Periphere Ödeme und ihre Ursachen

Periphere Ödeme und ihre Ursachen

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Periphere Ödeme sind Schwellungen, die durch Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe außerhalb der inneren Organe entstehen, meist an den Beinen, Füßen oder Armen.

Was steckt hinter peripheren Ödemen?

Wenn sich Wasser im Gewebe sammelt, spricht man in der Medizin von einem Ödem. Der Begriff „peripher“ bezieht sich dabei auf die äußeren Körperbereiche, also vor allem Beine und Füße, manchmal auch die Hände oder Arme. Die Schwellung entsteht, weil Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe austritt und dort nicht schnell genug abtransportiert wird. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu ernsteren Grunderkrankungen.

Oft fällt eine solche Schwellung abends stärker auf als morgens. Besonders nach langem Stehen oder Sitzen werden die Unterschenkel dicker, die Haut spannt und manchmal hinterlässt ein Fingerdruck eine sichtbare Delle. In Arztbriefen oder Befunden taucht der Ausdruck periphere Ödeme häufig auf, wenn bei einer Untersuchung diese Art von Schwellung festgestellt wurde.

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Wie entstehen periphere Ödeme?

Verschiedene Auslöser können dazu führen, dass Flüssigkeit ins Gewebe gelangt und nicht mehr ausreichend abtransportiert wird. Sehr oft stecken harmlose Gründe dahinter, wie langes Stehen, Hitze oder ein langer Flug. Auch bei älteren Menschen treten periphere Ödeme häufiger auf, weil die Gefäßwände durchlässiger werden und die Muskelpumpe in den Beinen nachlässt.

Manchmal sind aber auch Erkrankungen die Ursache. Besonders häufig spielen Herzschwäche, Nierenerkrankungen, Leberprobleme oder eine Venenschwäche eine Rolle. Auch Medikamente, zum Beispiel bestimmte Blutdrucksenker, können als Nebenwirkung zu Schwellungen führen. Bei Frauen können hormonelle Schwankungen, etwa in der Schwangerschaft oder im Rahmen des Zyklus, ebenfalls zu peripheren Ödemen beitragen.

Ist das gefährlich? Wann sollte genauer hingeschaut werden?

Viele Menschen fragen sich, ob periphere Ödeme ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung sind. In den meisten Fällen steckt etwas Harmloses dahinter, besonders wenn die Schwellung nach Bewegung oder Hochlagern der Beine wieder verschwindet. Trotzdem lohnt es sich, aufmerksam zu sein. Tritt die Schwellung plötzlich auf, betrifft sie nur ein Bein oder ist sie mit Schmerzen, Rötung oder Überwärmung verbunden, sollte zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen. Das gilt auch, wenn die Ödeme immer stärker werden, nicht mehr zurückgehen oder zusätzlich Atemnot, starke Gewichtszunahme oder andere Beschwerden auftreten.

Gerade bei Menschen mit bekannten Herz- oder Nierenerkrankungen kann eine zunehmende Schwellung ein Hinweis darauf sein, dass sich die Grunderkrankung verändert hat. Auch eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel in einer Vene, kann sich durch einseitige Schwellung bemerkbar machen und muss rasch behandelt werden.

Wie wird die Ursache herausgefunden?

Die Diagnose beginnt meist mit einer gründlichen Befragung und Untersuchung. Dabei wird geschaut, wie lange die Schwellungen bestehen, ob sie beide Beine betreffen, ob sie morgens oder abends stärker sind und ob weitere Beschwerden vorliegen. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf die Haut, prüft, ob sich Dellen eindrücken lassen, und schaut, ob es Anzeichen für eine Venenschwäche gibt.

Je nach Verdacht können verschiedene Untersuchungen folgen. Dazu zählen Bluttests, um Nieren- und Leberwerte zu überprüfen, ein EKG oder Ultraschall des Herzens, um eine Herzschwäche auszuschließen, sowie eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen, falls der Verdacht auf eine Thrombose besteht. Die genaue Abklärung richtet sich immer nach dem individuellen Fall.

Was lässt sich gegen periphere Ödeme tun?

Die Behandlung hängt ganz davon ab, was die Schwellung verursacht. Liegt eine Venenschwäche vor, helfen oft regelmäßige Bewegung, das Hochlegen der Beine und das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen können spezielle Medikamente nötig sein, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Ist ein Medikament die Ursache, kann manchmal ein Wechsel auf ein anderes Präparat helfen.

Wer zu Schwellungen neigt, kann selbst einiges tun. Viel Bewegung im Alltag, regelmäßige Fußgymnastik und das Vermeiden von langem Stehen oder Sitzen unterstützen den Rückfluss des Blutes aus den Beinen. Auch das Hochlagern der Beine zwischendurch entlastet das Gewebe. Bei sommerlicher Hitze oder nach langen Reisen ist es sinnvoll, die Beine zu kühlen oder zwischendurch ein paar Schritte zu gehen.

Wichtige Hinweise im Alltag

Periphere Ödeme sind in vielen Fällen kein Grund zur Sorge, können aber auf eine Erkrankung hinweisen, die behandelt werden sollte. Besonders wichtig ist es, auf Veränderungen zu achten: Tritt plötzlich eine starke oder schmerzhafte Schwellung auf, ist eine ärztliche Kontrolle ratsam. Wer bereits Vorerkrankungen hat, sollte neue oder zunehmende Ödeme immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.

Mit einem bewussten Lebensstil, ausreichend Bewegung und dem Vermeiden von Risikofaktoren lassen sich viele Schwellungen lindern oder sogar verhindern. Bleibt die Ursache unklar oder verschlechtert sich der Zustand, ist eine gezielte Abklärung der richtige Schritt.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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