Hyperplasie – Was Zellvermehrung aussagt

Hyperplasie – Was Zellvermehrung aussagt

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Hyperplasie bedeutet, dass ein Gewebe oder Organ durch eine erhöhte Anzahl von Zellen größer wird als normalerweise üblich. Das Wort stammt aus dem Griechischen und beschreibt in der Medizin eine Vermehrung von Zellen in einem bestimmten Bereich des Körpers.

Wie entsteht eine Hyperplasie?

Im Körper laufen ständig Erneuerungsprozesse ab. Alte Zellen sterben ab, neue entstehen. Bei einer Hyperplasie kommt es dazu, dass in einem Gewebe mehr Zellen gebildet werden als notwendig. Das Gewebe wächst also, weil sich die Zellen häufiger teilen. Anders als bei einer Tumorerkrankung bleibt dabei die Grundstruktur des Gewebes meist erhalten und die Zellen sehen unter dem Mikroskop weiterhin normal aus.

Solche Veränderungen können überall im Körper auftreten. Besonders häufig ist das beispielsweise an Schleimhäuten, in Drüsen oder im lymphatischen Gewebe zu beobachten. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und hängen stark davon ab, wo die Hyperplasie auftritt.

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Wo kann eine Hyperplasie vorkommen?

Sehr bekannt ist die sogenannte Prostatahyperplasie, bei der sich die Prostata bei älteren Männern vergrößert. Auch die Gebärmutterschleimhaut kann sich zyklusabhängig verdicken, was als Endometriumhyperplasie bezeichnet wird. In der Magenschleimhaut gibt es Formen wie die foveoläre Hyperplasie, die auf eine Reizung oder Entzündung hinweisen kann. Das lymphatische System kann mit einer lymphofollikulären Hyperplasie reagieren, etwa als Antwort auf Infekte. Auch an anderen Schleimhäuten, etwa in der Nase oder im Darm, kann eine Schleimhauthyperplasie auftreten.

Ist eine Hyperplasie gefährlich?

Ob eine Hyperplasie bedenklich ist, hängt stark von der Ursache und vom betroffenen Gewebe ab. In vielen Fällen ist eine solche Zellvermehrung eine harmlose Reaktion auf einen äußeren Reiz. So kann eine Schleimhaut nach einer Verletzung oder Entzündung vorübergehend wachsen, um sich zu schützen oder zu regenerieren. Nach Abklingen des Reizes bildet sich das Gewebe meist wieder zurück.

Es gibt aber auch Situationen, in denen eine Hyperplasie auf eine länger bestehende Belastung oder Störung hinweist. Hormonelle Einflüsse sind ein häufiger Auslöser, etwa bei der Prostata oder der Gebärmutterschleimhaut. In seltenen Fällen kann eine Hyperplasie ein Frühstadium für die Entstehung von Tumoren sein, zum Beispiel wenn die Zellvermehrung außer Kontrolle gerät. Die meisten Hyperplasien sind jedoch gutartig und lassen sich gut überwachen oder behandeln, falls nötig.

Wie wird eine Hyperplasie festgestellt?

Oft fällt eine Hyperplasie bei einer Routineuntersuchung auf. Ärztinnen und Ärzte erkennen sie zum Beispiel im Ultraschall, bei einer Gewebeprobe oder im Rahmen einer Spiegelung. Manchmal zeigen sich Beschwerden wie Schmerzen, Blutungen oder eine Schwellung. Je nach betroffenem Organ werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt, um die Ursache und das Ausmaß abzuklären.

Eine genaue Diagnose ist wichtig, um zwischen einer gutartigen Zellvermehrung und anderen, ernsteren Veränderungen unterscheiden zu können. In manchen Fällen wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Was kann man bei einer Hyperplasie tun?

Die Behandlung richtet sich immer nach dem Auslöser und dem betroffenen Gewebe. Häufig genügt es, die Veränderung regelmäßig zu kontrollieren. Wenn Beschwerden auftreten oder das Risiko für Komplikationen besteht, kommen gezielte Therapien infrage. Bei hormonell bedingten Hyperplasien helfen manchmal Medikamente, die den Hormonhaushalt beeinflussen. In anderen Fällen kann eine operative Entfernung des überschüssigen Gewebes sinnvoll sein.

Was du selbst tun kannst, hängt von der jeweiligen Situation ab. Bei bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht, hormonellen Störungen oder chronischen Entzündungen ist es ratsam, die Grunderkrankung zu behandeln und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wichtige Begriffe rund um die Hyperplasie

Der Begriff Hyperplasie wird manchmal mit anderen Wörtern verwechselt. Bei einer Hypertrophie zum Beispiel vergrößern sich die einzelnen Zellen, ohne dass mehr Zellen entstehen. Bei einer Dysplasie handelt es sich um eine auffällige Veränderung der Zellstruktur, die ein Hinweis auf eine Vorstufe von Krebs sein kann. Die Hyperplasie dagegen beschreibt eine reine Zellvermehrung, bei der die Zellstruktur meist unverändert bleibt.

In medizinischen Befunden tauchen oft genauere Begriffe auf, die auf das betroffene Gewebe hinweisen. Wer mehr zu speziellen Formen wie foveoläre Hyperplasie, lymphofollikuläre Hyperplasie oder Schleimhauthyperplasie wissen möchte, findet dort weitere Informationen.

Was bedeutet eine Hyperplasie im Befund?

Wenn in einem Arztbrief oder Befund das Wort Hyperplasie steht, beschreibt das zunächst nur die Beobachtung einer Zellvermehrung. Ob das eine behandlungsbedürftige Veränderung ist, hängt vom Zusammenhang ab. Oft reicht es, die Entwicklung zu beobachten. In manchen Fällen werden weitere Untersuchungen empfohlen, um andere Ursachen auszuschließen.

Wer eine solche Diagnose erhält, muss nicht sofort das Schlimmste befürchten. Viele Hyperplasien sind harmlos und bilden sich von selbst zurück. Entscheidend ist immer das Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, um die individuelle Situation richtig einzuschätzen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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