Ophthalmoskopie: Was Ärztinnen im Auge sehen

Ophthalmoskopie: Was Ärztinnen im Auge sehen

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Ophthalmoskopie ist eine Untersuchungsmethode, bei der das Augeninnere mit einem speziellen Gerät, dem Ophthalmoskop, betrachtet wird. Dabei können Ärztinnen und Ärzte Strukturen wie Netzhaut, Sehnerv und Blutgefäße direkt einsehen, um Auffälligkeiten oder Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Bei der Ophthalmoskopie sitzt du meist auf einem Stuhl und blickst geradeaus. Die Ärztin oder der Arzt nutzt ein Ophthalmoskop. Das ist ein handliches Instrument mit einer Lichtquelle und speziellen Linsen. Das Licht wird durch die Pupille ins Auge geleitet. So wird das Augeninnere sichtbar gemacht. In manchen Fällen werden vor der Untersuchung spezielle Augentropfen gegeben, um die Pupille zu erweitern. Dadurch lassen sich die Strukturen im Augenhintergrund noch besser beurteilen.

Es gibt verschiedene Formen dieser Untersuchung. Die direkte Ophthalmoskopie erlaubt einen sehr detaillierten Blick auf einen kleinen Bereich der Netzhaut. Die indirekte Variante verschafft einen Überblick über größere Areale, etwa mit einer Lupe und einer Lichtquelle. Beide Methoden sind schmerzfrei. Es kann lediglich kurz blenden, wenn das Licht ins Auge fällt.

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Warum wird eine Ophthalmoskopie gemacht?

Die Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil vieler augenärztlicher Kontrollen. Sie hilft, Veränderungen oder Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, manchmal sogar bevor Beschwerden auftreten. Besonders häufig kommt die Ophthalmoskopie bei folgenden Fragestellungen zum Einsatz: Verdacht auf Netzhauterkrankungen wie Diabetes-bedingte Schäden, Bluthochdruck, altersbedingte Makuladegeneration oder Gefäßveränderungen. Auch bei Sehstörungen, plötzlichem Sehverlust oder Verdacht auf Entzündungen im Auge ist sie ein zentrales Untersuchungsverfahren.

Manchmal lässt sich durch einen Blick ins Augeninnere auch etwas über andere Krankheiten erfahren, etwa über Durchblutungsstörungen oder seltene Tumorerkrankungen. Sogar Hinweise auf Bluthochdruck oder Diabetes können sich im Augenhintergrund zeigen, noch bevor andere Symptome auffallen.

Was bedeutet das Ergebnis?

Nach der Untersuchung erklärt die Ärztin oder der Arzt, ob Auffälligkeiten festgestellt wurden. Sind Netzhaut, Sehnerv und Blutgefäße unauffällig, spricht das für gesunde Augen. Werden Veränderungen entdeckt, kann das auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Dazu zählen zum Beispiel Netzhautablösungen, Gefäßverschlüsse, Blutungen oder auch Schäden durch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Nicht jede Auffälligkeit ist gleich ein Grund zur Sorge. Viele Veränderungen lassen sich beobachten oder mit weiteren Untersuchungen abklären. Nur in seltenen Fällen ist eine sofortige Behandlung nötig. Die Ophthalmoskopie dient vor allem dazu, Probleme frühzeitig zu erkennen und gezielt zu handeln.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Die Untersuchung selbst ist schmerzlos und ungefährlich. Lediglich das helle Licht kann kurzzeitig blenden oder ein Nachbild hervorrufen, das aber rasch wieder verschwindet. Werden Tropfen zur Pupillenerweiterung verwendet, kann die Sicht für einige Stunden verschwommen sein. In dieser Zeit sollte kein Fahrzeug gesteuert werden. Auch Sonnenlicht oder grelles Licht können nach der Untersuchung als unangenehm empfunden werden. Eine Sonnenbrille kann dann hilfreich sein.

Allergische Reaktionen auf die verwendeten Tropfen sind sehr selten. Wer weiß, dass er empfindlich auf Medikamente reagiert, sollte dies vor der Untersuchung mitteilen.

Wann ist eine Ophthalmoskopie sinnvoll?

Die Untersuchung ist für viele Menschen sinnvoll, besonders bei bestimmten Risikofaktoren. Dazu gehören Diabetes, Bluthochdruck, starke Kurzsichtigkeit oder eine familiäre Vorbelastung mit Augenerkrankungen. Auch bei plötzlich auftretenden Sehstörungen, Blitzen, Schatten oder Schleiern vor dem Auge sollte zeitnah eine Ophthalmoskopie erfolgen. Für Kinder wird sie manchmal im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen eingesetzt, etwa um angeborene Veränderungen zu erkennen.

Wer regelmäßig zur augenärztlichen Kontrolle geht, kann so viele Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln lassen. Die Ophthalmoskopie ist ein wichtiger Bestandteil dieser Vorsorge.

Was kann man selbst tun?

Eine gesunde Lebensweise kann helfen, die Augen zu schützen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Rauchen. Wer an Diabetes oder Bluthochdruck leidet, sollte die Werte gut einstellen lassen. Bei bekannten Augenerkrankungen oder Risikofaktoren sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.

Nach der Untersuchung empfiehlt es sich, für einige Stunden auf das Autofahren zu verzichten und die Augen zu schonen, falls die Pupillen erweitert wurden. Eine Sonnenbrille kann das Wohlbefinden steigern, bis die Wirkung der Tropfen nachlässt.

Die Ophthalmoskopie ist ein bewährtes und sicheres Verfahren, mit dem sich viele Erkrankungen des Auges frühzeitig erkennen lassen. Wer Fragen zur Untersuchung oder zum Ablauf hat, kann diese jederzeit beim Augenarzt oder der Augenärztin ansprechen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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