Morbilli ist der medizinische Fachausdruck für Masern, eine hoch ansteckende Virusinfektion, die vor allem Kinder betrifft, aber auch Erwachsene schwer treffen kann.
Was genau sind Morbilli?
Unter dem Begriff Morbilli versteht man die klassische Kinderkrankheit Masern. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und wird in Arztbriefen oder medizinischen Befunden häufig verwendet, wenn von einer Masernerkrankung die Rede ist. Masern werden durch das Masernvirus ausgelöst und gehören weltweit zu den bekanntesten Infektionskrankheiten. Obwohl viele Menschen an eine harmlose Kinderkrankheit denken, können Masern durchaus ernst verlaufen und sind keineswegs nur eine Bagatelle.
Wie erkennt man Masern?
Die ersten Anzeichen beginnen meist mit grippeähnlichen Beschwerden. Zunächst treten Fieber, Husten, Schnupfen und eine Bindehautentzündung auf. Typisch sind auch kleine, weißliche Flecken an der Mundschleimhaut, die sogenannten Koplik-Flecken. Nach einigen Tagen entwickelt sich ein auffälliger Hautausschlag, der sich vom Gesicht auf den ganzen Körper ausbreitet. Das Fieber steigt oft erneut an, und die Betroffenen fühlen sich meist sehr krank und abgeschlagen. Gerade diese Kombination aus Fieber, Ausschlag und den genannten Begleiterscheinungen ist ein Hinweis auf Morbilli beziehungsweise Masern.
Wie gefährlich sind Morbilli?
Masern können schwerwiegende Komplikationen verursachen. Besonders gefürchtet sind Entzündungen der Lunge (Lungenentzündung) oder des Gehirns (Enzephalitis). Eine gefürchtete Spätfolge ist die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis, eine sehr seltene, aber immer tödlich verlaufende Gehirnentzündung, die Jahre nach einer Masernerkrankung auftreten kann. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit jedes Jahr noch immer mehrere zehntausend Menschen an Masern, vor allem in Ländern mit niedriger Impfquote. In Europa sind Todesfälle selten, aber Komplikationen wie Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder Durchfall kommen durchaus vor.
Wie werden Morbilli festgestellt?
Die Diagnose erfolgt meist anhand der typischen Symptome und des charakteristischen Ausschlags. Ärztinnen und Ärzte fragen nach dem Verlauf der Beschwerden und suchen gezielt nach den Koplik-Flecken im Mund. In Zweifelsfällen kann eine Blutuntersuchung auf spezielle Antikörper gegen das Masernvirus Klarheit bringen. Auch ein Rachenabstrich oder Urintest kann das Virus nachweisen. Da Masern sehr ansteckend sind, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um andere zu schützen.
Was tun bei Verdacht auf Masern?
Wer den Verdacht hat, an Morbilli erkrankt zu sein, sollte den direkten Kontakt zu anderen Menschen meiden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Erkrankung sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine spezielle Behandlung gegen das Masernvirus selbst gibt es nicht. Die Therapie beschränkt sich darauf, die Beschwerden zu lindern: Fiebersenkende Mittel, ausreichend Flüssigkeit und Bettruhe sind empfehlenswert. Bei bakteriellen Komplikationen wie einer Lungenentzündung können Antibiotika notwendig werden. Wichtig ist, auf Warnzeichen wie anhaltend hohes Fieber, starke Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen zu achten und dann sofort ärztliche Hilfe zu holen.
Wie kann man sich vor Morbilli schützen?
Der wirksamste Schutz ist die Impfung. Die Masernimpfung ist in Deutschland für alle Kinder empfohlen und wird meist in Kombination mit Mumps und Röteln (MMR-Impfung) verabreicht. Zwei Impfdosen sorgen in der Regel für einen lebenslangen Schutz. Auch Erwachsene, die ungeimpft sind oder keinen vollständigen Impfschutz haben, können sich noch nachträglich impfen lassen. Die Impfung schützt nicht nur die Geimpften selbst, sondern auch Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
Was kann man selbst tun?
Bei einer Masernerkrankung ist es wichtig, sich zu schonen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Das Zimmer sollte regelmäßig gelüftet werden. Direkter Kontakt zu anderen sollte vermieden werden, solange man ansteckend ist. Die Ansteckungsgefahr besteht meist ab vier Tagen vor bis etwa vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Angehörige und Kontaktpersonen sollten ihren eigenen Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls nachholen.
Häufige Sorgen und Fragen rund um Morbilli
Viele fragen sich, ob Masern auch für Erwachsene gefährlich werden können. Tatsächlich verlaufen Masern im Erwachsenenalter oft schwerer als bei Kindern. Besonders Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Auch die Frage, ob eine durchgemachte Masernerkrankung lebenslangen Schutz bietet, lässt sich klar beantworten: Wer Masern einmal durchgemacht hat, ist in der Regel lebenslang immun. Dennoch ist die Impfung der sicherere Weg, da sie das Risiko für Komplikationen deutlich senkt.
Bei Unsicherheit über den eigenen Impfstatus hilft ein Blick in den Impfpass oder eine Rücksprache mit der Hausarztpraxis. Wer Kontakt zu einer an Masern erkrankten Person hatte, kann sich noch innerhalb von drei Tagen nachträglich impfen lassen, um einen Ausbruch zu verhindern oder zumindest abzumildern.
Morbilli ist also keineswegs nur eine harmlose Kinderkrankheit. Die Erkrankung kann schwere Folgen haben, lässt sich aber durch eine Impfung zuverlässig verhindern. Ein vollständiger Impfschutz schützt nicht nur einen selbst, sondern auch die Gemeinschaft.