Schleimbeutel – Polster für schmerzfreie Bewegung

Schleimbeutel – Polster für schmerzfreie Bewegung

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Ein Schleimbeutel ist ein kleiner, mit Flüssigkeit gefüllter Gewebesack, der wie ein natürliches Polster zwischen Knochen, Muskeln, Sehnen oder Haut liegt und dort Reibung sowie Druck abfedert.

Die Aufgabe im Körper

Überall dort, wo Knochen auf Weichgewebe treffen oder sich Körperteile gegeneinander bewegen, kommen diese winzigen Kissen ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass Bewegungen geschmeidig ablaufen und verhindern, dass sich Gewebe aneinander aufreibt. Besonders viele Schleimbeutel finden sich in Gelenken wie Schulter, Ellenbogen, Hüfte oder Knie. Aber auch an anderen Stellen, etwa an der Ferse oder im Bereich der Hüftknochen, übernehmen sie diese Schutzfunktion.

Die Flüssigkeit, die sich im Inneren eines Schleimbeutels befindet, ähnelt der Gelenkflüssigkeit. Sie macht die Oberfläche gleitfähig und sorgt dafür, dass Bewegungen möglichst reibungsarm ablaufen. Ohne diesen Schutz könnte es bei jeder Bewegung zu schmerzhaften Entzündungen oder sogar zu Verletzungen kommen.

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Wo Schleimbeutel besonders wichtig sind

Vor allem an stark beanspruchten Stellen des Körpers sind sie kaum wegzudenken. Im Knie etwa hilft der Schleimbeutel dabei, dass die Kniescheibe nicht direkt auf der Haut oder den Sehnen reibt. In der Schulter sorgen mehrere Schleimbeutel dafür, dass die Muskeln und Sehnen, die das Gelenk bewegen, nicht ständig an Knochen entlanggleiten. Auch an der Hüfte oder am Ellenbogen übernehmen sie diese Pufferfunktion.

Manchmal bilden sich Schleimbeutel sogar an Stellen, an denen ursprünglich keine vorhanden waren. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Bereich immer wieder Druck oder Reibung ausgesetzt ist – etwa bei bestimmten Sportarten oder handwerklichen Tätigkeiten. Der Körper legt dann einen zusätzlichen Schutz an, um das Gewebe zu schonen.

Wenn der Schleimbeutel Probleme macht

Normalerweise bemerkt man nichts von diesen kleinen Polstern. Erst wenn sie sich entzünden oder durch übermäßige Belastung anschwellen, machen sie sich bemerkbar. Die sogenannte Schleimbeutelentzündung, medizinisch Bursitis genannt, ist dann oft mit Schmerzen, Schwellung und manchmal auch Rötung verbunden. Besonders häufig betroffen sind Knie, Ellenbogen und Schulter.

Die Ursachen sind vielfältig: Wiederholte Bewegungen, dauerhafter Druck (wie langes Knien auf hartem Untergrund) oder Verletzungen können den Schleimbeutel reizen. Auch bestimmte Erkrankungen wie Gicht oder Infektionen führen manchmal zu einer Entzündung.

Wer häufiger unter Schmerzen in einem Gelenk leidet und eine Schwellung bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen. In den meisten Fällen reicht eine körperliche Untersuchung, manchmal kommen zusätzlich Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren zum Einsatz, um die Ursache zu finden.

Schleimbeutel im medizinischen Sprachgebrauch

In Arztbriefen, Befunden oder Operationsberichten taucht der Begriff immer wieder auf. Dann ist meist die anatomische Struktur gemeint, manchmal aber auch eine Erkrankung wie die Bursitis. Steht im Befund nur das Wort Schleimbeutel, ist damit in der Regel das normale, gesunde Gewebe gemeint. Erst wenn von einer Entzündung oder anderen Veränderungen die Rede ist, besteht Handlungsbedarf.

Praktische Tipps für den Alltag

Wer weiß, dass bestimmte Bewegungen oder Tätigkeiten immer wieder zu Beschwerden führen, kann vorbeugen. Polsternde Unterlagen bei knienden Arbeiten, gezielte Dehnübungen und regelmäßige Pausen helfen, die Schleimbeutel zu entlasten. Auch eine gute Körperhaltung und das Vermeiden von einseitigen Belastungen schützen die empfindlichen Strukturen.

Im Alltag sind Schleimbeutel unauffällige, aber unverzichtbare Helfer. Sie sorgen dafür, dass Bewegungen leicht und schmerzfrei möglich bleiben und zeigen erst dann, wie wichtig sie sind, wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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