Ösophagitis – Typische Beschwerden und Gefahren

Ösophagitis – Typische Beschwerden und Gefahren

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Ösophagitis bezeichnet eine Entzündung der Speiseröhre, also des Muskelschlauchs, der den Mund mit dem Magen verbindet.

Was passiert bei einer Entzündung der Speiseröhre?

Bei einer Ösophagitis ist die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt oder entzündet. Das kann dazu führen, dass Schlucken schmerzhaft wird oder ein Brennen hinter dem Brustbein entsteht. In manchen Fällen treten Sodbrennen, saures Aufstoßen oder sogar Schluckbeschwerden auf. Die Entzündung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, von ganz leichten Veränderungen bis hin zu tiefen Schleimhautschäden.

Die Ursachen für eine Ösophagitis sind vielfältig. Am häufigsten steckt Magensäure dahinter, die aus dem Magen zurück in die Speiseröhre fließt. Dieses Problem wird als Reflux bezeichnet und ist weit verbreitet. Aber auch bestimmte Medikamente, Infektionen oder allergische Reaktionen können die Schleimhaut angreifen.

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Häufige Formen und ihre Ursachen

Nicht jede Entzündung der Speiseröhre hat denselben Auslöser. Sehr oft handelt es sich um eine sogenannte Refluxösophagitis. Hier reizt die Magensäure die empfindliche Schleimhaut, weil der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig funktioniert. Mehr Informationen zu dieser Form, insbesondere zu leichten Ausprägungen wie der Refluxösophagitis Grad A, finden sich im verlinkten Artikel.

Neben dem Reflux gibt es auch andere Formen. Eine Soorösophagitis entsteht durch eine Pilzinfektion, meist mit dem Hefepilz Candida. Das betrifft vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa bei bestimmten Krankheiten oder nach einer Chemotherapie. Wer mehr dazu wissen möchte, findet Details unter Soorösophagitis.

Eine weitere spezielle Form ist die eosinophile Oesophagitis. Hierbei handelt es sich um eine allergisch bedingte Entzündung, bei der bestimmte weiße Blutkörperchen in die Schleimhaut einwandern. Diese Erkrankung tritt häufig bei jüngeren Menschen auf und kann mit Schluckstörungen einhergehen. Wer sich dafür interessiert, findet weiterführende Informationen unter Eosinophile Oesophagitis.

Typische Beschwerden und wie sie sich äußern

Die Beschwerden einer Ösophagitis können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Viele Menschen spüren ein Brennen oder Schmerzen hinter dem Brustbein, besonders nach dem Essen oder beim Hinlegen. Manchmal fällt das Schlucken schwer oder es bleibt das Gefühl, als stecke etwas im Hals fest. Saures Aufstoßen oder ein unangenehmer Geschmack im Mund sind weitere Hinweise. In schweren Fällen kann es zu Übelkeit, Erbrechen oder sogar kleinen Blutungen kommen, die sich durch dunklen Stuhlgang oder Bluterbrechen bemerkbar machen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um festzustellen, ob eine Entzündung der Speiseröhre vorliegt, wird meist eine Magenspiegelung durchgeführt. Dabei betrachtet die Ärztin oder der Arzt die Schleimhaut mit einer kleinen Kamera und kann gezielt Gewebeproben entnehmen. Diese Proben helfen, die genaue Ursache zu erkennen – etwa ob es sich um eine Refluxösophagitis, eine Pilzinfektion oder eine allergische Form handelt. Manchmal werden ergänzend Blutuntersuchungen oder spezielle Tests auf Allergien durchgeführt.

Ist eine Ösophagitis gefährlich?

Die meisten Formen der Ösophagitis lassen sich gut behandeln und heilen ohne Folgen aus. Unbehandelt kann eine anhaltende Entzündung jedoch dazu führen, dass die Schleimhaut vernarbt oder sich verengt. In seltenen Fällen, wenn die Entzündung über viele Jahre besteht, steigt das Risiko für Zellveränderungen, die eine Vorstufe von Krebs sein können. Besonders bei starken Beschwerden, Blut im Stuhl oder wiederholtem Erbrechen sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden.

Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie die Diagnose erhalten. Häufige Fragen drehen sich darum, ob die Erkrankung chronisch werden kann, ob eine Operation notwendig ist oder ob die Ernährung dauerhaft umgestellt werden muss. In den meisten Fällen reichen jedoch Medikamente und einfache Maßnahmen aus, um die Beschwerden zu lindern und die Schleimhaut zu heilen.

Behandlung und was du selbst tun kannst

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache der Entzündung. Bei einer Refluxösophagitis helfen meist Medikamente, die die Säureproduktion im Magen hemmen. Oft bessern sich die Beschwerden schon nach wenigen Tagen. Bei einer Soorösophagitis kommen spezielle Mittel gegen Pilze zum Einsatz. Bei der eosinophilen Oesophagitis steht häufig eine Ernährungsumstellung im Vordergrund, manchmal kombiniert mit Medikamenten, die die Entzündung hemmen.

Auch der eigene Lebensstil spielt eine wichtige Rolle. Wer Übergewicht abbaut, auf Alkohol und Nikotin verzichtet und abends weniger üppig isst, kann die Beschwerden deutlich reduzieren. Es hilft, den Oberkörper beim Schlafen etwas erhöht zu lagern, um nächtlichen Reflux zu verhindern. Enge Kleidung und das Bücken direkt nach dem Essen sollten gemieden werden. Wer regelmäßig Medikamente wie Schmerzmittel oder bestimmte Antibiotika einnimmt, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob Alternativen möglich sind.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Bei anhaltenden Beschwerden, Schmerzen beim Schlucken oder wenn Blut im Stuhl oder Erbrochenem auffällt, ist eine rasche Abklärung wichtig. Auch wenn die Symptome trotz Behandlung nicht besser werden, sollte die Ursache erneut überprüft werden. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollten aufmerksam sein, da bei ihnen eine Infektion schneller fortschreiten kann.

Eine Entzündung der Speiseröhre ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Mit der richtigen Diagnose und gezielten Maßnahmen verschwinden die Beschwerden oft rasch. Wer auf die Warnzeichen achtet und bei Unsicherheiten frühzeitig ärztlichen Rat sucht, kann Komplikationen meist verhindern.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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