Der Quantiferon Test ist ein spezieller Bluttest, der dazu dient, eine Infektion mit Tuberkulosebakterien im Körper nachzuweisen, auch wenn noch keine Symptome bestehen.
Was passiert beim Quantiferon Test?
Bei diesem Test wird eine kleine Menge Blut entnommen und im Labor untersucht. Ziel ist es herauszufinden, ob das Immunsystem bereits Kontakt mit den Erregern der Tuberkulose hatte. Tuberkulose, oft abgekürzt als TB, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge betrifft, aber auch andere Organe befallen kann. Nicht immer führt eine Ansteckung mit dem Bakterium sofort zu Beschwerden. Viele Menschen tragen die Erreger in sich, ohne je krank zu werden. Der Quantiferon Test hilft, genau das festzustellen: Gibt es eine stille, sogenannte latente Infektion oder nicht?
Im Labor werden dem entnommenen Blut bestimmte Bestandteile der Tuberkulosebakterien zugefügt. Wenn das Immunsystem bereits darauf „vorbereitet“ ist, reagiert es mit der Ausschüttung eines bestimmten Botenstoffs, Interferon gamma genannt. Die Menge dieses Botenstoffs wird gemessen und daraus abgeleitet, ob eine Infektion vorliegt.
Wann wird der Test eingesetzt?
Der Quantiferon Test kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Verdacht auf Tuberkulose besteht oder wenn geprüft werden soll, ob jemand sich mit dem Erreger angesteckt hat, ohne dass bisher Beschwerden aufgetreten sind. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn enge Kontaktpersonen eines Menschen mit aktiver Tuberkulose untersucht werden oder wenn medizinisches Personal regelmäßig mit Risikopatienten arbeitet.
Auch vor bestimmten medizinischen Behandlungen, etwa einer geplanten Therapie mit Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, wird der Test empfohlen. Denn eine unerkannte Tuberkuloseinfektion könnte unter diesen Bedingungen plötzlich ausbrechen und schwer verlaufen.
Was bedeutet ein positives Ergebnis?
Ein positives Testergebnis bedeutet, dass das Immunsystem bereits Kontakt mit Tuberkulosebakterien hatte. Das kann auf eine akute oder eine bereits länger bestehende, aber ruhende Infektion hindeuten. In den meisten Fällen liegt eine sogenannte latente Tuberkulose vor. Das heißt, die Bakterien sind im Körper vorhanden, aber verursachen keine Beschwerden und werden nicht an andere weitergegeben.
Ein positives Ergebnis allein bedeutet nicht automatisch, dass eine Behandlung notwendig ist. Es folgt immer eine genaue ärztliche Abklärung, oft mit weiteren Untersuchungen wie einem Röntgenbild der Lunge oder einer körperlichen Untersuchung. Erst wenn sich Hinweise auf eine aktive Tuberkulose zeigen, wird eine gezielte Therapie eingeleitet.
Was tun bei einem negativen Ergebnis?
Fällt der Quantiferon Test negativ aus, spricht das gegen eine Infektion mit Tuberkulosebakterien. Das bedeutet, dass bisher kein Kontakt mit dem Erreger stattgefunden hat oder das Immunsystem nicht darauf reagiert. In seltenen Fällen kann das Ergebnis auch falsch negativ sein, zum Beispiel wenn das Immunsystem geschwächt ist oder die Infektion erst vor Kurzem stattgefunden hat. Bei Unsicherheiten kann der Test nach einiger Zeit wiederholt werden.
Wie sicher ist der Quantiferon Test?
Der Quantiferon Test gilt als sehr zuverlässig, besonders im Vergleich zu älteren Methoden wie dem Tuberkulinhauttest. Er ist nicht von einer früheren Impfung gegen Tuberkulose (BCG-Impfung) beeinflusst und liefert daher meist eindeutigere Ergebnisse. Trotzdem gibt es auch hier Grenzen: Bei sehr kleinen Kindern, Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem oder in der Frühphase einer Infektion kann das Ergebnis weniger aussagekräftig sein.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Der Quantiferon Test ist ein einfacher Bluttest. Die Risiken beschränken sich auf die üblichen, minimalen Komplikationen einer Blutabnahme, zum Beispiel ein kleiner blauer Fleck an der Einstichstelle. Allergische Reaktionen oder andere Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Was passiert nach dem Test?
Je nach Ergebnis und individueller Situation entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob weitere Untersuchungen nötig sind. Bei Verdacht auf eine aktive Tuberkulose wird meist ein Röntgenbild gemacht und eventuell eine Probe aus den Atemwegen untersucht. Bei einer latenten Infektion wird gemeinsam besprochen, ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist, um einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern.
Was kann selbst getan werden?
Nach dem Quantiferon Test ist zunächst kein besonderes Verhalten notwendig. Bei Unsicherheiten oder Fragen zu den Ergebnissen hilft das Gespräch mit einer Fachperson weiter. Wer engen Kontakt zu einer Person mit aktiver Tuberkulose hatte, sollte die empfohlenen Untersuchungen wahrnehmen und auf mögliche Beschwerden wie anhaltenden Husten, Fieber oder Nachtschweiß achten.
Tuberkulose ist in Deutschland selten geworden, aber nicht verschwunden. Der Quantiferon Test trägt dazu bei, Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass die Krankheit weitergegeben wird. Wer sich unsicher ist, ob ein Test sinnvoll ist, kann sich jederzeit an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden.