Nadelfasziotomie ist ein minimalinvasives Verfahren, das bei der Dupuytren-Kontraktur eingesetzt wird, um eingezogene Bindegewebsstränge in der Hand zu durchtrennen und so die Beweglichkeit der Finger zu verbessern.
Was steckt hinter der Methode?
Die Dupuytren-Kontraktur ist eine Erkrankung, bei der sich das Bindegewebe in der Handinnenfläche krankhaft verändert. Mit der Zeit bilden sich feste Stränge und Knoten unter der Haut, die die Finger in eine Beugestellung ziehen können. Das Greifen, Händeschütteln oder das Ausstrecken der Finger wird dadurch zunehmend erschwert. Die Nadelfasziotomie, manchmal auch als perkutane Nadelfasziotomie oder Nadelaponeurotomie bezeichnet, bietet eine Möglichkeit, diese Stränge gezielt zu durchtrennen, ohne die Hand operativ zu öffnen.
Wie läuft eine Nadelfasziotomie ab?
Bei diesem Verfahren wird eine feine Nadel an mehreren Stellen durch die Haut in die verdickten Stränge eingeführt. Der Arzt tastet dabei genau, wo die Verhärtungen verlaufen, und setzt die Nadel gezielt ein, um das krankhaft veränderte Bindegewebe zu lockern oder zu durchtrennen. Das Ziel ist, die Spannung auf den Finger zu lösen, sodass er sich wieder besser strecken lässt. Die Behandlung erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und dauert oft weniger als eine halbe Stunde. Direkt nach dem Eingriff kann der Finger häufig wieder deutlich weiter gestreckt werden.
Für wen ist diese Behandlung geeignet?
Die Nadelfasziotomie kommt vor allem dann infrage, wenn die Dupuytren-Kontraktur noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Besonders geeignet ist sie, wenn ein oder mehrere Finger sich nicht mehr vollständig ausstrecken lassen, aber die Haut noch ausreichend beweglich ist. Menschen, bei denen eine klassische Operation zu risikoreich wäre, profitieren ebenfalls oft von dieser Methode. Auch für alle, die sich eine schnelle Genesung wünschen, kann die Nadelfasziotomie eine interessante Option sein, da sie meist ambulant durchgeführt wird und keine längere Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht.
Welche Vorteile und Risiken gibt es?
Ein großer Vorteil der Nadelfasziotomie ist die geringe Belastung für die Hand. Es entsteht nur ein kleiner Einstich, sodass keine Narbe zurückbleibt und die Erholungszeit kurz ist. Viele können ihre Hand nach wenigen Tagen wieder normal benutzen. Die Methode kann bei Bedarf auch wiederholt werden, falls die Krankheit erneut auftritt.
Natürlich gibt es auch Risiken. Selten kann es zu kleinen Blutergüssen, Schwellungen oder Infektionen kommen. In sehr seltenen Fällen können Nerven oder Blutgefäße verletzt werden. Ein häufiger Punkt, der Betroffene beschäftigt: Die Dupuytren-Kontraktur kann nach einiger Zeit wiederkommen, egal mit welcher Methode sie behandelt wurde. Bei der Nadelfasziotomie tritt ein Rückfall oft etwas früher auf als nach einer offenen Operation. Trotzdem schätzen viele die unkomplizierte Durchführung und die schnelle Erholung.
Was passiert nach dem Eingriff?
Direkt nach der Behandlung ist es wichtig, die Hand vorsichtig zu bewegen und zu dehnen. In manchen Fällen empfiehlt der Arzt eine Physiotherapie, um die Beweglichkeit der Finger weiter zu verbessern. Oft wird eine spezielle Schiene für die Nacht angepasst, damit sich der Finger nicht wieder einzieht. Die meisten können schon nach kurzer Zeit wieder alltägliche Dinge erledigen.
Was kann selbst getan werden?
Wer an einer Dupuytren-Kontraktur leidet, kann das Fortschreiten der Erkrankung selbst kaum beeinflussen. Es gibt keine nachgewiesenen Hausmittel oder Übungen, mit denen sich die Knoten oder Stränge zurückbilden lassen. Nach einer Nadelfasziotomie hilft es, regelmäßig die Beweglichkeit der Finger zu trainieren und die empfohlenen Nachsorgemaßnahmen einzuhalten. Bei ersten Anzeichen einer erneuten Verhärtung lohnt sich ein frühzeitiges Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um das weitere Vorgehen abzuklären.
Typische Sorgen und häufige Fragen
Viele fragen sich, ob der Eingriff schmerzhaft ist. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass währenddessen kaum Schmerzen zu spüren sind. Nach dem Eingriff kann die Hand für einige Tage empfindlich sein, was sich aber meist rasch bessert. Unsicherheit gibt es oft auch wegen der Rückfallgefahr. Tatsächlich kann die Erkrankung wiederkehren, doch das ist bei allen Behandlungsformen möglich. Die Nadelfasziotomie lässt sich im Bedarfsfall wiederholen.
Manche machen sich Sorgen, ob die Hand nach dem Eingriff dauerhaft geschwächt ist. In der Regel ist das nicht der Fall. Die Funktion der Hand verbessert sich meist deutlich, sobald der Strang durchtrennt ist und der Finger wieder beweglicher wird.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Sobald sich Knoten oder Stränge in der Handinnenfläche tasten lassen und die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt ist, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Ein Facharzt für Handchirurgie oder Orthopädie kann beurteilen, ob eine Nadelfasziotomie infrage kommt oder ob andere Behandlungsmöglichkeiten besser geeignet sind. Wer nach dem Eingriff anhaltende Schmerzen, eine starke Schwellung oder Taubheitsgefühle bemerkt, sollte ebenfalls zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Die Nadelfasziotomie ist eine bewährte und schonende Methode, um die Beweglichkeit der Finger bei Dupuytren-Kontraktur wiederherzustellen. Bei Fragen oder Unsicherheiten hilft ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um gemeinsam die beste Lösung zu finden.