Osteosynthesematerial bezeichnet medizinische Hilfsmittel wie Schrauben, Platten oder Nägel, die bei Knochenbrüchen oder Verletzungen eingesetzt werden, um die Bruchstücke stabil miteinander zu verbinden, bis der Knochen wieder verheilt ist.
Was steckt hinter dem Begriff?
Bei einem Knochenbruch reicht es oft nicht, den Knochen einfach ruhigzustellen. Gerade wenn die Bruchenden stark verschoben sind oder mehrere Teile betroffen sind, kommen spezielle Materialien zum Einsatz, um die Knochenstücke exakt in der richtigen Position zu halten. Diese Hilfsmittel werden als Osteosynthesematerial bezeichnet. Das Wort setzt sich aus „Osteo“ für Knochen und „Synthese“ für das Verbinden oder Zusammenfügen zusammen. Gemeint sind damit alle festen Materialien, die den Knochen während der Heilung stabilisieren.
Welche Arten von Osteosynthesematerial gibt es?
Das Spektrum ist groß. Häufig verwendet werden Platten, die mit kleinen Schrauben am Knochen befestigt werden. Auch Nägel, die im Inneren eines Knochens verlaufen, kommen zum Einsatz, vor allem bei Brüchen der langen Röhrenknochen wie Oberschenkel oder Schienbein. Drähte, Klammern oder spezielle Stifte sind weitere Beispiele. Das Material besteht meist aus rostfreiem Stahl oder Titan, weil diese Metalle besonders gut verträglich sind und selten allergische Reaktionen auslösen.
Manchmal wird auch resorbierbares Material verwendet, das sich im Körper nach einiger Zeit von selbst auflöst. Das ist vor allem bei Kindern oder an Stellen sinnvoll, an denen eine spätere Entfernung schwierig wäre.
Wann kommt Osteosynthesematerial zum Einsatz?
Nicht jeder Knochenbruch braucht eine operative Behandlung mit solchen Hilfsmitteln. Oft reicht ein Gipsverband oder eine Schiene aus. Doch gerade bei komplizierten Brüchen, bei denen die Knochenenden nicht mehr stabil aufeinander liegen, ist eine sogenannte Osteosynthese sinnvoll. Das Ziel ist, die normale Anatomie so genau wie möglich wiederherzustellen und eine schnelle, sichere Heilung zu ermöglichen. Besonders bei Brüchen, die das Gelenk betreffen, oder bei mehrfach gebrochenen Knochen ist das Einbringen von Osteosynthesematerial häufig notwendig.
Was passiert nach dem Einsetzen?
Nach der Operation bleibt das Material zunächst im Körper. Meistens merkt man davon im Alltag wenig. Die eingesetzten Platten oder Schrauben sorgen dafür, dass der Knochen nicht verrutscht und das Gewicht wieder langsam belastet werden kann. Das fördert die Heilung und verkürzt oft die Zeit, in der man auf Krücken oder andere Hilfsmittel angewiesen ist.
Ob das Osteosynthesematerial später wieder entfernt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei manchen Menschen bleibt es dauerhaft im Körper, besonders wenn es keine Beschwerden verursacht und das Risiko einer erneuten Operation zu hoch wäre. In anderen Fällen, etwa bei jüngeren Menschen oder wenn das Material stört, wird es nach Abschluss der Knochenheilung wieder entfernt.
Gibt es Risiken oder Komplikationen?
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch beim Einsetzen von Osteosynthesematerial gewisse Risiken. Mögliche Komplikationen sind Infektionen, eine verzögerte Heilung oder in seltenen Fällen eine Unverträglichkeit gegenüber dem Material. Auch kann es vorkommen, dass Schrauben oder Platten sich lockern oder brechen, insbesondere wenn der Knochen noch nicht vollständig verheilt ist oder sehr stark belastet wird.
Die meisten Menschen haben jedoch keine Probleme mit dem eingebrachten Material. Sollte es dennoch zu Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen kommen, ist eine ärztliche Kontrolle ratsam. In manchen Fällen empfiehlt sich dann die Entfernung des Materials.
Alltag mit Osteosynthesematerial
Im Alltag gibt es meist wenig Einschränkungen. Viele Menschen spüren das Material nicht oder nur bei bestimmten Bewegungen. Bei Sicherheitskontrollen, etwa am Flughafen, kann es vorkommen, dass das Metall vom Detektor erkannt wird. Ein ärztlicher Nachweis hilft dann, Missverständnisse zu vermeiden.
Sportliche Aktivitäten sind nach abgeschlossener Heilung in der Regel wieder möglich. Wichtig ist, die Empfehlungen der behandelnden Ärztin oder des Arztes zu beachten und Belastungen langsam zu steigern.
Zusammengefasst
Osteosynthesematerial ist ein wichtiger Helfer bei der Behandlung von Knochenbrüchen. Es sorgt dafür, dass die Bruchstellen stabil zusammenwachsen und die ursprüngliche Funktion des Knochens wiederhergestellt wird. In den meisten Fällen bleibt das Material unauffällig und beeinträchtigt den Alltag kaum. Ob und wann eine Entfernung nötig ist, entscheidet sich individuell, abhängig von Beschwerden, Alter und Heilungsverlauf. Wer mehr über die Operation selbst erfahren möchte, findet weitere Informationen unter Osteosynthese.