Keratitis: Warnzeichen, Ursachen und Schutz

Keratitis: Warnzeichen, Ursachen und Schutz

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Keratitis bezeichnet eine Entzündung der Hornhaut des Auges, also der klaren, äußeren Schicht, die das Auge schützt und für das Sehen besonders wichtig ist. Die Hornhaut liegt direkt vor der Pupille und der Iris und sorgt dafür, dass Licht gebündelt ins Auge fällt. Ist sie entzündet, können Schmerzen, Rötung, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen auftreten.

Wie äußert sich eine Entzündung der Hornhaut?

Eine Keratitis kann sehr unterschiedlich verlaufen. Typisch sind plötzlich einsetzende Beschwerden wie ein schmerzendes, gerötetes Auge, das stark auf Licht reagiert. Manche berichten über ein Fremdkörpergefühl, als wäre Sand im Auge. Oft tränt das Auge verstärkt, und das Sehen kann verschwommen sein. In manchen Fällen entwickelt sich eine sichtbare Trübung oder ein kleiner Fleck auf der Hornhaut. Manchmal ist nur ein Auge betroffen, es können aber auch beide Augen gleichzeitig entzündet sein. Die Beschwerden sind meist so unangenehm, dass ein Arztbesuch nicht lange hinausgezögert wird.

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Was sind die häufigsten Ursachen?

Eine Entzündung der Hornhaut entsteht meist durch Infektionen. Am häufigsten sind Bakterien oder Viren die Auslöser. Besonders das Herpes-simplex-Virus, das auch Lippenbläschen verursacht, kann die Hornhaut befallen. Seltener sind Pilze oder kleine Parasiten beteiligt. Auch winzige Verletzungen, zum Beispiel durch einen Fremdkörper, eine Kontaktlinse oder Kratzer, können eine Eintrittspforte für Keime bilden. Wer Kontaktlinsen trägt, hat ein erhöhtes Risiko, vor allem wenn die Linsen nicht ausreichend gereinigt werden oder beim Schwimmen getragen werden. Auch trockene Augen, bestimmte Medikamente oder ein geschwächtes Immunsystem können die Entstehung begünstigen.

Ist eine Keratitis gefährlich?

Viele haben Angst, dauerhaft ihr Sehvermögen zu verlieren. Tatsächlich kann eine Entzündung der Hornhaut, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu bleibenden Schäden führen. Im schlimmsten Fall droht eine dauerhafte Trübung oder sogar eine Erblindung des betroffenen Auges. Das passiert jedoch selten, vor allem wenn frühzeitig eine gezielte Behandlung erfolgt. Unbehandelt kann sich die Entzündung ausbreiten, die Hornhaut durchbrechen und das gesamte Auge in Mitleidenschaft ziehen. Deshalb ist es wichtig, bei den genannten Symptomen rasch einen Augenarzt aufzusuchen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die genaue Ursache lässt sich meist durch eine Untersuchung beim Augenarzt klären. Mit einer speziellen Spaltlampe wird das Auge vergrößert betrachtet, um Veränderungen der Hornhaut zu erkennen. In manchen Fällen wird ein Abstrich genommen, um den Erreger im Labor zu bestimmen. So kann gezielt entschieden werden, welche Behandlung notwendig ist. Bei Kontaktlinsenträgern wird oft die Linse selbst untersucht. Auch die genaue Vorgeschichte, etwa Verletzungen, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme, spielt eine Rolle bei der Diagnose.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Entzündung werden meist antibiotische Augentropfen oder -salben verschrieben. Liegt ein Virus wie Herpes zugrunde, kommen antivirale Mittel zum Einsatz. Pilzinfektionen der Hornhaut sind selten, erfordern aber spezielle Medikamente. Zusätzlich können schmerzlindernde Tropfen oder Salben helfen, die Beschwerden zu lindern. Kontaktlinsen sollten während der Behandlung auf keinen Fall getragen werden. In schweren Fällen kann ein stationärer Aufenthalt oder sogar eine Operation nötig werden, zum Beispiel wenn die Hornhaut stark geschädigt ist. Die Heilung dauert meist einige Tage bis Wochen. Wichtig ist, die Behandlung konsequent fortzusetzen und Kontrolltermine wahrzunehmen, um Komplikationen zu vermeiden.

Was kannst du selbst tun, um vorzubeugen?

Gute Hygiene ist besonders wichtig, vor allem beim Umgang mit Kontaktlinsen. Die Hände sollten immer gründlich gewaschen werden, bevor die Linsen eingesetzt oder herausgenommen werden. Kontaktlinsen dürfen niemals mit Leitungswasser oder Speichel benetzt werden. Schwimmen mit Kontaktlinsen erhöht das Risiko für Infektionen deutlich. Wer zu trockenen Augen neigt oder Medikamente einnimmt, die die Tränenproduktion beeinflussen, sollte dies mit dem Augenarzt besprechen. Bei ersten Anzeichen wie Rötung, Schmerzen oder Sehverschlechterung empfiehlt sich ein frühzeitiger Arztbesuch. Nicht selbst mit Hausmitteln experimentieren, da dies die Entzündung verschlimmern kann.

Was bedeutet die Diagnose für den Alltag?

Die meisten Fälle verlaufen unkompliziert, wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Während der akuten Phase ist es ratsam, das Auge zu schonen, auf Bildschirmarbeit zu verzichten und direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Autofahren ist oft nicht möglich, solange das Sehen beeinträchtigt ist. Nach Abklingen der Entzündung kann in den meisten Fällen wieder normal gesehen werden. Bei schweren Verläufen oder wiederholten Entzündungen können jedoch Narben zurückbleiben, die das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt helfen, Folgeschäden rechtzeitig zu erkennen.

Die Keratitis ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung der Hornhaut. Wer die Warnzeichen kennt und frühzeitig Hilfe sucht, hat meist sehr gute Chancen auf eine vollständige Heilung.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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