I.V. ist eine medizinische Abkürzung und steht für „intravenös“. Damit wird beschrieben, dass etwas direkt in eine Vene, also ein Blutgefäß, das Blut zum Herzen zurückführt, gegeben oder durchgeführt wird.
Was bedeutet intravenös genau?
Der Begriff intravenös setzt sich aus dem lateinischen „intra“ für „innen“ und „vena“ für „Vene“ zusammen. Wird in einem Arztbrief oder Bericht von einer i.v. Gabe gesprochen, ist damit gemeint, dass ein Medikament, eine Flüssigkeit oder ein Kontrastmittel direkt in die Vene verabreicht wurde. Das kann zum Beispiel über einen sogenannten Zugang am Arm oder Handrücken passieren. Im Gegensatz dazu gibt es auch andere Wege, wie zum Beispiel „oral“ (über den Mund) oder „intramuskulär“ (in einen Muskel).
Wo taucht i.v. auf und warum wird es verwendet?
I.v. kommt in der Medizin sehr häufig vor. Besonders in Krankenhäusern, Notaufnahmen oder bei Operationen ist diese Abkürzung fast alltäglich. Sie steht dann zum Beispiel bei Anweisungen wie „i.v. Antibiotika“, „i.v. Flüssigkeitstherapie“ oder „i.v. Schmerzmittel“. Auch bei bestimmten Untersuchungen, etwa einer Computertomografie, liest man manchmal „Kontrastmittel i.v. verabreicht“. Der Vorteil der intravenösen Gabe liegt darin, dass der Wirkstoff sehr schnell und gezielt in den Blutkreislauf gelangt. Das ist besonders dann wichtig, wenn rasch eine Wirkung erzielt werden soll oder der Magen-Darm-Trakt umgangen werden muss.
Welche anderen Bedeutungen kann i.v. haben?
Sehr selten steht i.v. in anderen Zusammenhängen auch für „in vitro“ (also „im Reagenzglas“), das wird aber im klinischen Alltag kaum verwendet. In medizinischen Dokumenten und Arztbriefen ist mit i.v. fast immer „intravenös“ gemeint. Trotzdem ist es wichtig, die Abkürzung im jeweiligen Kontext zu betrachten, weil sie in anderen Fachgebieten auch andere Bedeutungen haben kann.
Wie läuft eine i.v. Gabe ab?
Für eine intravenöse Verabreichung wird meist ein kleiner Zugang, auch „Venenverweilkanüle“ genannt, gelegt. Das ist ein dünner Plastikschlauch, der in eine Vene am Arm oder Handrücken eingeführt wird. Darüber können Medikamente, Flüssigkeiten oder Kontrastmittel direkt ins Blut gegeben werden. Die Verabreichung kann als einzelne Spritze (Bolus) erfolgen oder als Infusion, bei der die Substanz langsam über einen längeren Zeitraum tropft.
Ist eine i.v. Behandlung schmerzhaft oder gefährlich?
Das Einführen des Venenkatheters kann kurz unangenehm sein, ist aber in der Regel gut auszuhalten. Komplikationen sind selten. Gelegentlich kann es an der Einstichstelle zu kleinen Blutergüssen, Rötungen oder Schwellungen kommen. Sehr selten entzündet sich die Vene, was dann aber meist gut behandelbar ist. Die Medikamente selbst werden über die Vene meist sehr gut vertragen, weil sie direkt ins Blut gelangen und nicht erst durch den Magen müssen.
Wann wird i.v. bevorzugt?
Manche Medikamente können nur über die Vene gegeben werden, weil sie im Magen zerstört würden oder zu langsam aufgenommen werden. Auch bei Notfällen, etwa bei schweren Infektionen, Kreislaufproblemen oder Schmerzen, ist die i.v. Gabe Standard, weil sie schnell wirkt. Flüssigkeitsinfusionen kommen zum Einsatz, wenn nicht genug getrunken werden kann oder ein starker Flüssigkeitsverlust vorliegt.
Abkürzungen im Kontext verstehen
Die Abkürzung i.v. kann je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen haben. In den allermeisten medizinischen Berichten, Arztbriefen und Anweisungen steht sie jedoch für „intravenös“. Um sicherzugehen, hilft immer ein Blick auf den Zusammenhang, in dem die Abkürzung verwendet wird. Wer unsicher ist, kann gezielt nachfragen, was genau gemeint ist.