Steindesintegration bei Harnsteinen

Steindesintegration bei Harnsteinen

PD Dr. med. Witold Polanski

Steindesintegration bezeichnet in der Medizin das gezielte Zertrümmern oder Auflösen von Harnsteinen, meist in den Nieren oder den ableitenden Harnwegen, um deren Entfernung aus dem Körper zu erleichtern. Der Begriff taucht oft in Arztbriefen, Befunden oder Therapieempfehlungen auf, wenn über die Behandlung von Nierensteinen oder Harnleitersteinen berichtet wird.

Was passiert bei einer Steindesintegration?

Harnsteine entstehen, wenn sich bestimmte Salze oder Mineralien im Urin ablagern und mit der Zeit zu festen Gebilden zusammenlagern. Diese Steine können unterschiedlich groß sein und Beschwerden verursachen, wenn sie den Abfluss des Urins behindern oder Schmerzen auslösen. Steindesintegration beschreibt die medizinische Maßnahme, diese festen Steine so zu zerkleinern, dass sie entweder von selbst ausgeschieden werden können oder sich leichter entfernen lassen.

Für die Zertrümmerung gibt es verschiedene Verfahren. Am bekanntesten ist die sogenannte Stoßwellentherapie, auch extrakorporale Stoßwellenlithotripsie genannt. Dabei werden von außen gezielte Schallwellen auf den Stein gerichtet, die ihn in kleinere Bruchstücke aufspalten. Es gibt auch endoskopische Methoden, bei denen feine Instrumente über die Harnröhre oder durch die Haut direkt an den Stein geführt werden. Dort kann der Stein dann mit Laserenergie oder mechanischen Geräten zerlegt werden. Ziel ist immer, möglichst kleine Fragmente zu erzeugen, die der Körper auf natürlichem Weg ausscheiden kann.

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Wann wird eine Steindesintegration durchgeführt?

Nicht jeder Harnstein muss automatisch entfernt oder zertrümmert werden. Kleine Steine, die keine Beschwerden machen, werden oft einfach beobachtet. Erst wenn ein Stein Schmerzen verursacht, den Urinabfluss behindert oder zu Entzündungen führt, wird eine Therapie notwendig. Die Entscheidung für eine Steindesintegration hängt von der Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins ab. Auch die Beschwerden und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle.

Besonders bei Steinen, die zu groß sind, um auf natürlichem Weg ausgeschieden zu werden, oder wenn sie an einer ungünstigen Stelle festsitzen, kommt die Steindesintegration zum Einsatz. Ziel ist es, Komplikationen wie Nierenstau, Infektionen oder wiederkehrende Koliken zu verhindern.

Welche Methoden gibt es?

Die Stoßwellentherapie ist die am häufigsten eingesetzte Form der Steindesintegration. Sie eignet sich vor allem für Steine, die nicht zu hart sind und gut im Ultraschall oder Röntgen sichtbar sind. Die Behandlung erfolgt meist ambulant und ist relativ schonend, da keine Schnitte notwendig sind.

Laserverfahren kommen dann zum Einsatz, wenn ein Stein mit einem Endoskop direkt erreicht werden kann. Dabei wird ein dünner Lichtleiter an den Stein geführt und dieser mit kurzen, intensiven Lichtimpulsen zerlegt. Auch mechanische Verfahren, bei denen der Stein mit winzigen Körbchen oder Zangen zerkleinert wird, sind möglich.

Manchmal werden verschiedene Methoden miteinander kombiniert, um den Behandlungserfolg zu sichern. Die Wahl des Verfahrens richtet sich immer nach den individuellen Gegebenheiten.

Was bedeutet das für Betroffene?

Der Begriff Steindesintegration im Arztbrief oder Befund zeigt an, dass eine aktive Behandlung zur Zertrümmerung eines Harnsteins geplant oder bereits durchgeführt wurde. Das Ziel ist, Beschwerden zu lindern und Komplikationen vorzubeugen. Die meisten Verfahren sind heute gut verträglich und haben eine hohe Erfolgsquote.

Nach der Behandlung können kleinere Steinfragmente noch einige Tage mit dem Urin ausgeschieden werden. Dabei kann es gelegentlich zu leichten Schmerzen oder Blut im Urin kommen. In den meisten Fällen sind diese Beschwerden aber vorübergehend. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, um die Ausscheidung der Steinreste zu fördern.

Mögliche Ängste und häufige Fragen

Viele Menschen machen sich Sorgen, ob eine Steindesintegration schmerzhaft ist oder Risiken birgt. Die Stoßwellentherapie wird in der Regel unter leichter Betäubung oder Schmerzmittelgabe durchgeführt, sodass die Behandlung gut auszuhalten ist. Bei endoskopischen Verfahren kann eine kurze Narkose oder örtliche Betäubung notwendig sein. Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch hier seltene Risiken, etwa Blutungen, Infektionen oder Verletzungen der Harnwege. In den meisten Fällen verlaufen die Behandlungen jedoch ohne Komplikationen.

Eine weitere Frage betrifft die Rückfallgefahr. Nach einer erfolgreichen Steindesintegration können sich erneut Steine bilden, insbesondere wenn bestimmte Stoffwechselstörungen oder Ernährungsgewohnheiten bestehen. Daher empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und bei Bedarf weitere Untersuchungen zur Ursache der Steinbildung durchführen zu lassen.

Was kann man selbst tun?

Nach einer Steindesintegration hilft es, viel zu trinken. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag unterstützen die Ausscheidung der Steinfragmente und beugen einer neuen Steinbildung vor. Je nach Art des Steins kann auch eine spezielle Ernährung sinnvoll sein. Bei wiederholten Steinbildungen werden manchmal zusätzliche Untersuchungen zur Stoffwechselanalyse empfohlen, um gezielt vorbeugen zu können.

Wer zu Harnsteinen neigt, sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten, Übergewicht vermeiden und sich regelmäßig bewegen. Der Verzicht auf übermäßigen Konsum von tierischen Eiweißen, Salz und bestimmten Getränken wie Cola kann das Risiko senken. Im Zweifel ist eine Beratung durch einen Urologen oder eine Urologin sinnvoll.

Steindesintegration ist heute ein sicheres und bewährtes Verfahren, um Harnsteine schonend zu entfernen und Beschwerden zu lindern. Die moderne Medizin bietet dafür eine Vielzahl an Möglichkeiten, die individuell angepasst werden können.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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