Metformin – Wirkung, Alltag und Risiken

Metformin – Wirkung, Alltag und Risiken

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Metformin ist ein Medikament, das vor allem zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wird und hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken.

Was steckt hinter dem Wirkstoff?

Metformin zählt zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei erhöhtem Blutzucker, insbesondere wenn es um Diabetes Typ 2 geht. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten Biguanide. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Zuckerproduktion in der Leber zu bremsen und die Aufnahme von Zucker aus dem Darm zu verringern. Gleichzeitig sorgt Metformin dafür, dass die Körperzellen empfindlicher auf das körpereigene Insulin reagieren und somit den Zucker aus dem Blut besser aufnehmen können.

Wann kommt Metformin zum Einsatz?

In den meisten Fällen wird Metformin verschrieben, wenn der Blutzucker trotz gesunder Ernährung und Bewegung nicht ausreichend gesenkt werden kann. Besonders bei Menschen mit Übergewicht ist es oft das Mittel der ersten Wahl. Manchmal wird Metformin auch mit anderen Medikamenten kombiniert, wenn ein einzelnes Präparat nicht ausreicht, um die Werte zu kontrollieren. Seltener findet sich der Wirkstoff bei anderen Erkrankungen, etwa dem sogenannten polyzystischen Ovarialsyndrom, einer Hormonstörung bei Frauen.

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Wie wirkt Metformin im Körper?

Der wichtigste Effekt von Metformin ist, dass die Leber weniger Zucker ins Blut abgibt. Gleichzeitig wird der Zucker, der mit der Nahrung aufgenommen wird, nicht so rasch ins Blut aufgenommen. Die Körperzellen nehmen den vorhandenen Zucker besser auf, weil sie empfindlicher auf Insulin reagieren. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel stabiler und steigt nach dem Essen nicht so stark an. Im Unterschied zu manchen anderen Diabetesmedikamenten führt Metformin in der Regel nicht zu einer Gewichtszunahme, sondern kann das Abnehmen sogar unterstützen.

Was bedeutet die Einnahme für den Alltag?

Wer Metformin einnimmt, sollte wissen, dass das Medikament meist in Tablettenform verordnet wird. Die Dosis wird individuell angepasst, oft beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Menge, die dann langsam gesteigert wird. Das Ziel: den Blutzucker möglichst gut einzustellen, ohne Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Die Tabletten werden meist zu den Mahlzeiten eingenommen, weil das den Magen schont.

Wichtig ist: Metformin ist kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise. Bewegung, ausgewogene Ernährung und Gewichtsabnahme bleiben die Basis jeder Diabetesbehandlung. Das Medikament unterstützt dabei, die Werte besser zu kontrollieren.

Häufige Fragen und Sorgen rund um Metformin

Viele machen sich Gedanken über mögliche Nebenwirkungen. Am häufigsten treten zu Beginn der Behandlung Magen Darm Beschwerden auf, zum Beispiel Übelkeit, Durchfall oder ein unangenehmes Völlegefühl. Diese Symptome lassen sich meist vermeiden, indem die Dosis langsam gesteigert und die Tabletten zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Sehr selten kann es zu einer sogenannten Laktatazidose kommen, einer Übersäuerung des Körpers, die gefährlich werden kann. Das Risiko ist vor allem dann erhöht, wenn die Nierenfunktion stark eingeschränkt ist oder andere schwere Erkrankungen vorliegen. Deshalb kontrollieren Ärztinnen und Ärzte regelmäßig die Nierenwerte und passen die Behandlung an, falls nötig.

Eine weitere Sorge betrifft die Kombination mit anderen Medikamenten oder Alkohol. Wer Metformin nimmt, sollte größere Mengen Alkohol meiden, da sich dadurch das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Auch bei geplanten Operationen oder Kontrastmitteluntersuchungen wird das Medikament manchmal vorübergehend abgesetzt.

Was lässt sich selbst tun?

Neben der regelmäßigen Einnahme der Tabletten hilft es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und sich ausreichend zu bewegen. Wer übergewichtig ist, kann durch Gewichtsabnahme die Wirkung von Metformin unterstützen. Blutzuckerwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden, um die Therapie optimal anzupassen. Bei Fragen oder Unsicherheiten rund um das Medikament ist es sinnvoll, einen Arzt oder eine Ärztin zu Rate zu ziehen.

Wie wird die Wirkung überprüft?

Ob Metformin den gewünschten Effekt hat, lässt sich am besten durch regelmäßige Messungen des Blutzuckers und des sogenannten Langzeitwerts HbA1c überprüfen. Dieser Wert zeigt an, wie gut der Blutzucker in den vergangenen Wochen eingestellt war. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen die Nierenwerte kontrolliert, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

Gibt es Alternativen?

Falls Metformin nicht vertragen wird oder nicht ausreicht, stehen verschiedene andere Medikamente zur Verfügung. Dazu zählen zum Beispiel sogenannte Sulfonylharnstoffe, DPP4 Hemmer oder SGLT2 Hemmer. Welche Therapie am besten passt, hängt von vielen Faktoren ab, etwa vom Alter, Begleiterkrankungen und individuellen Bedürfnissen.

Weiterführende Informationen

Mehr zum Thema Diabetes, Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten findest du im Artikel Diabetes mellitus. Dort werden weitere Hintergründe und praktische Tipps rund um die Erkrankung erklärt.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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