Stimmlippen: Wichtige Funktionen für die Stimme

Stimmlippen: Wichtige Funktionen für die Stimme

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Stimmlippen sind zwei elastische Gewebefalten im Kehlkopf, die beim Sprechen und Atmen eine zentrale Rolle spielen. Oft werden sie auch als „Stimmbänder“ bezeichnet, was aber medizinisch nicht ganz korrekt ist.

Aufbau und Lage im Körper

Die Stimmlippen befinden sich im Inneren des Kehlkopfs, genau dort, wo der Luftweg vom Rachen zur Luftröhre verläuft. Sie bestehen aus einer feinen Schleimhaut, darunter liegt eine elastische Schicht und ein kleiner Muskel. Im entspannten Zustand liegen die Stimmlippen locker auseinander, sodass Luft ungehindert durchströmen kann. Beim Sprechen oder Singen werden sie durch Muskeln gespannt und aneinandergelegt.

Wie die Stimme entsteht

Wenn Luft aus der Lunge durch die geschlossenen Stimmlippen strömt, beginnen sie zu schwingen. Diese schnellen Schwingungen erzeugen den Grundton der Stimme. Je nachdem, wie stark die Stimmlippen gespannt werden, verändert sich die Tonhöhe: Locker gespannte Stimmlippen schwingen langsam und erzeugen tiefe Töne, fest gespannte schwingen schneller und machen die Stimme höher. Die genaue Klangfarbe entsteht dann durch die Resonanz im Rachen, Mund und in der Nase.

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Aufgaben der Stimmlippen

Neben der Stimmgebung haben die Stimmlippen noch weitere wichtige Funktionen. Sie verschließen beim Schlucken die Luftröhre, damit keine Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege gelangt. Auch beim Husten werden die Stimmlippen kurz geschlossen, um einen kräftigen Luftstoß zu erzeugen. Beim Atmen sind sie dagegen weit geöffnet, damit möglichst wenig Widerstand entsteht.

Häufige Begriffe und alternative Bezeichnungen

Im Alltag und sogar in manchen Arztbriefen taucht statt „Stimmlippen“ oft der Begriff „Stimmbänder“ auf. Gemeint ist aber immer dasselbe: die beiden Gewebefalten im Kehlkopf, die für die Tonerzeugung verantwortlich sind. Der medizinische Fachausdruck lautet „Plicae vocales“. In Befunden oder Berichten kann auch von „Glottis“ die Rede sein. Das ist der Bereich im Kehlkopf, in dem die Stimmlippen liegen.

Was passiert, wenn die Stimmlippen nicht richtig funktionieren?

Störungen an den Stimmlippen können verschiedene Ursachen haben. Häufig sind sie durch Überlastung gereizt, zum Beispiel bei viel oder lauter Sprache, Singen oder Schreien. Dann kann die Stimme heiser werden oder ganz versagen. Auch Entzündungen, wie bei einer Kehlkopfentzündung, führen oft zu Beschwerden. In seltenen Fällen können Knötchen, Polypen oder Lähmungen auftreten, was die Stimmbildung deutlich beeinträchtigt.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Wenn die Stimme länger als zwei bis drei Wochen heiser bleibt, ohne dass eine Erkältung oder Überlastung vorliegt, empfiehlt sich eine Abklärung beim Hals Nasen Ohren Arzt. Auch plötzlicher Stimmverlust, Schmerzen beim Sprechen oder das Gefühl eines Kloßes im Hals können auf Probleme mit den Stimmlippen hindeuten. In der Regel lässt sich mit einer Kehlkopfspiegelung schnell erkennen, ob die Stimmlippen gesund sind oder behandelt werden müssen.

Was kann man selbst tun, um die Stimmlippen zu schützen?

Regelmäßige Stimmpausen und ausreichendes Trinken helfen, die Schleimhäute feucht zu halten und Überlastung zu vermeiden. Rauchen, trockene Luft und häufiges Räuspern belasten die Stimmlippen zusätzlich. Wer viel spricht oder singt, profitiert oft von gezielten Stimmübungen oder einer Beratung durch eine Logopädin. Bei akuter Heiserkeit sollte die Stimme möglichst geschont werden.

Die Stimmlippen sind also nicht nur für die Stimme wichtig, sondern schützen auch die Atemwege und sorgen für einen sicheren Schluckvorgang. Ein bewusster Umgang mit der Stimme und die richtige Pflege der Stimmlippen tragen dazu bei, lange eine gesunde und belastbare Stimme zu behalten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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