Eine Quetschung ist eine Verletzung, bei der Gewebe durch Druck von außen zusammengepresst wird, ohne dass die Haut dabei aufreißt. Solch eine Schädigung kann überall am Körper auftreten und entsteht meist durch einen Sturz, einen Stoß oder das Einklemmen eines Körperteils.
Wie entsteht eine Quetschung?
Im Alltag passiert es schnell: Ein schwerer Gegenstand fällt auf den Fuß, die Hand gerät zwischen Tür und Rahmen oder man stößt sich kräftig am Oberschenkel. Bei einer Quetschung wirken starke Kräfte auf das darunterliegende Gewebe ein. Dabei werden Blutgefäße, Muskeln und manchmal auch Nerven oder Knochen zusammengedrückt. Die Haut bleibt dabei meist unverletzt, doch im Inneren kann es zu Blutungen und Schwellungen kommen.
Typisch für eine Quetschung sind Schmerzen, die direkt nach dem Ereignis einsetzen. Häufig schwillt die betroffene Stelle an, wird druckempfindlich und verfärbt sich im Verlauf bläulich oder rötlich. Diese Verfärbung entsteht, wenn Blut aus geplatzten Gefäßen ins umliegende Gewebe austritt. Im Unterschied zu einer offenen Wunde bleibt die äußere Haut jedoch intakt.
Was passiert im Körper bei einer Quetschung?
Durch den Druck werden nicht nur kleine Blutgefäße zerstört, sondern auch Muskelfasern, Bindegewebe oder Fettzellen können Schaden nehmen. Das ausgetretene Blut sammelt sich im Gewebe und führt zu einem sogenannten Bluterguss, auch Hämatom genannt. Die Schwellung entsteht, weil der Körper auf die Verletzung mit einer Entzündungsreaktion reagiert und vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe einlagert.
Manchmal bildet sich zusätzlich eine sogenannte Prellmarke, eine sichtbare Verfärbung oder Schwellung an der betroffenen Stelle. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Quetschung besonders heftig war. In schweren Fällen kann es auch zu tieferen Verletzungen kommen, etwa an Muskeln, Sehnen oder sogar am Knochen.
Ist eine Quetschung gefährlich?
Die meisten Quetschungen sind zwar schmerzhaft, aber in der Regel harmlos und heilen innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen besondere Vorsicht geboten ist. Wenn starke Schmerzen auftreten, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder die Schwellung sehr ausgeprägt ist, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Besonders aufmerksam sein sollte man, wenn die Quetschung im Bereich von Gelenken, an den Fingern oder Zehen, im Gesicht oder im Bauchraum auftritt. Hier können auch andere Verletzungen wie Knochenbrüche, Bänderrisse oder innere Blutungen vorliegen, die ärztlich abgeklärt werden müssen. Auch bei Taubheitsgefühlen, anhaltender Blässe, Kältegefühl oder Lähmungserscheinungen ist eine rasche Untersuchung wichtig.
Wie wird eine Quetschung festgestellt?
Die Diagnose erfolgt meist durch eine genaue Befragung und Untersuchung der betroffenen Stelle. Ärztinnen und Ärzte achten auf Schwellung, Verfärbung, Druckschmerz und Beweglichkeit. In manchen Fällen kann eine Röntgenaufnahme nötig sein, um einen Bruch auszuschließen. Bei sehr starken Quetschungen oder wenn der Verdacht auf Schäden an Muskeln oder Sehnen besteht, kommen manchmal auch Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz.
Was hilft bei einer Quetschung?
Direkt nach dem Unfall ist es sinnvoll, die betroffene Stelle zu kühlen. Ein kalter Umschlag oder ein Kühlpack (in ein Tuch gewickelt) kann helfen, die Schwellung zu begrenzen und Schmerzen zu lindern. Hochlagern des verletzten Körperteils unterstützt den Abfluss der Flüssigkeit und wirkt ebenfalls abschwellend. In den ersten Stunden nach der Verletzung sollte auf Wärme, Massagen oder starke Belastung verzichtet werden. Schmerzmittel wie Paracetamol können bei Bedarf eingenommen werden, allerdings sollte auf blutverdünnende Mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) möglichst verzichtet werden, da sie die Blutung verstärken können.
Leichte Quetschungen heilen meist nach einigen Tagen ab. Die Verfärbung des Blutergusses wechselt dabei von Blau über Grün zu Gelb, bevor sie ganz verschwindet. Bei stärkeren Verletzungen kann es länger dauern, bis die Beschwerden nachlassen. Wenn die Schmerzen zunehmen, die Schwellung nicht zurückgeht oder sich Eiter, Fieber oder andere ungewöhnliche Symptome entwickeln, sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen.
Was kannst du selbst tun, um die Heilung zu unterstützen?
Ruhe und Schonung sind in den ersten Tagen besonders wichtig. Die betroffene Stelle sollte nicht überlastet werden. Nach der akuten Phase kann leichte Bewegung helfen, die Durchblutung anzuregen und den Heilungsprozess zu fördern. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit bietet sich ein Besuch in einer ärztlichen Praxis an.
Viele Menschen greifen auch zu Salben oder Cremes, die abschwellend oder schmerzlindernd wirken. Diese können unterstützend eingesetzt werden, ersetzen aber nicht die grundlegenden Maßnahmen wie Kühlen und Hochlagern.
Wann ist besondere Vorsicht geboten?
Bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit Blutgerinnungsstörungen sollte eine Quetschung immer besonders aufmerksam beobachtet werden. Auch bei Verletzungen am Kopf, im Bauch oder im Brustkorb ist eine ärztliche Abklärung ratsam, da innere Organe betroffen sein könnten.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr ärztlichen Rat einholen, vor allem wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder sich verschlimmern.
Wie kann man Quetschungen vermeiden?
Im Alltag lassen sich nicht alle Unfälle verhindern. Wer jedoch auf sich und seine Umgebung achtet, kann das Risiko für Quetschungen verringern. Feste Schuhe, rutschfeste Unterlagen und ein aufgeräumtes Umfeld helfen, Stürze und Stolperfallen zu vermeiden. Beim Sport oder bei handwerklichen Tätigkeiten empfiehlt sich das Tragen von Schutzausrüstung wie Handschuhen oder Knieschonern.
Eine Quetschung ist also meist eine harmlose, wenn auch unangenehme Verletzung, die mit den richtigen Maßnahmen schnell abheilt. Bei Unsicherheit oder starken Beschwerden lohnt sich jedoch immer eine ärztliche Abklärung.