Salpingitis – Wenn Eileiter sich entzünden

Salpingitis – Wenn Eileiter sich entzünden

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Salpingitis ist eine Entzündung des Eileiters, also eines der beiden schmalen Röhren, die bei Frauen die Eierstöcke mit der Gebärmutter verbinden. Diese Erkrankung gehört zu den sogenannten entzündlichen Erkrankungen der weiblichen Beckenorgane und kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten.

Was passiert bei einer Entzündung des Eileiters?

Im gesunden Zustand sind die Eileiter, auch Tuben genannt, wichtige Bestandteile der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Sie transportieren die Eizelle nach dem Eisprung vom Eierstock in Richtung Gebärmutter. Bei einer Salpingitis gelangen meist Bakterien aus der Scheide oder Gebärmutter in die Eileiter und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Häufigste Auslöser sind sexuell übertragbare Bakterien wie Chlamydien oder Gonokokken, aber auch andere Keime können beteiligt sein.

Die Entzündung betrifft nicht nur die Schleimhaut, sondern kann auch auf das umliegende Gewebe übergreifen. In manchen Fällen sind gleichzeitig die Eierstöcke betroffen, dann spricht man von einer Adnexitis. Mehr Informationen dazu findest du im Artikel zu Adnexe.

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Typische Beschwerden bei Salpingitis

Eine Entzündung der Eileiter kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manchmal treten nur leichte Beschwerden auf, in anderen Fällen entwickelt sich ein ausgeprägtes Krankheitsbild. Häufig berichten Betroffene über Unterbauchschmerzen, die meist beidseitig oder einseitig auftreten. Die Schmerzen können ziehend, stechend oder krampfartig sein und strahlen manchmal bis in den Rücken oder die Beine aus.

Weitere Anzeichen sind Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl und manchmal auch Übelkeit oder Erbrechen. Viele Frauen bemerken einen veränderten, oft unangenehm riechenden Ausfluss aus der Scheide. Auch Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr sind möglich. In schwereren Fällen kann es zu einem aufgeblähten Bauch, Kreislaufproblemen oder sogar Schüttelfrost kommen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Verdacht auf eine Entzündung der Eileiter erfolgt zunächst eine gründliche Befragung zu den Beschwerden und eine gynäkologische Untersuchung. Die Ärztin oder der Arzt tastet den Unterbauch ab und prüft, ob Druckschmerzen bestehen. Zusätzlich wird oft ein Abstrich aus der Scheide oder dem Gebärmutterhals genommen, um die Erreger zu bestimmen.

Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf eine Entzündung im Körper geben, zum Beispiel durch erhöhte Entzündungswerte. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung lassen sich Veränderungen an den Eileitern oder den benachbarten Organen erkennen. In seltenen Fällen ist eine Bauchspiegelung nötig, um die Diagnose abzusichern oder Komplikationen auszuschließen.

Was bedeutet die Diagnose für dich?

Viele fragen sich nach dem Lesen eines Befundes: Ist eine Salpingitis gefährlich? Grundsätzlich handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt zu Komplikationen führen kann. Besonders gefürchtet sind Verwachsungen oder Verklebungen der Eileiter, die im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen können. Auch das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft steigt nach einer durchgemachten Entzündung.

Wird die Erkrankung jedoch früh erkannt und behandelt, heilt sie in den meisten Fällen folgenlos aus. Wichtig ist, die Therapie konsequent durchzuführen und sich bei anhaltenden Beschwerden erneut vorzustellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Salpingitis

Die wichtigste Maßnahme ist eine gezielte Behandlung mit Antibiotika, um die bakteriellen Erreger zu bekämpfen. Die Auswahl des Medikaments richtet sich nach dem vermuteten oder nachgewiesenen Erreger. In manchen Fällen werden mehrere Antibiotika kombiniert, um ein möglichst breites Wirkspektrum abzudecken.

Begleitend helfen Schmerzmittel und körperliche Schonung, die Beschwerden zu lindern. Bei schweren Verläufen oder Komplikationen kann eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus notwendig sein. Dort erfolgt die Behandlung unter ärztlicher Überwachung, manchmal auch mit Infusionen. Sehr selten ist ein operativer Eingriff nötig, zum Beispiel wenn sich Eiteransammlungen (Abszesse) gebildet haben.

Wichtig: Da die Erreger oft durch Sexualkontakte übertragen werden, sollte auch der Partner oder die Partnerin mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Was du selbst tun kannst

Nach einer Salpingitis ist es ratsam, für einige Zeit auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist. Regelmäßige Kontrollen beim Frauenarzt helfen, den Heilungsverlauf zu überwachen. Eine gute Intimhygiene, der Verzicht auf Scheidenspülungen und die Verwendung von Kondomen können das Risiko für erneute Infektionen senken.

Wer häufiger unter Unterleibsentzündungen leidet, sollte sich auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen und gegebenenfalls mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt über weitere Schutzmaßnahmen sprechen.

Häufige Sorgen und Fragen rund um die Entzündung der Eileiter

Viele Betroffene haben Angst vor bleibenden Folgen wie Unfruchtbarkeit oder chronischen Schmerzen. Diese Sorgen sind verständlich, denn die Eileiter spielen eine zentrale Rolle bei der Fruchtbarkeit. Die gute Nachricht: Bei rechtzeitiger und konsequenter Behandlung ist das Risiko für bleibende Schäden gering. Bleiben die Beschwerden trotz Therapie bestehen oder treten sie immer wieder auf, sollte eine erneute Abklärung erfolgen.

Manche fragen sich, ob die Erkrankung ansteckend ist. Die Entzündung selbst ist nicht direkt übertragbar, wohl aber die auslösenden Bakterien. Deshalb ist es wichtig, auch den Sexualpartner zu informieren und gegebenenfalls mitzubehandeln.

Wann zum Arzt?

Bei anhaltenden oder starken Unterbauchschmerzen, Fieber und ungewöhnlichem Ausfluss sollte immer zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch wenn bereits eine Behandlung läuft und sich die Beschwerden verschlimmern, ist eine erneute Vorstellung sinnvoll. Je früher die Entzündung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Weitere Informationen zu den beteiligten Organen findest du im Artikel zu Adnexe.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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