Progesteron – Schlüsselhormon für Zyklus und Fruchtbarkeit

Progesteron – Schlüsselhormon für Zyklus und Fruchtbarkeit

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Progesteron ist ein Hormon, das vor allem bei Frauen im Körper eine wichtige Rolle spielt, insbesondere im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus, einer Schwangerschaft und der allgemeinen Hormonbalance.

Was macht dieses Hormon im Körper?

Im weiblichen Körper wird Progesteron hauptsächlich nach dem Eisprung im sogenannten Gelbkörper gebildet, einer kleinen Drüse, die sich aus dem Rest der Eizelle im Eierstock entwickelt. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet wird. Es hilft dabei, die Schleimhaut aufzubauen und zu erhalten, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, sinkt der Progesteronspiegel wieder ab und die Schleimhaut wird mit der nächsten Monatsblutung abgestoßen.

Auch während der Schwangerschaft bleibt Progesteron bedeutsam. Es unterstützt die Entwicklung der Plazenta, sorgt für eine entspannte Muskulatur in der Gebärmutter und hilft, das Immunsystem so zu steuern, dass der Körper das ungeborene Kind nicht abstößt. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer bilden geringe Mengen dieses Hormons, allerdings spielt es dort eine untergeordnete Rolle.

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Wann wird der Progesteronwert bestimmt?

Die Bestimmung des Progesteronspiegels im Blut ist besonders dann sinnvoll, wenn es um Fragen der Fruchtbarkeit, Zyklusstörungen oder eine mögliche Schwangerschaft geht. Ärztinnen und Ärzte messen den Wert zum Beispiel, um herauszufinden, ob ein Eisprung stattgefunden hat. Das ist hilfreich, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt oder der Zyklus unregelmäßig ist. Auch bei Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche, also wenn zu wenig Progesteron gebildet wird, kann eine Untersuchung Aufschluss geben.

In der Schwangerschaft wird der Wert manchmal kontrolliert, um zu sehen, ob alles wie erwartet verläuft. Ein sehr niedriger Progesteronspiegel kann auf eine beginnende Fehlgeburt hindeuten, wobei ein einzelner Wert selten für sich allein aussagekräftig ist.

Was bedeutet ein zu niedriger oder zu hoher Wert?

Ein niedriger Progesteronwert kann bedeuten, dass kein Eisprung stattgefunden hat oder dass der Gelbkörper nicht ausreichend arbeitet. Das kann wiederum dazu führen, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter nicht richtig aufgebaut wird, was die Chancen auf eine Schwangerschaft verringert. Manche Frauen bemerken dann unregelmäßige oder sehr starke Monatsblutungen. In der Schwangerschaft kann ein niedriger Wert, vor allem im ersten Drittel, ein Hinweis darauf sein, dass das Schwangerschaftsgewebe nicht optimal versorgt wird.

Ein zu hoher Progesteronwert ist seltener und tritt meist dann auf, wenn der Körper besonders viel davon bildet, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft mit mehreren Embryonen oder in seltenen Fällen durch bestimmte hormonbildende Tumoren. Auch manche Medikamente, etwa zur Fruchtbarkeitsbehandlung, können den Wert erhöhen.

Symptome bei Veränderungen des Progesteronspiegels

Viele Frauen spüren einen Mangel an Progesteron durch sogenannte prämenstruelle Beschwerden, also Symptome kurz vor der Periode: Dazu zählen Spannungsgefühle in der Brust, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder Wassereinlagerungen. Auch Zwischenblutungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch können Hinweise sein. Ein Überschuss macht sich dagegen selten direkt bemerkbar und bleibt oft unbemerkt, solange keine anderen Beschwerden auftreten.

Wie kann man den Progesteronspiegel beeinflussen?

Die Höhe des Progesteronspiegels hängt vor allem vom natürlichen Zyklus und dem Alter ab. Mit den Wechseljahren nimmt die Produktion deutlich ab, was zu typischen Beschwerden führen kann. Bei nachgewiesenem Mangel und bestehendem Kinderwunsch oder starken Beschwerden kann eine gezielte Hormonbehandlung helfen. Hierbei kommen meist Tabletten, Vaginalzäpfchen oder Cremes zum Einsatz, die das fehlende Hormon ersetzen.

Im Alltag lässt sich der Progesteronspiegel nicht direkt durch Ernährung oder Lebensstil beeinflussen, da die Bildung hauptsächlich hormonell gesteuert wird. Dennoch können ein gesunder Lebensstil, ausreichend Schlaf, Stressabbau und regelmäßige Bewegung die allgemeine Hormonbalance unterstützen.

Wann lohnt sich ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt?

Bei auffälligen Zyklusbeschwerden, unerfülltem Kinderwunsch oder wiederholten Fehlgeburten kann es sinnvoll sein, die Hormonwerte bestimmen zu lassen. Auch wenn in der Schwangerschaft Blutungen auftreten oder andere Unsicherheiten bestehen, kann eine Kontrolle von Progesteron helfen, die Situation besser einzuschätzen. Die Interpretation der Werte sollte immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen und der individuellen Situation erfolgen, da viele Faktoren Einfluss auf die Hormonspiegel nehmen.

Progesteron ist also ein zentrales Hormon für die Fruchtbarkeit, die Schwangerschaft und das allgemeine Wohlbefinden, vor allem bei Frauen. Veränderungen des Spiegels sind häufig und müssen nicht immer ein Grund zur Sorge sein. Oft reichen schon kleine Korrekturen oder eine genaue Beobachtung, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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