Schrumpfniere – Wenn die Niere schrumpft

Schrumpfniere – Wenn die Niere schrumpft

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Schrumpfniere ist eine Niere, die durch verschiedene Erkrankungen dauerhaft kleiner und vernarbt geworden ist und dadurch ihre normale Funktion nicht mehr vollständig erfüllen kann.

Was passiert bei einer Schrumpfniere?

Normalerweise sind die Nieren etwa faustgroß und sorgen dafür, dass das Blut gefiltert und Abfallstoffe sowie überschüssiges Wasser ausgeschieden werden. Bei einer Schrumpfniere ist das Organ deutlich kleiner als üblich. Das liegt daran, dass gesundes Nierengewebe nach und nach durch Narbengewebe ersetzt wird. Die Oberfläche wirkt oft unregelmäßig und vernarbt. Die Funktion der Niere lässt dadurch nach, manchmal bleibt nur noch ein kleiner Teil des ursprünglichen Gewebes aktiv.

Eine Schrumpfniere entsteht nicht von heute auf morgen. Meist entwickelt sich diese Veränderung über viele Jahre hinweg, häufig als Folge von chronischen Nierenerkrankungen. Auch Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder andere langanhaltende Schädigungen können dazu führen, dass das Nierengewebe langsam zugrunde geht.

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Ursachen: Wie kommt es zu einer Schrumpfniere?

Es gibt mehrere Ursachen, die eine Schrumpfniere hervorrufen können. Am häufigsten steht eine langjährige Schädigung der Niere im Vordergrund. Dazu zählen zum Beispiel chronische Nierenentzündungen, die medizinisch als chronische Glomerulonephritis bezeichnet werden. Auch ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die feinen Gefäße in der Niere schädigen und so zur Vernarbung führen.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist ebenfalls ein häufiger Grund, weil der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel die kleinen Blutgefäße in den Nieren belastet. Wiederholte Harnwegsinfekte, angeborene Fehlbildungen oder eine langanhaltende Harnabflussstörung können ebenfalls eine Rolle spielen. In seltenen Fällen kann die Schrumpfniere auch nach einer schweren Nierenbeckenentzündung oder als Folge von Medikamentenmissbrauch entstehen.

Symptome und mögliche Folgen

Eine Schrumpfniere macht oft lange Zeit keine Beschwerden. Erst wenn die Nierenfunktion deutlich eingeschränkt ist, treten Symptome auf. Dazu gehören Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, blasse Haut, Wassereinlagerungen in den Beinen oder im Gesicht und ein erhöhter Blutdruck. Manche Menschen bemerken auch einen veränderten Urin, etwa schaumig oder verfärbt.

Wenn beide Nieren betroffen sind oder die zweite Niere nicht mehr ausreichend arbeitet, kann es zu einer chronischen Nierenschwäche kommen. In schweren Fällen droht ein vollständiges Versagen der Nierenfunktion, was dann eine Dialyse oder sogar eine Nierentransplantation notwendig machen kann.

Diagnose: Wie wird eine Schrumpfniere festgestellt?

Die Diagnose beginnt meist mit einer Ultraschalluntersuchung. Dabei lässt sich erkennen, ob eine oder beide Nieren verkleinert und vernarbt sind. Auch die Oberflächenstruktur gibt Hinweise auf die Ursache. Blutuntersuchungen zeigen, ob die Nieren noch ausreichend arbeiten. Bestimmte Werte wie Kreatinin und Harnstoff geben Auskunft über die Filterleistung. Zusätzlich kann eine Urinuntersuchung Veränderungen wie Blut, Eiweiß oder andere Auffälligkeiten zeigen.

In manchen Fällen sind weitere Untersuchungen nötig, etwa spezielle Bildgebungen oder eine Nierenbiopsie, bei der ein kleines Stück Gewebe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird. Ziel ist es immer, die Ursache für die Schrumpfniere zu finden und die verbleibende Nierenfunktion möglichst genau einzuschätzen.

Ist eine Schrumpfniere gefährlich?

Eine einzelne Schrumpfniere muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen, solange die zweite Niere gesund ist und die Arbeit übernehmen kann. Viele Menschen leben jahrelang ohne Beschwerden, wenn die verbleibende Niere ausreichend funktioniert. Kritisch wird es, wenn beide Nieren betroffen sind oder die Restfunktion nicht mehr ausreicht. Dann drohen Stoffwechselprobleme, ein Anstieg von Giftstoffen im Körper und schwerwiegende Folgen für Herz, Kreislauf und andere Organe.

Häufig tauchen Fragen auf wie: Muss eine Schrumpfniere entfernt werden? Ist das lebensbedrohlich? In der Regel wird die betroffene Niere nur dann operativ entfernt, wenn sie Schmerzen, wiederkehrende Infektionen oder andere Komplikationen verursacht. Ansonsten steht die Erhaltung der restlichen Nierenfunktion im Vordergrund.

Was kann man selbst tun?

Wer eine Schrumpfniere hat, sollte besonders auf einen gesunden Lebensstil achten. Das bedeutet, ausreichend zu trinken, auf blutdrucksenkende Maßnahmen zu achten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Salz und Eiweiß in der Ernährung sollten in Absprache mit dem Arzt angepasst werden. Auch der Verzicht auf Rauchen und die Kontrolle des Blutzuckers sind wichtig, um die verbleibende Nierenfunktion zu schützen.

Medikamente, die die Nieren zusätzlich belasten könnten, sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Bei Anzeichen wie Wassereinlagerungen, ungewöhnlicher Müdigkeit oder Veränderungen des Urins ist es ratsam, zeitnah ärztlichen Rat einzuholen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Nierenschädigung. Ziel ist es immer, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten. Medikamente zur Blutdrucksenkung, die Behandlung eines Diabetes und die Vermeidung weiterer Schädigungen stehen dabei im Mittelpunkt. Wenn die Nierenfunktion stark eingeschränkt ist, kann eine Dialyse notwendig werden. In manchen Fällen ist auch eine Nierentransplantation eine Option.

Wichtig bleibt, die Grunderkrankung konsequent zu behandeln und die Nierenwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Je früher eine beginnende Nierenschädigung erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Fortschreiten zu bremsen.

Leben mit einer Schrumpfniere

Das Wissen um eine Schrumpfniere kann verunsichern. Viele Menschen haben Angst vor einem vollständigen Nierenversagen oder vor der Vorstellung, irgendwann auf eine Dialyse angewiesen zu sein. Entscheidend ist, die Erkrankung ernst zu nehmen, aber nicht in Panik zu verfallen. Mit einer guten medizinischen Betreuung und einem gesunden Lebensstil lässt sich die verbleibende Nierenfunktion oft über viele Jahre erhalten. Regelmäßige Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt geben Sicherheit und helfen, rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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