Eine Punktionsstelle ist die genaue Körperstelle, an der mit einer Nadel oder einem ähnlichen Instrument Gewebe, Blut oder Flüssigkeit entnommen oder ein Medikament verabreicht wird.
Was steckt hinter dem Begriff?
Im medizinischen Alltag taucht der Ausdruck Punktionsstelle häufig in Arztbriefen, Befundberichten oder Pflegeanweisungen auf. Gemeint ist damit immer die Stelle, an der eine sogenannte Punktion durchgeführt wurde. Eine Punktion bezeichnet das gezielte Einstechen mit einer Nadel in ein Organ, ein Blutgefäß oder einen Geweberaum. Das Ziel kann unterschiedlich sein: Entweder soll Blut entnommen, Gewebe für eine Untersuchung gewonnen oder eine Flüssigkeit abgelassen werden. Manchmal wird über die Punktionsstelle auch ein Medikament direkt in den Körper eingebracht.
Die Auswahl der Punktionsstelle richtet sich nach dem medizinischen Zweck und dem betroffenen Körperbereich. Zu den bekanntesten Beispielen zählt die Blutabnahme aus einer Vene am Arm, aber auch die Lumbalpunktion im Bereich der Wirbelsäule oder die Entnahme von Flüssigkeit aus einem Gelenk.
Wann wird eine Punktionsstelle benötigt?
Punktionsstellen sind immer dann nötig, wenn eine direkte Verbindung zum Inneren des Körpers hergestellt werden muss, ohne dass eine große Operation erforderlich ist. Das kann etwa bei der Blutabnahme, bei Impfungen, bei der Entnahme von Knochenmark oder bei bestimmten diagnostischen Eingriffen wie der Lumbalpunktion der Fall sein. Auch bei der Drainage von Flüssigkeitsansammlungen, zum Beispiel im Brustkorb oder Bauchraum, wird eine Punktionsstelle angelegt.
Im Befund oder Arztbrief steht dann oft, an welcher Stelle die Punktion erfolgt ist. Das kann zum Beispiel so aussehen: „Punktionsstelle linke Ellenbeuge reizlos“ oder „Punktionsstelle Lendenwirbelsäule ohne Komplikationen“.
Was bedeutet das für die weitere Behandlung?
Die Erwähnung einer Punktionsstelle im Bericht dient vor allem der Dokumentation. Sie zeigt an, wo genau am Körper ein Eingriff stattgefunden hat. Für die weitere Versorgung kann das wichtig sein, etwa um die Stelle später auf mögliche Komplikationen wie Blutergüsse, Schwellungen oder Infektionen zu kontrollieren. In den meisten Fällen verheilt eine Punktionsstelle rasch und ohne Probleme. Manchmal wird empfohlen, die Stelle für einige Stunden sauber und trocken zu halten oder einen kleinen Verband anzulegen.
Worauf achten nach einer Punktion?
Nach einer Punktion kann die Punktionsstelle leicht gerötet, geschwollen oder empfindlich sein. Das ist meist harmlos und klingt schnell wieder ab. Wichtig ist, auf Anzeichen einer Infektion zu achten. Dazu zählen starke Schmerzen, anhaltende Rötung, Überwärmung oder Eiterbildung. Auch Nachblutungen können in seltenen Fällen vorkommen, besonders wenn blutverdünnende Medikamente eingenommen werden.
In Arztbriefen liest man häufig Formulierungen wie „Punktionsstelle reizlos“ oder „Punktionsstelle unauffällig“. Das bedeutet, dass keine Auffälligkeiten wie Entzündungen oder Blutungen festgestellt wurden. Sollte es doch zu Problemen kommen, ist es ratsam, die Stelle regelmäßig zu kontrollieren und im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen.
Typische Beispiele für Punktionsstellen
Zu den häufigsten Punktionsstellen gehören die Vene in der Ellenbeuge für die Blutabnahme, die Arterie am Handgelenk für Blutgasanalysen oder der Bereich zwischen den Lendenwirbeln für eine sogenannte Lumbalpunktion. Auch bei Impfungen oder Infusionen wird eine Punktionsstelle benötigt, meist am Oberarm oder am Handrücken.
Bei speziellen Eingriffen, wie der Entnahme von Knochenmark oder der Punktion eines Gelenks, richtet sich die Wahl der Punktionsstelle nach dem zugrunde liegenden medizinischen Problem.
Was du selbst tun kannst
Nach einer Punktion hilft es, die Punktionsstelle einige Zeit nicht zu belasten und auf Sauberkeit zu achten. Ein kleiner Pflasterverband schützt vor Verschmutzung. Kratzen oder Reiben an der Stelle sollte vermieden werden. Bei Anzeichen von Infektion oder anhaltender Blutung empfiehlt es sich, die Stelle von einer medizinischen Fachkraft kontrollieren zu lassen.
Insgesamt ist die Punktionsstelle ein rein beschreibender Begriff für den Zugangspunkt einer Nadel im Rahmen einer medizinischen Maßnahme. Sie ist notwendig für viele diagnostische und therapeutische Verfahren und heilt in der Regel schnell und unkompliziert ab.