Lax Vox bei Heiserkeit und Stimmbeschwerden

Lax Vox bei Heiserkeit und Stimmbeschwerden

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Lax Vox ist eine spezielle Übungsmethode zur Stimmtherapie, bei der durch das Sprechen oder Summen in einen mit Wasser gefüllten Silikonschlauch die Stimme trainiert und entlastet wird. Entwickelt wurde das Konzept ursprünglich in Finnland und wird heute weltweit von Logopäden, Sängern und Menschen mit Stimmproblemen angewendet.

Wie funktioniert Lax Vox?

Bei dieser Methode wird ein etwa 30 Zentimeter langer, flexibler Schlauch benötigt, der in ein Glas mit Wasser getaucht wird. Die andere Seite des Schlauchs nimmt man in den Mund. Während des Ausatmens wird durch den Schlauch in das Wasser geblasen, wobei Blubberblasen entstehen. Dabei kann entweder einfach ausgeatmet, gesummt oder sogar Silben und Wörter gesprochen werden.

Das Besondere: Durch den Widerstand des Wassers und die entstehenden Luftblasen entstehen sanfte Vibrationen, die sich auf den Kehlkopf und die Stimmbänder übertragen. Das sorgt dafür, dass die Muskulatur rund um die Stimme entspannt und die Stimmlippen schonend in Schwingung versetzt werden. Die Methode ist einfach zu erlernen und kann sowohl im Sitzen als auch im Stehen durchgeführt werden.

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Wer profitiert von Lax Vox?

Lax Vox findet vor allem in der Stimmtherapie Anwendung, wenn die Stimme heiser, überlastet oder nach Operationen am Kehlkopf geschont werden muss. Auch nach längeren Erkältungen oder bei sogenannten funktionellen Stimmstörungen, also wenn die Stimme ohne organische Ursache versagt oder rau klingt, kann diese Übung helfen, die Stimme zu stabilisieren.

Sänger, Schauspieler und Sprecher nutzen Lax Vox oft zum Aufwärmen vor dem Auftritt oder um die Stimme nach starker Belastung wieder zu regenerieren. Selbst Menschen, die beruflich viel sprechen müssen, wie Lehrkräfte oder Callcenter-Mitarbeiter, profitieren von dieser einfachen Methode, um ihre Stimme fit zu halten.

Wie wirkt sich Lax Vox auf die Stimme aus?

Die Wirkung der Methode ist gut untersucht. Durch das Blubbern wird der Druck auf die Stimmbänder gleichmäßig verteilt. Das fördert eine entspannte Stimmgebung und verhindert, dass die Stimmlippen beim Sprechen zu fest aufeinander schlagen. Viele berichten, dass sich die Stimme schon nach wenigen Minuten klarer, voller und weniger angestrengt anfühlt.

Außerdem werden durch die Vibrationen die Durchblutung im Kehlkopfbereich angeregt und Verspannungen gelöst. Das kann helfen, Heiserkeit schneller loszuwerden oder einer Überlastung vorzubeugen. Auch die Atemtechnik verbessert sich, weil das Ausatmen bewusst gesteuert wird.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Lax Vox gilt als sehr sichere Methode. Es sind keine Nebenwirkungen bekannt, solange die Übung korrekt durchgeführt wird. Wichtig ist, dass der Wasserstand im Glas nicht zu hoch gewählt wird, etwa zwei bis fünf Zentimeter reichen meist aus. So bleibt der Druck auf die Stimmbänder gering.

Wer beim Blubbern Schmerzen, Hustenreiz oder ein unangenehmes Druckgefühl verspürt, sollte die Übung abbrechen und sich von einer Fachperson beraten lassen. Gerade nach Operationen am Kehlkopf oder bei chronischen Stimmproblemen empfiehlt es sich, die Methode unter Anleitung einer Logopädin oder eines Logopäden zu erlernen.

Anleitung für zu Hause

Um die Methode selbst auszuprobieren, wird ein spezieller Silikonschlauch benötigt, der in Apotheken oder im Internet erhältlich ist. Das Glas sollte mit etwas Wasser gefüllt werden, der Schlauch etwa zwei bis drei Zentimeter tief eingetaucht sein. Nun mit den Lippen locker umschließen und beim Ausatmen sanft ins Wasser blubbern. Dabei kann die Übung mit Summen oder leichten Silben variiert werden.

Wichtig ist, nicht zu fest zu pusten und regelmäßig Pausen einzulegen. Schon wenige Minuten täglich reichen aus, um einen Effekt zu spüren. Wer unsicher ist, kann sich an eine logopädische Praxis wenden und sich die Technik zeigen lassen.

Was steckt hinter dem Namen?

Der Begriff „Lax Vox“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „lockere Stimme“. Das spiegelt das Ziel der Methode wider: Die Stimme soll entspannt, frei und ohne unnötige Anstrengung klingen. Entwickelt wurde das Verfahren von der finnischen Logopädin Marketta Sihvo in den 1990er Jahren, seither wurde es stetig weiterentwickelt und wissenschaftlich untersucht.

Wann ist Lax Vox sinnvoll?

Die Methode eignet sich besonders gut zur Prävention und Rehabilitation bei Stimmproblemen. Wer häufig heiser ist, die Stimme nach längerem Sprechen erschöpft klingt oder nach einer Kehlkopfoperation die Stimme wieder aufbauen möchte, kann von dieser Technik profitieren. Auch als tägliche Routine für Berufssprecher oder Sänger ist sie gut geeignet.

Bei akuten Halsschmerzen, schweren Entzündungen oder offenen Wunden im Mundbereich sollte auf das Blubbern verzichtet werden. Im Zweifel empfiehlt sich immer eine Rücksprache mit einer Fachperson.

Zusammengefasst

Lax Vox ist eine einfach zu erlernende und wirkungsvolle Methode, um die Stimme zu schonen, zu trainieren und zu regenerieren. Die sanften Vibrationen beim Blubbern im Wasserglas helfen, Verspannungen zu lösen und die Stimme klarer und belastbarer zu machen. Wer die Übung regelmäßig in den Alltag einbaut, kann die eigene Stimmgesundheit langfristig stärken.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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