Metallartefakt: Störungen bei MRT und CT

Metallartefakt: Störungen bei MRT und CT

PD Dr. med. Witold Polanski

Ein Metallartefakt ist eine Bildstörung, die bei radiologischen Untersuchungen wie Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) durch Metall im Körper entsteht.

Wie entsteht ein Metallartefakt?

Kommt bei einer Untersuchung Metall ins Spiel, etwa durch Zahnimplantate, künstliche Gelenke, Schrauben nach einer Operation oder andere Prothesen, kann das die Bildgebung erheblich beeinflussen. Die Technik hinter Röntgen, CT und MRT basiert darauf, dass unterschiedlich dichte Materialien im Körper, wie Knochen, Weichteile oder Luft, verschieden stark auf die jeweiligen Strahlen reagieren. Metall ist jedoch so dicht und leitet die Strahlen so stark ab, dass es zu Störungen im Bild kommt. Diese Störungen zeigen sich als helle oder dunkle Streifen, Schatten, Verzerrungen oder unscharfe Bereiche, die eigentlich gar nicht im Körper vorhanden sind.

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Wie sehen Metallartefakte aus?

Im Bild wirken Metallartefakte oft wie strahlenförmige Linien, helle Flecken oder breite Schatten, die sich rund um das Metall ausbreiten. Besonders bei Zahnfüllungen, künstlichen Hüftgelenken oder Schrauben nach Knochenbrüchen sind diese Effekte häufig zu sehen. Die betroffenen Bereiche lassen sich manchmal gar nicht mehr richtig beurteilen, weil die Strukturen dahinter oder daneben von den Bildstörungen überlagert werden. Das kann zum Beispiel so aussehen, als würde ein weißer Strahl vom Metall ausgehen oder als wäre ein Teil des Bildes komplett verschwommen.

Warum sind Metallartefakte ein Problem?

Solche Bildstörungen erschweren es Radiologinnen und Radiologen, wichtige Details zu erkennen. Gerade wenn es darum geht, Entzündungen, Tumore oder andere Veränderungen in der Nähe von Metallimplantaten zu entdecken, können Metallartefakte die Diagnose unsicher machen. Manchmal ist der Bereich hinter dem Metall so stark gestört, dass dort keine Aussage über den Zustand des Gewebes getroffen werden kann. Das betrifft nicht nur die unmittelbare Umgebung des Metalls, sondern kann sich auch auf weiter entfernte Bildbereiche auswirken.

Was kann gegen Metallartefakte unternommen werden?

Moderne Geräte und spezielle Bildbearbeitungsverfahren helfen mittlerweile dabei, die Auswirkungen von Metallartefakten zu verringern. In der CT gibt es zum Beispiel spezielle Algorithmen, die solche Störungen herausrechnen und das Bild nachträglich verbessern. Im MRT werden oft andere Messmethoden gewählt oder sogenannte Metallartefakt-reduzierte Sequenzen verwendet. Trotzdem gelingt es nicht immer, die Bildqualität vollständig wiederherzustellen. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, auf eine andere Untersuchungsmethode auszuweichen oder das Metall, falls medizinisch vertretbar, vorübergehend zu entfernen. Das ist aber nur selten möglich, etwa bei kleinen Schmuckstücken oder Piercings.

Gibt es Unterschiede zu anderen Artefakten?

Metallartefakte sind nur eine Form von Bildstörungen in der Radiologie. Es gibt noch weitere Arten, etwa Suszeptibilitätsartefakte, die vor allem im MRT auftreten und mit Unterschieden im magnetischen Verhalten von Geweben zusammenhängen. Wer mehr dazu wissen möchte, findet unter Suszeptibilitätsartefakte eine ausführliche Erklärung. Auch der Begriff Artefaktüberlagerung beschreibt Bildfehler, bei denen verschiedene Störungen zusammentreffen und das Bild zusätzlich verfälschen.

Wann sind Metallartefakte zu erwarten?

Immer dann, wenn Metall im Untersuchungsfeld liegt, können solche Artefakte auftreten. Besonders häufig ist das bei Zahnprothesen, künstlichen Gelenken, Schrauben, Platten oder Herzschrittmachern der Fall. Auch kleine Metallteile wie Piercings oder Tätowierfarben mit metallischen Bestandteilen können Bildstörungen hervorrufen. Vor einer Untersuchung wird deshalb oft gefragt, ob Metall im Körper vorhanden ist. Das hilft dem medizinischen Personal, die Untersuchung besser zu planen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Reduktion der Artefakte zu ergreifen.

Was bedeutet das für die Aussagekraft der Untersuchung?

Ein Metallartefakt bedeutet nicht, dass die gesamte Untersuchung unbrauchbar ist. Häufig bleiben viele Bereiche gut beurteilbar. Allerdings kann es sein, dass gerade dort, wo das Metall liegt, wichtige Details verloren gehen. Das medizinische Team prüft dann, ob die vorhandenen Bilder ausreichen oder ob weitere Untersuchungen nötig sind. In vielen Fällen lassen sich trotz Artefakten noch genügend Informationen gewinnen, um eine sichere Diagnose zu stellen. Falls nicht, können andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall eine Alternative bieten, da sie auf Schallwellen und nicht auf Strahlen oder Magnetfelder setzen.

Was tun, wenn im Befund von Metallartefakten die Rede ist?

Steht im Arztbrief oder Befund, dass Metallartefakte die Bildqualität beeinflussen, heißt das meist, dass bestimmte Bereiche im Bild nicht eindeutig beurteilt werden konnten. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern eine sachliche Information für die behandelnden Ärzte. Sie wissen dann, dass sie bei der weiteren Planung oder Therapie diese Einschränkung berücksichtigen müssen. Für dich als Patient bedeutet das in der Regel keine Gefahr, sondern lediglich, dass das Bild an manchen Stellen weniger aussagekräftig ist.

Zusammenhänge mit anderen Begriffen

In der medizinischen Bildgebung tauchen verschiedene Artefaktarten auf, die sich in ihrer Ursache und ihrem Aussehen unterscheiden. Neben Metallartefakten gibt es zum Beispiel Suszeptibilitätsartefakte und Artefaktüberlagerungen, die jeweils eigene Besonderheiten aufweisen. Wer sich intensiver mit diesen Themen beschäftigen möchte, findet unter den genannten Links weiterführende Informationen.

Metallartefakte sind also typische Begleiterscheinungen moderner Bildgebung, wenn sich Metall im Körper befindet. Sie sind für die Diagnostik manchmal eine Herausforderung, lassen sich aber durch technische Entwicklungen und Erfahrung der Radiologen oft gut einschätzen und in vielen Fällen zumindest teilweise beheben.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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