Kyphoplastie bei Wirbelbruch – Ablauf und Wirkung

Kyphoplastie bei Wirbelbruch – Ablauf und Wirkung

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein gebrochener Wirbelkörper im Bereich der Wirbelsäule stabilisiert und in seiner Höhe wiederaufgerichtet wird, meist nach einem osteoporotisch bedingten Bruch.

Was passiert bei einer Kyphoplastie?

Bei diesem Eingriff wird unter Röntgenkontrolle eine kleine Kanüle durch die Haut direkt in den betroffenen Wirbel eingeführt. Über diese Kanüle schieben Fachleute einen winzigen Ballon in den gebrochenen Wirbelkörper. Der Ballon wird vorsichtig aufgepumpt, sodass sich der zusammengesackte Wirbel wieder aufrichtet. Anschließend wird der Ballon entfernt und der entstandene Hohlraum mit einem speziellen Knochenzement ausgefüllt. Dieser härtet innerhalb weniger Minuten aus und sorgt dafür, dass der Wirbel wieder stabil bleibt.

Das Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die durch den Wirbelbruch verursacht werden, und eine weitere Verformung der Wirbelsäule zu verhindern. Die Kyphoplastie wird meist bei Brüchen durch Osteoporose angewendet, seltener bei Tumoren oder Verletzungen.

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Wann kommt diese Methode zum Einsatz?

Eine Kyphoplastie wird vor allem dann in Erwägung gezogen, wenn ein Wirbelkörper durch Osteoporose eingebrochen ist und starke Schmerzen verursacht. Gerade ältere Menschen sind davon betroffen, da die Knochendichte im Alter abnimmt. Auch bei Brüchen, die nach Tumorerkrankungen oder Unfällen auftreten, kann dieses Verfahren helfen.

Nicht jeder Wirbelbruch muss operiert werden. Viele heilen mit Schmerzmitteln, Physiotherapie und Schonung. Wenn aber die Schmerzen trotz Behandlung anhalten oder der Wirbel stark zusammengesackt ist, bietet die Kyphoplastie eine Möglichkeit, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Meist erfolgt der Eingriff unter örtlicher Betäubung oder in kurzer Vollnarkose. Die Operation dauert oft weniger als eine Stunde. Nach dem Eingriff ist es in vielen Fällen möglich, schon nach wenigen Stunden wieder aufzustehen und sich zu bewegen. Ein Krankenhausaufenthalt von ein bis drei Tagen ist üblich.

Vor der Kyphoplastie wird eine genaue Bildgebung (meist MRT oder CT) durchgeführt, um den Bruch zu beurteilen. Nach der Behandlung kontrollieren Ärztinnen und Ärzte den Erfolg mit weiteren Röntgenbildern.

Was sind die Vorteile und Risiken?

Die Kyphoplastie bietet einige Vorteile gegenüber anderen Verfahren. Sie kann Schmerzen häufig schon kurz nach dem Eingriff deutlich lindern. Die Wirbelsäule wird stabilisiert und das Risiko weiterer Verformungen gesenkt. Viele Menschen berichten, dass sie rasch wieder mobiler sind und schneller in den Alltag zurückkehren können.

Wie bei jedem Eingriff gibt es jedoch auch Risiken. In seltenen Fällen kann der Knochenzement austreten und Nerven oder Blutgefäße reizen. Infektionen, Blutergüsse oder allergische Reaktionen kommen sehr selten vor. Die Komplikationsrate ist insgesamt gering, besonders im Vergleich zu offenen Operationen an der Wirbelsäule.

Häufige Sorgen rund um die Kyphoplastie

Viele Menschen fragen sich, ob der Eingriff schmerzhaft ist oder bleibende Schäden hinterlassen kann. Während des Eingriffs sorgen Betäubung oder Narkose dafür, dass keine Schmerzen zu spüren sind. Nach der Kyphoplastie treten meist nur leichte Wundschmerzen auf, die rasch abklingen.

Eine weitere Sorge betrifft die Haltbarkeit des Knochenzements. Studien zeigen, dass der Zement sehr beständig ist und den Wirbel dauerhaft stabilisiert. Allerdings kann es durch die zugrunde liegende Osteoporose später zu Brüchen an anderen Wirbeln kommen. Deshalb ist es wichtig, die Knochengesundheit weiterhin zu fördern und regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Was kannst du selbst tun?

Nach einer Kyphoplastie ist es sinnvoll, sich bald wieder zu bewegen, um Muskeln und Kreislauf zu stärken. Schonende Bewegung, etwa Spazierengehen oder gezielte Physiotherapie, unterstützt die Heilung. Schwere Lasten und ruckartige Bewegungen sollten in den ersten Wochen vermieden werden.

Um das Risiko weiterer Brüche zu reduzieren, empfiehlt sich eine Behandlung der Osteoporose mit Medikamenten, Vitamin D und Kalzium. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Schwimmen oder Radfahren, helfen, die Knochendichte zu erhalten.

Wie stehen die Erfolgsaussichten?

Die Kyphoplastie gilt als sehr effektives Verfahren zur Schmerzlinderung nach Wirbelbrüchen. Studien zeigen, dass etwa acht von zehn Menschen nach dem Eingriff deutlich weniger Schmerzen haben und wieder aktiver am Leben teilnehmen können. Die meisten berichten, dass sich ihre Lebensqualität spürbar verbessert.

Eine Garantie auf völlige Beschwerdefreiheit gibt es nicht. In seltenen Fällen bleiben Restbeschwerden bestehen oder es kommt zu neuen Brüchen in anderen Wirbeln. Eine enge Abstimmung mit den behandelnden Fachleuten und eine konsequente Nachsorge sind deshalb wichtig.

Die Kyphoplastie ist eine moderne Methode, die vielen Menschen mit schmerzhaften Wirbelbrüchen wieder zu mehr Beweglichkeit und Lebensfreude verhilft. Wer Fragen zu diesem Verfahren hat, sollte sich nicht scheuen, diese offen im Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten anzusprechen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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