Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Informationen zwischen Nervenzellen im Gehirn und im gesamten Nervensystem übertragen.
Wie funktionieren diese Botenstoffe im Körper?
Im menschlichen Körper laufen unzählige Prozesse ab, die alle miteinander verknüpft sind. Damit das funktioniert, müssen die einzelnen Nervenzellen miteinander kommunizieren. Genau hier kommen die sogenannten Neurotransmitter ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass ein elektrisches Signal, das in einer Nervenzelle entsteht, an die nächste Zelle weitergegeben werden kann. Das passiert an winzigen Kontaktstellen, den sogenannten Synapsen. Die eine Zelle schüttet den Botenstoff aus, die andere nimmt ihn auf und reagiert darauf. So wird zum Beispiel eine Bewegung ausgelöst, ein Gedanke weitergegeben oder ein Gefühl spürbar.
Welche Neurotransmitter gibt es und wofür sind sie zuständig?
Es gibt viele verschiedene Botenstoffe, die jeweils unterschiedliche Aufgaben im Körper übernehmen. Einige der bekanntesten sind Serotonin, Noradrenalin und Gamma Aminobuttersäure (kurz GABA). Sie beeinflussen Stimmung, Aufmerksamkeit, Schlaf, Stressreaktionen und noch vieles mehr. Serotonin wird oft als „Glückshormon“ bezeichnet, weil es die Stimmung hebt und für Wohlbefinden sorgt. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen zu Serotonin. Noradrenalin ist besonders wichtig, wenn es um Wachheit, Konzentration und Stress geht – dazu gibt es hier einen eigenen Artikel zu Noradrenalin. GABA hingegen wirkt beruhigend und sorgt dafür, dass das Gehirn nicht überreizt wird. Mehr dazu steht im Artikel zu Gamma Aminobuttersäure (GABA).
Ein weiterer wichtiger Vertreter ist Dopamin. Es spielt eine zentrale Rolle bei Motivation, Bewegungssteuerung und Belohnung. Auch Acetylcholin ist erwähnenswert, weil es unter anderem für das Gedächtnis und die Muskelbewegung gebraucht wird.
Was passiert, wenn das Gleichgewicht gestört ist?
Neurotransmitter müssen im richtigen Gleichgewicht vorhanden sein, damit Körper und Geist reibungslos funktionieren. Ist dieses Gleichgewicht gestört, können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Ein Mangel an Serotonin wird beispielsweise mit depressiven Verstimmungen in Verbindung gebracht. Auch Schlafprobleme, Angstgefühle oder Konzentrationsschwierigkeiten können auf eine veränderte Botenstoffbalance hindeuten. Bei bestimmten Erkrankungen wie Parkinson spielt ein Mangel an Dopamin eine Rolle, während bei Epilepsie oder Angststörungen Veränderungen im GABA System auftreten können.
Es ist wichtig zu wissen, dass viele Faktoren Einfluss auf das empfindliche Zusammenspiel dieser Botenstoffe nehmen. Dazu zählen Stress, Ernährung, Schlaf, Bewegung und auch bestimmte Medikamente.
Wie werden Störungen bei Neurotransmittern festgestellt?
Eine direkte Messung der meisten Botenstoffe im Gehirn ist im Alltag nicht möglich. In der Regel werden die Symptome betrachtet und mit anderen Untersuchungen kombiniert, um Rückschlüsse auf das Geschehen im Nervensystem ziehen zu können. Ärztinnen und Ärzte achten dabei auf typische Beschwerden und fragen gezielt nach Veränderungen im Alltag. Laboruntersuchungen oder bildgebende Verfahren können manchmal unterstützend eingesetzt werden, liefern aber meist keine eindeutigen Werte zu einzelnen Botenstoffen. In der Forschung gibt es zwar Möglichkeiten, Neurotransmitter im Nervenwasser oder mit speziellen Methoden zu messen, das ist jedoch in der normalen medizinischen Versorgung nicht üblich.
Welche Rolle spielen Medikamente und Lebensstil?
Viele Medikamente, die bei psychischen oder neurologischen Erkrankungen verwendet werden, beeinflussen gezielt die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Antidepressiva erhöhen zum Beispiel den Spiegel von Serotonin oder Noradrenalin, indem sie deren Abbau verlangsamen oder die Aufnahme in die Nervenzellen hemmen. Medikamente gegen Angst oder Epilepsie wirken oft über das GABA System und sorgen so für eine beruhigende Wirkung. Auch Medikamente bei Parkinson zielen darauf ab, den Dopaminmangel auszugleichen.
Neben Medikamenten kann auch der Lebensstil einen Einfluss auf die Botenstoffe haben. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung unterstützen das natürliche Gleichgewicht im Gehirn. Stressabbau, soziale Kontakte und bewusste Entspannungsphasen wirken sich ebenfalls positiv aus.
Was kann man selbst tun, um die Funktion der Botenstoffe zu unterstützen?
Ein gesunder Lebensstil ist für das Zusammenspiel der Neurotransmitter besonders wichtig. Viel Bewegung an der frischen Luft, eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, regelmäßige Schlafenszeiten und bewusste Entspannung helfen dem Körper, die Balance zu halten. Auch soziale Aktivitäten und Hobbys, die Freude machen, können das Wohlbefinden steigern und die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe fördern.
Wer das Gefühl hat, dass die Stimmung dauerhaft gedrückt ist, Ängste oder Schlafprobleme über längere Zeit bestehen, sollte ärztlichen Rat einholen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Gleichgewicht der Botenstoffe gezielt zu unterstützen – sei es durch Beratung, Therapie oder, wenn nötig, mit Medikamenten.
Neurotransmitter sind damit ein zentrales Bindeglied zwischen Körper und Geist. Sie steuern, wie wir denken, fühlen und handeln, und sind unerlässlich für das tägliche Leben. Ein Verständnis für diese Botenstoffe hilft, viele körperliche und seelische Vorgänge besser zu begreifen.