Steinsuche erkennen: Was steckt dahinter?

Steinsuche erkennen: Was steckt dahinter?

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Steinsuche beschreibt in der Medizin das gezielte Suchen nach Harnsteinen im Körper, meist im Bereich der Nieren, Harnleiter oder Blase. Damit ist kein Ausflug in die Natur gemeint, sondern ein wichtiger Schritt bei der Abklärung von Beschwerden wie Schmerzen im Rücken, Unterbauch oder beim Wasserlassen.

Was steckt hinter dem Begriff?

Wenn von Steinsuche die Rede ist, geht es um die Frage, ob sich irgendwo im Harntrakt feste Ablagerungen gebildet haben. Diese sogenannten Harnsteine können ganz unterschiedlich groß sein – von winzigen Kristallen bis hin zu stecknadelkopfgroßen oder sogar noch größeren Gebilden. Sie entstehen, wenn sich bestimmte Salze oder Mineralien im Urin ablagern und verklumpen. Häufig betroffen sind die Nieren, aber auch Harnleiter und Blase können Steine beherbergen.

Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer Steinsuche, wenn sie gezielt nach solchen Ablagerungen suchen. Das kann nötig werden, wenn typische Beschwerden auftreten, etwa krampfartige Schmerzen in der Flanke, Blut im Urin oder Probleme beim Wasserlassen. Auch nach dem erstmaligen Nachweis eines Harnsteins wird oft eine erneute Steinsuche durchgeführt, um zu überprüfen, ob noch weitere Steine vorhanden sind oder sich neue gebildet haben.

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Wie läuft eine Steinsuche ab?

Im Zentrum steht die Bildgebung. Besonders häufig kommt der Ultraschall zum Einsatz, da er schnell und schmerzfrei Hinweise auf Steine liefern kann. Damit lassen sich vor allem größere Steine in der Niere oder Blase gut erkennen. Sind die Steine jedoch sehr klein oder sitzen sie im Harnleiter, kann eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomografie nötig werden. Die Computertomografie gilt als besonders zuverlässig, weil sie auch winzige Steine sichtbar macht, die im Ultraschall leicht übersehen werden könnten.

Neben der Bildgebung kann auch eine Untersuchung des Urins wichtige Hinweise liefern. Finden sich darin Blut, Kristalle oder Entzündungszeichen, spricht das zusätzlich für einen Stein als Ursache der Beschwerden. Manchmal werden auch spezielle Urintests durchgeführt, um die Zusammensetzung der Steine besser einschätzen zu können.

Wann ist eine Steinsuche sinnvoll?

Eine Steinsuche wird immer dann empfohlen, wenn der Verdacht auf einen Harnstein besteht. Typische Auslöser sind starke, wellenförmige Schmerzen im Rücken oder Unterbauch, die in die Leiste ausstrahlen können. Auch wenn Blut im Urin entdeckt wird, ist eine gezielte Suche nach Steinen angezeigt. Wer schon einmal einen Harnstein hatte, weiß, wie schmerzhaft ein solcher Vorfall sein kann. Deshalb wird nach einem ersten Ereignis oft regelmäßig kontrolliert, ob sich neue Steine gebildet haben.

Auch bei unklaren Beschwerden im Bereich der Harnwege, wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen kann eine Steinsuche sinnvoll sein. Ziel ist immer, mögliche Steine frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu größeren Problemen führen.

Was bedeutet das Ergebnis?

Wird bei der Steinsuche tatsächlich ein Stein gefunden, hängt das weitere Vorgehen von Größe, Lage und Beschwerden ab. Kleine Steine verlassen den Körper oft von selbst mit dem Urin, größere können jedoch den Harnfluss behindern und starke Schmerzen verursachen. In solchen Fällen wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen, welche Behandlung sinnvoll ist. Manchmal reicht es, viel zu trinken und abzuwarten, manchmal sind Medikamente oder sogar kleine Eingriffe nötig.

Bleibt die Steinsuche ohne Befund, ist das zunächst beruhigend. Es heißt, dass aktuell keine Harnsteine nachweisbar sind. Trotzdem können bei entsprechenden Beschwerden weitere Abklärungen nötig sein, um andere Ursachen auszuschließen.

Was kann selbst getan werden?

Wer zu Harnsteinen neigt oder schon einmal einen Stein hatte, kann einiges tun, um das Risiko für neue Steine zu senken. Viel trinken ist dabei der wichtigste Tipp. So wird der Urin verdünnt und die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kristalle ablagern, sinkt. Die empfohlene Trinkmenge liegt meist bei zwei bis drei Litern pro Tag, am besten Wasser oder ungesüßter Tee.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Je nach Art des Steins kann es sinnvoll sein, bestimmte Lebensmittel zu meiden oder zu bevorzugen. Wer zum Beispiel zu Kalziumoxalatsteinen neigt, sollte den Konsum von sehr oxalatreichen Lebensmitteln wie Rhabarber, Spinat oder Nüssen einschränken. Bei Harnsäuresteinen hilft es, purinhaltige Speisen wie Innereien oder bestimmte Fleischsorten zu reduzieren. Hier lohnt sich das Gespräch mit einer Fachperson, um die persönliche Situation richtig einzuschätzen.

Regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum unterstützen ebenfalls die Vorbeugung. Wer weiß, dass in der Familie häufiger Harnsteine vorkommen oder bereits Stoffwechselerkrankungen bestehen, sollte besonders aufmerksam sein und bei ersten Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat suchen.

Steinsuche im Arztbrief oder Befund

Taucht der Begriff Steinsuche in einem medizinischen Bericht auf, ist damit immer die gezielte Suche nach Harnsteinen gemeint. Das kann als Hinweis auf eine durchgeführte Untersuchung stehen oder als Empfehlung für weitere Abklärungen. Die genaue Bedeutung ergibt sich dabei immer aus dem Zusammenhang des Befunds. Wer unsicher ist, kann die behandelnde Ärztin oder den Arzt gezielt nach dem Ergebnis und den nächsten Schritten fragen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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