Das Os Trigonum Syndrom bezeichnet eine schmerzhafte Reizung oder Einklemmung eines kleinen, zusätzlichen Knochens am Sprunggelenk, der Os Trigonum genannt wird.
Was steckt hinter dem Begriff?
Der Begriff Os Trigonum stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „dreieckiger Knochen“. Gemeint ist dabei ein kleiner, meist harmloser Knochen am hinteren Rand des Sprungbeins. Das Sprungbein ist ein wichtiger Knochen im Fuß, der das Schienbein mit dem Fuß verbindet. Das Os Trigonum entsteht in der Regel schon in der Kindheit, wenn sich ein Knochenteil am hinteren Ende des Sprungbeins nicht vollständig mit dem Hauptknochen verbindet. Bei ungefähr jedem zehnten Menschen lässt sich dieser zusätzliche Knochen nachweisen, häufig bleibt er ein Leben lang unbemerkt.
Das Os Trigonum Syndrom tritt dann auf, wenn genau dieser kleine Knochen Beschwerden verursacht. Das passiert vor allem bei starker Belastung oder bestimmten Bewegungen im Sprunggelenk. Besonders betroffen sind Menschen, die oft mit gestrecktem Fuß arbeiten, wie etwa Tänzer oder Fußballspieler.
Wie macht sich das bemerkbar?
Typisch für das Os Trigonum Syndrom sind Schmerzen an der Rückseite des Sprunggelenks, meist direkt über der Ferse. Die Beschwerden treten häufig beim Abrollen des Fußes oder bei Bewegungen auf, bei denen der Fuß stark nach unten gestreckt wird. Viele berichten über ein unangenehmes Druckgefühl oder sogar ein „Einklemmen“ im Gelenk. In manchen Fällen kommt es zu Schwellungen oder einer Einschränkung der Beweglichkeit.
Die Beschwerden können sich langsam entwickeln oder plötzlich auftreten, zum Beispiel nach einer Überlastung oder einer Verletzung. Wer regelmäßig Sport treibt und dabei den Fuß oft streckt oder überstreckt, ist besonders anfällig.
Wie wird das Os Trigonum Syndrom festgestellt?
Um die Ursache der Beschwerden zu klären, wird meist zuerst eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt. Der Arzt oder die Ärztin tastet den Bereich hinter dem Sprunggelenk ab und prüft, wann der Schmerz auftritt. Oft folgt eine Röntgenaufnahme, auf der sich das Os Trigonum gut erkennen lässt. In manchen Fällen sind weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Magnetresonanztomografie (MRT), um Entzündungen oder Verletzungen von Sehnen und Weichteilen auszuschließen.
Das Os Trigonum selbst ist auf Röntgenbildern meist deutlich sichtbar. Entscheidend ist jedoch, ob die Beschwerden tatsächlich durch diesen kleinen Knochen ausgelöst werden, denn nicht jeder, der ein Os Trigonum besitzt, hat auch Probleme damit.
Ist das Os Trigonum Syndrom gefährlich?
Das Os Trigonum Syndrom ist zwar unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich. Es handelt sich um eine schmerzhafte, aber gutartige Reizung, die meist durch Überlastung entsteht. Viele Betroffene machen sich Sorgen, ob bleibende Schäden drohen oder eine dauerhafte Einschränkung zu befürchten ist. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden mit einfachen Maßnahmen gut in den Griff bekommen.
Behandlungsmöglichkeiten und was du selbst tun kannst
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden. Am wichtigsten ist zunächst, das Sprunggelenk zu schonen und belastende Bewegungen zu vermeiden. Oft helfen schon eine vorübergehende Sportpause, das Hochlagern des Fußes und das Kühlen der schmerzenden Stelle. Entzündungshemmende Salben oder Tabletten können die Beschwerden zusätzlich lindern.
In einigen Fällen kommen spezielle Bandagen oder Einlagen zum Einsatz, um das Gelenk zu entlasten. Physiotherapeutische Übungen unterstützen die Heilung, stärken die Muskulatur und verbessern die Beweglichkeit. Nur selten ist eine Operation notwendig, etwa wenn die Schmerzen trotz aller Maßnahmen über längere Zeit bestehen bleiben oder der Alltag stark eingeschränkt ist. Dabei wird das Os Trigonum entfernt, was meist zu einer schnellen Besserung führt.
Wer selbst etwas tun möchte, sollte auf schonende Bewegung achten und Überlastungen vermeiden. Nach dem Abklingen der Beschwerden empfiehlt es sich, den Wiedereinstieg in den Sport langsam zu gestalten und gezielte Übungen zur Stabilisierung des Sprunggelenks durchzuführen.
Für wen ist das Syndrom besonders relevant?
Das Os Trigonum Syndrom betrifft vor allem Menschen, die ihren Fuß häufig und stark strecken. Dazu zählen Balletttänzer, Fußballspieler, Turner oder auch Sportler im Bereich Leichtathletik. Aber auch bei anderen Personen kann es nach einer Verletzung oder ungewohnter Belastung auftreten. Wer immer wieder Schmerzen an der Rückseite des Sprunggelenks verspürt, sollte den Befund ernst nehmen und abklären lassen.
Insgesamt ist das Os Trigonum Syndrom zwar unangenehm, aber gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie und etwas Geduld lassen sich die meisten Beschwerden deutlich lindern, sodass einer Rückkehr in den Sport oder Alltag meist nichts im Wege steht.