Laminektomie: Ablauf, Risiken und Genesung

Laminektomie: Ablauf, Risiken und Genesung

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Laminektomie ist ein chirurgischer Eingriff an der Wirbelsäule, bei dem ein Teil des Wirbelbogens entfernt wird, um Platz für die Nervenstrukturen zu schaffen und so Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln zu entlasten.

Was passiert bei einer Laminektomie?

Im Zentrum der Operation steht die sogenannte Lamina. Das ist ein knöcherner Abschnitt des Wirbels, der wie ein Dach das Rückenmark und die Nerven im Wirbelkanal schützt. Bei manchen Erkrankungen oder Verletzungen kommt es vor, dass dieser Kanal zu eng wird. Das kann verschiedene Ursachen haben: zum Beispiel altersbedingte Veränderungen wie eine Spinalkanalstenose, Bandscheibenvorfälle oder auch Tumore. Durch die Verengung geraten Nerven unter Druck, was oft zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder sogar Lähmungserscheinungen führen kann.

Mit einer Laminektomie wird gezielt ein Teil dieser knöchernen Struktur entfernt. Dadurch entsteht mehr Platz im Wirbelkanal und die eingeengten Nerven werden entlastet. Ziel ist es, Beschwerden wie starke Rückenschmerzen, ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine oder neurologische Ausfälle zu lindern.

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Wann wird eine Laminektomie durchgeführt?

Der Eingriff kommt meist dann in Frage, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, Medikamente oder gezielte Spritzen nicht ausreichend geholfen haben. Besonders bei einer Spinalkanalstenose, also einer Verengung des Wirbelkanals, ist die Laminektomie eine bewährte Methode. Auch bei bestimmten Bandscheibenvorfällen, Tumoren oder Verletzungen kann sie notwendig werden.

Typische Beschwerden, die auf eine solche Verengung hinweisen, sind zum Beispiel anhaltende Rückenschmerzen, Schwäche oder Taubheit in den Beinen, Schwierigkeiten beim Gehen oder Kontrollverlust über Blase und Darm. In diesen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein, um bleibende Schäden zu verhindern.

Wie läuft die Operation ab?

Vor dem Eingriff erfolgt eine genaue Diagnostik, meist mit bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT. Während der Operation wird unter Vollnarkose der betroffene Wirbelsäulenabschnitt freigelegt. Dann entfernt der Chirurg vorsichtig die Lamina und gegebenenfalls weitere störende Strukturen wie verdickte Bänder oder Knochenauswüchse. Ziel ist immer, so wenig Gewebe wie nötig zu entfernen und die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten.

In manchen Fällen wird die Laminektomie mit anderen Verfahren kombiniert, etwa einer Stabilisierung durch Schrauben und Platten, wenn ein erhöhtes Risiko für Instabilitäten besteht. Die reine Entfernung der Lamina ist jedoch das Grundprinzip.

Welche Risiken und Folgen gibt es?

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei der Laminektomie gewisse Risiken. Dazu zählen Blutungen, Infektionen, Verletzungen von Nervenstrukturen oder eine instabile Wirbelsäule. Solche Komplikationen sind insgesamt selten, aber möglich. Die meisten Menschen profitieren von einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden, vor allem wenn der Eingriff rechtzeitig erfolgt.

Nach der Operation ist in der Regel eine kurze Überwachung im Krankenhaus nötig. Schon nach wenigen Tagen kann meist mit vorsichtiger Mobilisation begonnen werden. Je nach Ausmaß des Eingriffs und der eigenen Verfassung dauert die Erholung unterschiedlich lange. In vielen Fällen folgt eine physiotherapeutische Nachbehandlung, um die Beweglichkeit und Muskulatur wieder aufzubauen.

Was passiert nach der Laminektomie?

Die meisten spüren schon kurz nach dem Eingriff eine Besserung der Schmerzen oder der neurologischen Symptome. Trotzdem braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Es ist wichtig, sich an die Empfehlungen der behandelnden Ärztinnen und Therapeuten zu halten. Übermäßige Belastungen, schweres Heben oder ruckartige Bewegungen sollten für einige Wochen vermieden werden.

Oft wird eine gezielte Krankengymnastik empfohlen, um die Rückenmuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. Auch das Erlernen rückenschonender Bewegungsabläufe kann helfen, Rückfällen vorzubeugen. In manchen Fällen ist eine Reha sinnvoll, besonders wenn die Beschwerden lange bestanden haben oder die Muskulatur stark geschwächt ist.

Gibt es Alternativen zur klassischen Laminektomie?

Nicht immer muss gleich der gesamte Wirbelbogen entfernt werden. In manchen Situationen reicht es, nur einen Teil der Lamina zu entfernen. Dieses Verfahren nennt sich Hemilaminektomie. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet weitere Informationen im Artikel zur Hemilaminektomie.

Außerdem gibt es minimalinvasive Techniken, bei denen möglichst wenig Gewebe verletzt wird. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von der genauen Ursache, dem Ausmaß der Verengung und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Was kann selbst zur Genesung beitragen?

Nach einer Laminektomie ist Geduld gefragt. Der Heilungsprozess braucht Zeit. Schonende Bewegung, regelmäßige Physiotherapie und das Vermeiden von Fehlbelastungen sind die wichtigsten Bausteine für eine gute Genesung. Wer raucht, sollte versuchen, das Rauchen aufzugeben, da Nikotin die Heilung verzögern kann. Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich, deshalb kann eine langfristige Umstellung der Ernährung sinnvoll sein.

Wichtig ist auch, auf Warnzeichen wie zunehmende Schmerzen, Fieber oder Taubheitsgefühle zu achten und diese frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Die meisten können nach einer Laminektomie wieder ein aktives Leben führen, wenn sie sich an die Empfehlungen halten und die Rückenmuskulatur gezielt stärken.

Typische Fragen und Sorgen rund um die Laminektomie

Viele machen sich Sorgen, wie lange sie nach dem Eingriff ausfallen und wann sie wieder arbeiten oder Sport treiben können. Die Antwort hängt stark vom individuellen Verlauf ab. In der Regel ist nach wenigen Wochen wieder eine normale Belastung möglich, bei körperlich schweren Tätigkeiten kann es aber länger dauern.

Auch die Angst vor bleibenden Einschränkungen ist verständlich. Die meisten profitieren von einer deutlichen Besserung der Beschwerden, vor allem wenn die Operation nicht zu lange hinausgezögert wurde. Trotzdem kann es in manchen Fällen zu Restbeschwerden kommen, etwa wenn die Nerven schon vor dem Eingriff länger geschädigt waren.

Wer unsicher ist, sollte das Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen suchen und alle Fragen offen ansprechen. Eine gute Vorbereitung und realistische Erwartungen helfen, mit der Situation umzugehen und den Weg zurück in den Alltag zu finden.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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