In Stent Stenose – Gefäß erneut verengt

In Stent Stenose – Gefäß erneut verengt

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine In Stent Stenose beschreibt die erneute Verengung eines Blutgefäßes an der Stelle, an der bereits ein Stent eingesetzt wurde, um das Gefäß offen zu halten. Dabei handelt es sich um eine Komplikation, die nach einer Stentimplantation auftreten kann und den Blutfluss erneut behindert.

Was genau passiert bei einer In Stent Stenose?

Nachdem ein Stent, also eine kleine Gefäßstütze aus Metall oder Kunststoff, in ein verengtes oder verschlossenes Blutgefäß eingesetzt wurde, soll dieser eigentlich verhindern, dass das Gefäß sich wieder zusetzt. Trotzdem kann es passieren, dass sich an der Innenseite des Stents erneut Ablagerungen oder Narbengewebe bilden. Das führt dazu, dass das Gefäß an dieser Stelle wieder enger wird. Der Begriff Stenose steht generell für eine Verengung eines Gefäßes oder eines anderen Hohlorgans – mehr dazu findest du auch hier: Was ist eine Stenose?.

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Warum entsteht eine erneute Verengung im Stent?

Direkt nach dem Einsetzen eines Stents reagiert der Körper an dieser Stelle mit einer Art Heilungsprozess. Es bildet sich neues Gewebe über dem Stent, um die Gefäßwand zu schützen. Bei manchen Menschen wächst dieses Gewebe jedoch stärker als nötig. Es kann sich auch Kalk oder Cholesterin ablagern. In beiden Fällen wird der Durchmesser des Gefäßes wieder kleiner. Besonders häufig tritt das Problem in den ersten Monaten bis wenigen Jahren nach der Stentimplantation auf. Moderne Stents sind zwar so entwickelt, dass sie das Risiko für eine erneute Verengung möglichst gering halten, aber ganz ausschließen lässt es sich nicht.

Welche Symptome können auftreten?

Eine In Stent Stenose macht sich oft auf ähnliche Weise bemerkbar wie die ursprüngliche Gefäßverengung. Im Herzbereich kann das zum Beispiel bedeuten: Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, vor allem bei körperlicher Belastung. Manche spüren Atemnot, Schwäche oder ungewöhnliche Erschöpfung. Bei Stents in anderen Körperregionen, etwa in den Beinen, treten oft Schmerzen beim Gehen oder ein Kältegefühl auf. Manchmal bleiben die Beschwerden zunächst unbemerkt oder werden mit anderen Ursachen verwechselt.

Wie wird eine In Stent Stenose festgestellt?

Typischerweise beginnt die Suche nach einer erneuten Verengung mit einem Gespräch über die aktuellen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Je nach betroffener Gefäßregion kommen unterschiedliche Untersuchungsmethoden infrage. Am Herzen ist das Belastungs-EKG ein häufig genutztes Verfahren, manchmal ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens oder spezielle bildgebende Verfahren wie die Koronarangiografie. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt, um Engstellen sichtbar zu machen. In anderen Gefäßbereichen können Ultraschall, CT oder MRT eingesetzt werden.

Ist das gefährlich?

Die erneute Verengung eines Stents kann ernsthafte Folgen haben, wenn sie nicht erkannt und behandelt wird. Gerade bei Herzkranzgefäßen drohen Durchblutungsstörungen, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen können. Deshalb ist es wichtig, bei typischen Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Schmerzen in den Beinen nach einer Stentimplantation aufmerksam zu bleiben. Viele Menschen sorgen sich, dass eine In Stent Stenose ein Zeichen für einen „Fehler“ bei der ersten Behandlung ist. Das ist aber meistens nicht der Fall – es handelt sich um eine bekannte Komplikation, die auch bei optimalem Verlauf auftreten kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer erneuten Verengung

Stellt sich heraus, dass ein Stent wieder verengt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu behandeln. Häufig wird das betroffene Gefäß erneut mit einem Ballonkatheter geweitet, manchmal wird ein zusätzlicher Stent eingesetzt. In bestimmten Fällen kommen auch Medikamente zum Einsatz, die direkt in das Gefäß gegeben werden, um das Wachstum von Narbengewebe zu hemmen. Moderne Stents sind oft mit Wirkstoffen beschichtet, die das Risiko einer erneuten Verengung weiter senken. Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt von der genauen Situation ab und wird individuell entschieden.

Was kann man selbst tun, um das Risiko zu senken?

Nach dem Einsetzen eines Stents ist es besonders wichtig, die vom Arzt verschriebenen Medikamente regelmäßig einzunehmen. Dazu gehören meist Blutverdünner, die verhindern, dass sich Blutgerinnsel oder neue Ablagerungen bilden. Ein gesunder Lebensstil spielt ebenfalls eine große Rolle. Dazu zählt der Verzicht auf Rauchen, eine ausgewogene Ernährung mit wenig tierischen Fetten, ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht. Wer Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte hat, sollte diese gut einstellen lassen und regelmäßig kontrollieren. So lässt sich das Risiko für eine erneute Verengung deutlich verringern.

Häufige Fragen und Sorgen rund um die In Stent Stenose

Viele Menschen fragen sich nach einer Stentimplantation, ob der Eingriff „nicht funktioniert hat“, wenn es zu einer In Stent Stenose kommt. Das ist nicht der Fall. Auch bei bester Technik und sorgfältiger Nachsorge kann es zu dieser Komplikation kommen. Die Sorge vor einem erneuten Herzinfarkt oder einer weiteren Operation ist verständlich. Moderne Diagnose und Behandlungsmethoden bieten jedoch gute Möglichkeiten, das Problem frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Wer nach einer Stentimplantation erneut Beschwerden spürt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen.

Weitere Informationen zum Thema Verengung der Herzkranzgefäße gibt es hier: Stenose Herz.

Eine In Stent Stenose ist also eine bekannte, aber grundsätzlich gut behandelbare Komplikation nach einer Stentimplantation. Entscheidend ist, auf Warnzeichen zu achten, die ärztlichen Kontrollen wahrzunehmen und die empfohlenen Medikamente regelmäßig einzunehmen. So lässt sich das Risiko für erneute Probleme deutlich senken und die Lebensqualität langfristig erhalten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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