Strangulation ist ein medizinischer Begriff, der beschreibt, dass Gewebe oder Organe durch Druck von außen oder durch das Abschnüren von Blutgefäßen und Luftwegen in ihrer Durchblutung oder Sauerstoffversorgung gestört werden.
Was passiert bei einer Strangulation?
Bei einer Strangulation wird der Blutfluss oder die Luftzufuhr zu einem Körperteil, meist dem Hals, stark eingeschränkt oder ganz blockiert. Das kann durch äußeren Druck, zum Beispiel durch Hände, einen Gegenstand oder ein Seil, geschehen. Im medizinischen Zusammenhang ist damit häufig eine akute Gefahr für das betroffene Gewebe oder sogar das Leben gemeint. Wenn am Hals die Blutgefäße oder die Luftröhre zusammengedrückt werden, gelangt weniger Sauerstoff ins Gehirn. Bereits nach wenigen Sekunden kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Wird die Strangulation nicht schnell gelöst, drohen bleibende Schäden oder sogar der Tod.
Formen und Ursachen
Strangulation kann auf unterschiedliche Arten entstehen. Am bekanntesten ist die äußere Strangulation, etwa durch Erwürgen oder Erdrosseln. Dabei wird meist der Hals von außen zusammengedrückt. Es gibt aber auch die innere Strangulation, bei der zum Beispiel im Bauchraum ein Darmabschnitt durch Narben, Verwachsungen oder einen Leistenbruch so stark eingeschnürt wird, dass die Durchblutung unterbrochen ist. In medizinischen Berichten spricht man dann auch von einer „strangulierten Hernie“ oder einem „strangulierten Darm“.
Eine weitere Form ist die sogenannte Unfallstrangulation, etwa wenn sich ein Kind beim Spielen in einer Schlinge verfängt oder bei Arbeitsunfällen Kleidungsstücke eingeklemmt werden. In sehr seltenen Fällen kann auch durch medizinische Geräte eine Strangulation ausgelöst werden, etwa bei falsch angelegten Schläuchen oder Verbänden.
Warum ist Strangulation gefährlich?
Wird die Blutzufuhr oder die Sauerstoffversorgung durch eine Strangulation unterbrochen, können die betroffenen Zellen sehr schnell Schaden nehmen. Vor allem das Gehirn reagiert äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel. Bereits nach etwa 30 Sekunden ohne ausreichende Zufuhr kann Bewusstlosigkeit eintreten. Bleibt der Zustand länger bestehen, sterben Nervenzellen ab, was zu bleibenden Schäden führen kann. Nach wenigen Minuten besteht akute Lebensgefahr.
Bei einer inneren Strangulation, etwa im Bauchraum, wird das betroffene Organ nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Das kann dazu führen, dass Gewebe abstirbt und sich Giftstoffe im Körper ausbreiten. Besonders beim Darm ist schnelles Handeln entscheidend, da sonst schwerwiegende Entzündungen oder sogar eine Blutvergiftung entstehen können.
Wie wird eine Strangulation erkannt?
Die Symptome hängen davon ab, welches Körperteil betroffen ist. Bei einer Strangulation am Hals treten meist sehr schnell Atemnot, Husten, Heiserkeit oder sogar Bewusstlosigkeit auf. Manchmal sind auch rote oder blaue Flecken, kleine punktförmige Blutungen in den Augen oder am Gesicht zu sehen. In schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen, Herzrhythmusstörungen oder einem Herzstillstand kommen.
Bei einer inneren Strangulation, etwa im Bauch, zeigen sich oft starke, plötzlich auftretende Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und manchmal ein harter, gespannter Bauch. Die betroffene Stelle kann druckempfindlich sein. Wird ein Darmstück abgeschnürt, kann es zu einem Darmverschluss kommen. Ärztinnen und Ärzte erkennen eine Strangulation meist durch die Kombination aus typischen Beschwerden, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie.
Wie wird eine Strangulation behandelt?
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache und dem betroffenen Bereich. Bei einer akuten Strangulation am Hals ist es das Wichtigste, den Druck sofort zu lösen und die Sauerstoffzufuhr wiederherzustellen. Oft ist eine Notfallversorgung notwendig, bei der Atmung und Kreislauf stabilisiert werden. In manchen Fällen müssen Patientinnen und Patienten wiederbelebt werden. Nach einer Strangulation ist eine ärztliche Untersuchung auch dann ratsam, wenn die Beschwerden scheinbar schnell nachlassen, denn innere Verletzungen oder Spätfolgen sind möglich.
Bei einer inneren Strangulation, etwa durch einen eingeklemmten Darm, ist meist eine rasche Operation erforderlich. Das abgeschnürte Gewebe muss befreit werden, damit die Durchblutung wiederhergestellt wird. Je schneller das geschieht, desto besser sind die Heilungschancen.
Was kann man selbst tun?
Im Notfall zählt jede Sekunde. Wer Zeuge einer Strangulation wird, sollte sofort Hilfe holen und versuchen, den Druck auf das betroffene Körperteil zu lösen. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand ist eine sofortige Wiederbelebung entscheidend. Nach einer überstandenen Strangulation sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um innere Verletzungen auszuschließen.
Um Unfälle zu vermeiden, lohnt es sich, bei Kindern auf lose Schnüre, Kordeln oder andere potenziell gefährliche Gegenstände zu achten. Auch bei bestimmten Sportarten oder im Haushalt können Vorsichtsmaßnahmen helfen, das Risiko zu senken.
Strangulation im medizinischen Bericht
Steht der Begriff Strangulation in einem Befund oder Arztbrief, beschreibt das meist eine akute, gefährliche Situation, bei der ein Gewebe oder Organ in seiner Funktion stark beeinträchtigt war. Je nach Zusammenhang kann es sich um eine äußere oder innere Strangulation handeln. Im Zweifel hilft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt weiter, um die genaue Bedeutung im jeweiligen Fall zu klären.