafie ist ein sicheres und bewährtes Verfahren, um wichtige Informationen über die Funktion von Organen zu gewinnen. Sie hilft Ärztinnen und Ärzten, gezielt zu behandeln und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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