Osteotomiespalt bezeichnet in der Medizin den gezielt erzeugten Zwischenraum, der bei einer operativen Durchtrennung eines Knochens entsteht.
Was steckt hinter dem Begriff?
Bei einer Osteotomie wird ein Knochen chirurgisch durchtrennt, um seine Stellung zu verändern. Dieser Eingriff kommt vor allem bei Fehlstellungen, Gelenkerkrankungen oder bestimmten Knochenerkrankungen zum Einsatz. Der dabei entstehende Spalt zwischen den beiden Knochenteilen heißt Osteotomiespalt. Er ist also kein krankhafter Befund, sondern ein geplanter Teil des Operationsverfahrens.
Der Osteotomiespalt entsteht zum Beispiel, wenn ein Knochen „aufgeklappt“ oder auseinandergezogen wird, um eine gewünschte Korrektur zu erreichen. Je nach Ziel der Operation kann der Spalt unterschiedlich breit sein. In manchen Fällen wird er mit Knochenersatzmaterial oder körpereigenem Knochen gefüllt, damit der Knochen wieder stabil zusammenwachsen kann.
Wann wird ein Osteotomiespalt erzeugt?
Solch ein Spalt wird vor allem bei Korrekturoperationen am Skelett benötigt. Ein typisches Beispiel ist die Umstellungsosteotomie am Knie, etwa bei einer X- oder O-Beinstellung. Auch an Hüfte, Fuß oder Wirbelsäule kommen derartige Eingriffe vor. Ziel ist es, die Lastverteilung im Gelenk zu verbessern oder Fehlstellungen zu beheben. Der Osteotomiespalt ist dabei ein notwendiges Ergebnis der geplanten Knochenumstellung.
Nach dem Durchtrennen des Knochens wird der Spalt so eingestellt, dass die gewünschte Achse oder Stellung erreicht wird. Oft wird der neue Abstand mit einer Metallplatte, Schrauben oder anderen Implantaten stabilisiert, damit der Knochen in der neuen Position heilen kann.
Was passiert mit dem Osteotomiespalt nach der Operation?
Nach der Operation beginnt der Körper, den Spalt mit neuem Knochengewebe zu füllen. Dieser Heilungsprozess dauert meist mehrere Wochen bis Monate. In dieser Zeit ist der Bereich durch das eingesetzte Material stabilisiert. Die vollständige Verknöcherung hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Größe des Spalts.
In manchen Fällen wird der Spalt mit Knochenersatzstoffen oder körpereigenem Knochen aus dem Beckenkamm aufgefüllt, um die Heilung zu unterstützen. Ob das notwendig ist, entscheidet die Operateurin oder der Operateur je nach Situation.
Muss man sich Sorgen machen, wenn der Begriff im Befund steht?
Der Begriff Osteotomiespalt ist kein Hinweis auf eine Erkrankung oder Komplikation. Er beschreibt lediglich den gewollten Abstand, der bei einer geplanten Knochenumstellung entsteht. In Arztbriefen oder Operationsberichten taucht der Begriff häufig auf, um die durchgeführte Maßnahme zu beschreiben. Die Erwähnung bedeutet also nur, dass eine Osteotomie durchgeführt wurde und der Spalt Teil des Operationsverlaufs ist.
Zusammengefasst
Osteotomiespalt bezeichnet den bei einer operativen Knochenumstellung entstehenden Abstand zwischen den Knochenteilen. Er ist ein normaler Bestandteil bestimmter chirurgischer Verfahren und kein krankhafter Befund. Nach der Operation wächst der Spalt in der Regel wieder zu, unterstützt durch körpereigenes Gewebe oder gegebenenfalls durch zusätzliches Material. Die genaue Nachbehandlung und Heilungsdauer hängen von der Art der Osteotomie und der individuellen Situation ab.