Psoriasis: Mehr als nur Hautschuppen

Psoriasis: Mehr als nur Hautschuppen

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Psoriasis ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, bei der sich entzündliche, schuppende Hautstellen bilden.

Was genau steckt hinter dieser Erkrankung?

Bei dieser Hautkrankheit kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems. Die Hautzellen teilen sich dabei deutlich schneller als gewöhnlich. Während sich gesunde Haut etwa in vier Wochen erneuert, geschieht das bei Psoriasis oft schon innerhalb weniger Tage. Dadurch entstehen die typischen, silbrig glänzenden Schuppen und Rötungen. Besonders häufig tauchen diese Veränderungen an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut oder am unteren Rücken auf. Es können aber auch andere Körperstellen betroffen sein, manchmal sogar die Nägel.

Wie zeigt sich Psoriasis im Alltag?

Die auffälligen Hautstellen sind meist gerötet, schuppig und können jucken oder sogar brennen. Manche erleben nur kleine, einzelne Flecken, andere wiederum größere, zusammenhängende Areale. Die Symptome verlaufen oft in Schüben: Mal ist die Haut fast beschwerdefrei, dann wieder deutlich entzündet. Stress, Infekte oder bestimmte Medikamente können solche Schübe begünstigen. Neben der Haut kann auch der Bewegungsapparat betroffen sein. Bei etwa jedem fünften Betroffenen kommt es zu Gelenkbeschwerden, bekannt als Psoriasis Arthritis. Das äußert sich durch Schmerzen, Schwellungen oder Steifheit, vor allem an Fingern oder Zehen.

Ganzen Befund übersetzen?

Du hast einen Arztbericht oder Befund den du nicht verstehst? Dann nutze Simply Onno, um dir diesen in einfache Sprache übersetzen und erklären zu lassen.

Mehr Infos

Ist Psoriasis gefährlich?

Viele fragen sich, ob diese Diagnose bedrohlich ist. Psoriasis ist zwar chronisch, aber nicht lebensbedrohlich und auf keinen Fall ansteckend. Die Erkrankung kann jedoch das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Hautveränderungen sind oft sichtbar, was zu Unsicherheit im Alltag führen kann. Auch der Juckreiz oder die Schmerzen können den Schlaf und die Lebensqualität beeinflussen. Zusätzlich besteht ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Probleme. Diese Risiken lassen sich durch regelmäßige ärztliche Kontrollen gut im Blick behalten.

Wie wird Psoriasis festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine genaue Betrachtung der Haut. Ärztinnen und Ärzte erkennen die typischen Merkmale oft schon mit bloßem Auge. Manchmal wird eine kleine Gewebeprobe entnommen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Bei Gelenkbeschwerden können zusätzliche Bluttests oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen nötig sein. Wichtig ist, die Beschwerden offen anzusprechen, damit die richtige Behandlung gefunden werden kann.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Symptome und den betroffenen Körperstellen. Häufig werden spezielle Cremes oder Salben eingesetzt, die entzündungshemmend wirken oder die Schuppenbildung bremsen. Bei stärkeren Beschwerden kommen auch Tabletten, Spritzen oder Lichttherapien infrage. Ziel ist es, die Schübe zu lindern und den Alltag möglichst beschwerdefrei zu gestalten. Für die Gelenkform stehen ebenfalls verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Entzündung bremsen und Schäden vorbeugen.

Was kann man selbst tun?

Auch im Alltag lässt sich einiges tun, um die Haut zu unterstützen. Eine regelmäßige und sanfte Hautpflege hilft, die Schuppen zu lösen und die Haut geschmeidig zu halten. Rückfettende Cremes oder Ölbäder können Spannungsgefühle lindern. Es lohnt sich, auf hautreizende Seifen oder Duschgels zu verzichten. Stressabbau spielt eine wichtige Rolle, da Stress häufig Schübe auslöst. Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf unterstützen den Körper zusätzlich. Bei Unsicherheiten rund um die Pflege oder Lebensführung hilft es, sich Rat in der Hautarztpraxis oder bei Selbsthilfegruppen zu holen.

Häufige Fragen und Sorgen

Viele fragen sich, ob sie andere anstecken können oder ob sie Schuld an der Erkrankung tragen. Beides ist nicht der Fall. Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Abwehrsystem fehlgeleitet ist. Die Veranlagung dazu wird oft vererbt, kann aber auch spontan auftreten. Auch Kinder können betroffen sein. Wichtig ist, sich nicht zu verstecken und das Gespräch mit Fachleuten zu suchen. Moderne Therapien bieten gute Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

Mit dem Latein am Ende?

Du willst einfach nur wissen, was dein Befund bedeutet?
Wir erklären ihn dir. Kostenlos, anonym und ärztlich geprüft.

Simply Onno

Datenschutz

Impressum

AGB