Osteochondrale Läsion bedeutet, dass der Knorpel und der darunterliegende Knochen in einem Gelenk geschädigt sind. Am häufigsten tritt diese Veränderung im Sprunggelenk oder Knie auf, seltener in anderen Gelenken wie Ellenbogen oder Schulter.
Wie entsteht eine osteochondrale Läsion?
Die Ursache liegt meist in einer Verletzung, zum Beispiel durch einen Umknickunfall oder einen heftigen Stoß gegen das Gelenk. Dabei kann es passieren, dass der Knorpel, der als schützende Schicht die Gelenkflächen bedeckt, zusammen mit einem kleinen Stück des darunterliegenden Knochens beschädigt wird. Auch wiederholte Überlastung oder Durchblutungsstörungen im Knochen kommen als Auslöser infrage. In manchen Fällen entwickelt sich eine solche Läsion aber auch ohne klaren Auslöser.
Was bedeutet das für das betroffene Gelenk?
Eine osteochondrale Läsion kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Manchmal ist nur eine kleine Stelle betroffen, in anderen Fällen löst sich ein größeres Knorpel Knochen Stück ab. Das Gelenk verliert dadurch an Stabilität und die glatte Oberfläche, die für schmerzfreie Bewegung sorgt, wird beschädigt. Es kann zu Schmerzen bei Belastung, Schwellungen oder einem blockierenden Gefühl im Gelenk kommen. Nicht immer sind die Beschwerden sofort spürbar. Manche Menschen bemerken erst Monate nach dem auslösenden Ereignis, dass das Gelenk nicht mehr richtig funktioniert.
Wie wird eine osteochondrale Läsion festgestellt?
Die Diagnose beginnt meist mit einer gründlichen Befragung und Untersuchung. Typisch sind Schmerzen bei Bewegung, eine eingeschränkte Beweglichkeit oder das Gefühl, dass das Gelenk „hakt“. Um die genaue Ursache zu klären, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Ein normales Röntgenbild kann größere Veränderungen bereits zeigen. Für eine genauere Beurteilung des Knorpels und der Knochenstruktur ist meist eine Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig. In einigen Fällen wird zusätzlich eine Computertomografie (CT) gemacht, um die Ausdehnung der Läsion besser einzuschätzen.
Ist eine osteochondrale Läsion schlimm?
Viele fragen sich, ob eine solche Läsion zu dauerhaften Problemen führt. Das hängt vor allem von Größe, Lage und Tiefe der Schädigung ab. Kleine Läsionen können manchmal von selbst ausheilen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Bei Erwachsenen bleibt der Schaden jedoch oft bestehen und kann sich mit der Zeit verschlechtern. Unbehandelt steigt das Risiko, dass sich das Gelenk weiter abnutzt und eine Arthrose entsteht. Besonders wenn sich ein Knorpel Knochen Stück im Gelenk löst, kann das zu Blockaden oder Einklemmungen führen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Therapie richtet sich nach Ausmaß und Beschwerden. Bei kleinen, stabilen Läsionen ohne starke Schmerzen reicht es manchmal aus, das Gelenk vorübergehend zu entlasten und gezielte Krankengymnastik durchzuführen. Schonen, Kühlen und entzündungshemmende Medikamente können die Beschwerden lindern. Bei größeren oder instabilen Schäden wird meist eine Operation empfohlen. Dabei kann das abgelöste Knorpel Knochen Stück wieder befestigt oder entfernt werden. Je nach Befund gibt es verschiedene Techniken, etwa die Anregung zur Neubildung von Knorpelgewebe oder das Einsetzen von kleinen Knochen Knorpel Zylindern aus einem weniger belasteten Bereich des Gelenks.
Nach einer Operation ist eine längere Nachbehandlung mit Physiotherapie wichtig, um die Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen. In manchen Fällen dauert es mehrere Monate, bis das Gelenk wieder voll belastbar ist.
Was kann man selbst tun?
Wer eine osteochondrale Läsion hat, sollte das betroffene Gelenk möglichst wenig belasten, solange Schmerzen oder Schwellungen bestehen. Sportarten mit abrupten Stopps, Sprüngen oder Richtungswechseln besser meiden, bis die Heilung abgeschlossen ist. Eine gezielte Physiotherapie hilft, die Muskulatur rund um das Gelenk zu stärken und Fehlbelastungen zu vermeiden. Bei Übergewicht kann es sinnvoll sein, das Körpergewicht zu reduzieren, um die Gelenke zu entlasten.
Es empfiehlt sich, ärztliche Kontrollen wahrzunehmen, um den Verlauf zu überwachen. Bei plötzlichen, neuen Schmerzen, Blockaden oder Schwellungen sollte zeitnah eine Abklärung erfolgen.
Verwandte Begriffe und weiterführende Informationen
Im Zusammenhang mit osteochondralen Läsionen tauchen manchmal ähnliche Begriffe auf. Eine ossäre Läsion betrifft nur den Knochen, ohne dass der Knorpel mitbeteiligt ist. Von subchondralen Zysten spricht man, wenn sich kleine Hohlräume unterhalb des Knorpels im Knochen bilden. Auch subchondrale zystische Veränderungen können im Rahmen einer Knorpelschädigung auftreten.
Wer einen Befund mit der Diagnose osteochondrale Läsion erhält, sollte die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber auch nicht in Panik geraten. Eine genaue Einschätzung durch Fachleute und eine individuell abgestimmte Behandlung helfen, die bestmögliche Funktion des Gelenks zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden.