Somatisch ist ein medizinischer Begriff, der sich auf den Körper beziehungsweise auf körperliche Vorgänge bezieht und dient dazu, körperliche von seelischen oder psychischen Aspekten zu unterscheiden.
Was bedeutet somatisch in der Medizin?
Der Ausdruck „somatisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „den Körper betreffend“. In medizinischen Texten, Arztbriefen oder Befunden taucht der Begriff oft auf, wenn Ärztinnen und Ärzte deutlich machen möchten, dass eine Erkrankung, ein Symptom oder eine Untersuchung ihren Ursprung im Körper hat und nicht seelisch oder psychisch bedingt ist. So wird zum Beispiel von einer „somatischen Erkrankung“ gesprochen, wenn körperliche Ursachen im Vordergrund stehen. Im Gegensatz dazu steht der Begriff „psychisch“ oder „psychosomatisch“, der auf seelische Einflüsse oder das Zusammenspiel von Körper und Seele hinweist.
Wo begegnet einem der Begriff somatisch?
Im medizinischen Alltag findet sich das Wort somatisch in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Häufig ist in Arztbriefen von einer „somatischen Untersuchung“ die Rede. Damit ist eine körperliche Untersuchung gemeint, bei der zum Beispiel Herz, Lunge, Bauch oder Haut abgetastet, abgehört oder angeschaut werden. Auch Laborwerte, bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen zählen zu den somatischen Diagnostikmethoden, weil sie direkt den Körper betreffen.
Nicht selten taucht der Begriff im Zusammenhang mit Abgrenzungen auf: „Keine Hinweise auf eine somatische Ursache“ bedeutet, dass keine körperlichen Gründe für bestimmte Beschwerden gefunden wurden. In solchen Fällen wird manchmal weiter nach psychischen Auslösern gesucht oder es wird geprüft, ob eine sogenannte psychosomatische Störung vorliegt.
Somatische Erkrankungen und ihre Bedeutung
Wenn von somatischen Erkrankungen gesprochen wird, sind damit körperliche Krankheiten gemeint, zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Infektionen oder Herzkrankheiten. Der Begriff dient vor allem dazu, diese klar von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen abzugrenzen. Allerdings gibt es viele Beschwerden, bei denen sich körperliche und seelische Einflüsse überschneiden. Das ist besonders bei chronischen Schmerzen oder Erschöpfungszuständen der Fall. Hier wird dann manchmal auch von „psychosomatischen“ Erkrankungen gesprochen, um das Zusammenspiel zu betonen.
Wann ist die Unterscheidung wichtig?
Die Unterscheidung zwischen somatisch und psychisch ist vor allem für die Diagnostik und die Auswahl der Behandlung entscheidend. Bei unklaren Symptomen wird zunächst oft nach einer somatischen, also körperlichen Ursache gesucht. Erst wenn hier kein Befund erhoben werden kann, rückt die psychische Seite stärker in den Fokus. Das hilft, die richtige Therapie zu finden und unnötige Untersuchungen zu vermeiden. Es gibt aber auch viele Erkrankungen, bei denen beide Seiten eine Rolle spielen und die Behandlung entsprechend angepasst werden sollte.
Was bedeutet somatisch für Betroffene?
Wenn im Befund steht, dass etwas „somatisch“ ist, heißt das in erster Linie: Die Beschwerden haben eine körperliche Ursache. Das kann beruhigend sein, weil es meist eine klare Diagnose und gezielte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass psychische Ursachen zunächst ausgeschlossen wurden. Bei manchen Beschwerden, zum Beispiel bei Schmerzen ohne erkennbare körperliche Ursache, kann das verunsichern. Dann ist es wichtig zu wissen, dass auch seelische Belastungen körperliche Symptome auslösen können und dass das keinesfalls „eingebildet“ ist.
Somatische Diagnostik: Wie wird vorgegangen?
Um eine somatische Ursache zu finden, beginnt die Ärztin oder der Arzt meist mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Dazu gehören das Abtasten des Bauches, das Abhören von Herz und Lunge oder die Kontrolle von Reflexen. Je nach Beschwerden werden Blutwerte bestimmt, Ultraschalluntersuchungen oder andere bildgebende Verfahren eingesetzt. Ziel ist es, körperliche Veränderungen oder Erkrankungen zu erkennen, die die Beschwerden erklären können. Erst wenn diese ausgeschlossen sind, wird in Richtung psychischer oder psychosomatischer Ursachen weitergeforscht.
Wie hängen Körper und Seele zusammen?
Auch wenn in der Medizin häufig zwischen somatisch und psychisch unterschieden wird, ist klar: Körper und Seele beeinflussen sich gegenseitig. Chronischer Stress, Sorgen oder Ängste können sich auf den Körper auswirken und zum Beispiel zu Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen führen. Umgekehrt kann eine körperliche Erkrankung die Stimmung und das seelische Wohlbefinden stark belasten. Deshalb ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden immer beide Seiten im Blick zu behalten und gegebenenfalls auch psychotherapeutische Unterstützung in Erwägung zu ziehen.
Kurzer Überblick: Somatisch, psychosomatisch, psychisch
Zusammengefasst steht „somatisch“ immer für den körperlichen Bereich. „Psychosomatisch“ beschreibt das Zusammenspiel von Körper und Seele. „Psychisch“ betrifft ausschließlich die seelische Ebene. In vielen Fällen lässt sich eine klare Trennung gar nicht so einfach ziehen, weil der Mensch immer als Ganzes betrachtet werden sollte. Wer einen Befund oder Arztbrief mit dem Begriff somatisch erhält, kann davon ausgehen, dass der Fokus auf dem Körper liegt – ohne dabei die seelische Gesundheit aus dem Blick zu verlieren.