Sekundärprophylaxe – Wie Rückfälle verhindert werden

Sekundärprophylaxe – Wie Rückfälle verhindert werden

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Sekundärprophylaxe bedeutet, dass nach einer bereits aufgetretenen Erkrankung Maßnahmen ergriffen werden, um einen Rückfall oder eine Verschlimmerung zu verhindern. Der Begriff setzt sich aus „sekundär“ für „nachfolgend“ und „Prophylaxe“ für „Vorbeugung“ zusammen.

Was steckt hinter dem Begriff?

Im medizinischen Alltag taucht Sekundärprophylaxe häufig in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder bestimmten Infektionen auf. Gemeint ist immer: Es wurde schon einmal eine Krankheit festgestellt, zum Beispiel ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder eine Thrombose. Nun soll alles getan werden, damit sich das nicht wiederholt oder weitere Komplikationen entstehen.

Im Unterschied dazu steht die sogenannte Primärprophylaxe. Diese kommt zum Einsatz, bevor überhaupt eine Erkrankung aufgetreten ist, um deren Entstehung zu verhindern. Mehr dazu findest du im Artikel zur Prophylaxe.

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Für wen ist Sekundärprophylaxe wichtig?

Sobald eine Erkrankung wie ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder eine Thrombose diagnostiziert wurde, spielt die Sekundärprophylaxe eine zentrale Rolle. Auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, bestimmten Infektionen oder Krebserkrankungen wird sie eingesetzt. Das Ziel ist immer, erneute Ereignisse zu vermeiden und den Allgemeinzustand zu stabilisieren. Besonders nach einem ersten schweren Ereignis ist das Risiko für eine Wiederholung deutlich erhöht. Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen in dieser Phase so entscheidend.

Welche Maßnahmen gehören dazu?

Die genaue Ausgestaltung hängt stark von der vorangegangenen Erkrankung ab. Nach einem Herzinfarkt umfasst Sekundärprophylaxe zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten wie Blutverdünnern oder Cholesterinsenkern, das Überwachen des Blutdrucks oder die Anpassung des Lebensstils. Nach einem Schlaganfall stehen ähnliche Maßnahmen im Vordergrund: regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchstopp und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Blutzucker und Blutfetten.

Auch Impfungen können im Rahmen der Sekundärprophylaxe eine Rolle spielen, zum Beispiel bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem nach bestimmten Infektionen.

Warum ist das Risiko erhöht?

Wer bereits eine schwere Erkrankung wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlebt hat, trägt ein deutlich höheres Risiko für einen erneuten Vorfall. Das liegt daran, dass die zugrunde liegenden Ursachen wie Gefäßverkalkungen, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen meist bestehen bleiben. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen kann sich die Erkrankung weiter verschlechtern oder erneut auftreten.

Was bedeutet das für den Alltag?

Sekundärprophylaxe ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein langfristiges Konzept. Oft bedeutet das, regelmäßig Medikamente einzunehmen und ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Ebenso wichtig sind Veränderungen im Lebensstil. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Rauchverzicht und das Vermeiden von übermäßigem Alkoholkonsum helfen, das Risiko zu senken.

Manchmal kann es schwerfallen, alte Gewohnheiten zu ändern. Unterstützung durch Fachleute, Selbsthilfegruppen oder das soziale Umfeld kann in dieser Phase sehr hilfreich sein. Auch kleine Schritte im Alltag – etwa Spazierengehen, bewusstes Kochen oder Stressabbau – tragen dazu bei, die eigene Gesundheit zu stabilisieren.

Wie wird der Erfolg kontrolliert?

Ob die Maßnahmen wirken, lässt sich durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen feststellen. Dazu gehören Blutdruckmessungen, Blutuntersuchungen oder auch bildgebende Verfahren, je nach Erkrankung. Ziel ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor es erneut zu Komplikationen kommt.

Häufige Fragen zur Sekundärprophylaxe

Viele fragen sich, ob die Maßnahmen wirklich nötig sind, wenn man sich wieder gesund fühlt. Die Antwort ist eindeutig: Auch wenn keine Beschwerden bestehen, bleibt das Risiko für einen Rückfall erhöht. Die vorbeugenden Maßnahmen sind genau dafür gedacht, erneute Ereignisse zu verhindern. Ein weiterer Punkt: Die Umstellung des Lebensstils oder das Einnehmen von Medikamenten kann anfangs ungewohnt wirken. Es lohnt sich, bei Unsicherheiten das Gespräch mit Ärztinnen oder Ärzten zu suchen. Sie können erklären, warum bestimmte Schritte sinnvoll sind und wie sie individuell angepasst werden können.

Was kann man selbst tun?

Neben den ärztlich empfohlenen Maßnahmen gibt es viele Möglichkeiten, aktiv zu bleiben. Ausreichend Bewegung, am besten täglich, unterstützt Herz und Kreislauf. Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig tierischen Fetten hilft, den Stoffwechsel zu entlasten. Wer raucht, sollte einen Rauchstopp ernsthaft in Betracht ziehen – schon wenige Wochen nach dem Aufhören sinkt das Risiko für Folgeerkrankungen. Stressabbau, ausreichend Schlaf und regelmäßige Arztbesuche runden das Konzept ab.

Sekundärprophylaxe im Überblick

Zusammengefasst steht Sekundärprophylaxe für alle Maßnahmen, die nach einer bereits aufgetretenen Erkrankung verhindern sollen, dass es zu einem Rückfall oder einer Verschlimmerung kommt. Sie ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Nachsorge und hilft, die Lebensqualität und Gesundheit langfristig zu sichern. Wer betroffen ist, kann durch einen bewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit und die Unterstützung durch Fachleute viel dazu beitragen, erneuten Komplikationen vorzubeugen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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