Hymenopteren – Stiche und ihre Folgen

Hymenopteren – Stiche und ihre Folgen

PD Dr. med. Witold Polanski

Hymenopteren sind eine große Ordnung der Insekten, zu der Bienen, Wespen, Hornissen und Ameisen gehören. Der Begriff stammt aus der Wissenschaft und taucht manchmal in medizinischen Berichten auf, vor allem im Zusammenhang mit Insektenstichen oder allergischen Reaktionen.

Was bedeutet Hymenopteren genau?

Im biologischen Sinne fasst der Ausdruck alle Insektenarten zusammen, die zwei Flügelpaare besitzen und eine auffällige, sogenannte „Wespentaille“ zwischen Brust und Hinterleib zeigen. Die bekanntesten Vertreter sind Honigbienen, Hummeln, verschiedene Wespenarten, Hornissen sowie Ameisen. Besonders relevant wird der Begriff, wenn es um Stiche dieser Tiere geht, denn ihr Gift kann bei manchen Menschen starke Reaktionen auslösen.

Warum taucht der Begriff in medizinischen Texten auf?

In Arztbriefen, Notfallberichten oder Allergieausweisen wird manchmal von einer „Reaktion auf Hymenopterenstich“ oder einer „Hymenopterenallergie“ gesprochen. Damit ist gemeint, dass eine Person nach dem Stich einer Biene, Wespe, Hornisse oder Ameise eine auffällige oder sogar gefährliche Reaktion gezeigt hat. Der Begriff hilft Ärztinnen und Ärzten, die Ursache einer allergischen Reaktion genauer zu beschreiben, denn das Gift dieser Insekten unterscheidet sich von anderen Auslösern.

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Typische Situationen im Alltag

Bienen, Wespen und Hornissen begegnen einem vor allem im Sommer. Sie werden von süßen Getränken, offenen Speisen oder bunten Blüten angelockt. Während Bienen meist nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen, können Wespen und Hornissen in bestimmten Situationen auch aggressiver reagieren. Ameisenarten, die stechen, sind in Deutschland selten, weltweit aber durchaus relevant.

Was passiert bei einem Stich?

Bei den meisten Menschen verursacht ein Stich dieser Insekten nur eine lokale Reaktion: Schmerzen, Rötung, Schwellung und manchmal Juckreiz an der Einstichstelle. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Stunden oder Tage ab. Das Gift der Hymenopteren löst eine Entzündungsreaktion im Gewebe aus, die unangenehm, aber in der Regel ungefährlich ist.

Wann wird es gefährlich?

Eine besondere Rolle spielt der Begriff Hymenopteren, wenn eine allergische Reaktion auf das Insektengift vorliegt. Bei einer sogenannten Hymenopterenallergie reagiert das Immunsystem übermäßig heftig auf das Gift. Die Symptome können von großflächigen Schwellungen bis hin zu Kreislaufproblemen, Atemnot oder sogar einem allergischen Schock reichen. Solche schweren Reaktionen sind selten, können aber lebensbedrohlich werden und erfordern sofortige medizinische Hilfe.

Wie kann eine Allergie festgestellt werden?

Nach einer auffälligen Reaktion auf einen Insektenstich empfiehlt sich eine allergologische Abklärung. Dabei werden verschiedene Tests durchgeführt, um festzustellen, ob tatsächlich eine Überempfindlichkeit gegen das Gift von Bienen, Wespen oder anderen Hymenopteren besteht. Dazu gehören Blutuntersuchungen und Hauttests, die gezielt auf die jeweiligen Insektengifte reagieren.

Was tun nach einem Stich?

Bei einer normalen Reaktion hilft es, die Einstichstelle zu kühlen und möglichst ruhig zu halten. Ein kühlendes Tuch oder ein Eispack lindert Schmerzen und Schwellung. Wer weiß, dass er allergisch auf Hymenopterengift reagiert, sollte immer ein Notfallset mit sich führen. Dieses enthält meist ein Antihistaminikum, Kortison und einen sogenannten Adrenalin-Autoinjektor für den Ernstfall. Nach einem Stich sollte in diesem Fall sofort ein Arzt aufgesucht oder der Notruf gewählt werden.

Tipps zur Vorbeugung

Wer empfindlich auf Stiche reagiert oder eine Allergie gegen Hymenopterengift hat, kann einige Dinge beachten, um das Risiko zu verringern. Im Freien sollten süße Getränke abgedeckt werden. Beim Essen draußen empfiehlt es sich, Speisen nicht offen stehen zu lassen. Bunte Kleidung und starke Parfums locken Insekten zusätzlich an. Barfußlaufen auf Wiesen erhöht die Gefahr, versehentlich auf eine Biene zu treten. Bei bekannten Allergien ist es wichtig, das Notfallset immer griffbereit zu haben und andere Personen über die Allergie zu informieren.

Wie häufig sind schwere Reaktionen?

Die meisten Menschen erleben nach einem Hymenopterenstich nur leichte Beschwerden. Schwere allergische Reaktionen treten nach Schätzungen in Deutschland bei etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung auf. Kinder sind seltener betroffen als Erwachsene. Wer bereits einmal eine starke Reaktion hatte, trägt ein erhöhtes Risiko für weitere allergische Zwischenfälle.

Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?

Wenn nach einem Stich Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme, starke Schwellungen im Gesicht oder am Hals auftreten, ist das ein Notfall. In solchen Situationen zählt jede Minute. Auch bei großflächigen Schwellungen, die über das übliche Maß hinausgehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Der Begriff Hymenopteren beschreibt also eine bestimmte Gruppe von Insekten, deren Stiche im Alltag meist harmlos sind, in seltenen Fällen aber auch schwere allergische Reaktionen auslösen können. In medizinischen Zusammenhängen hilft der Begriff, genau zu benennen, um welche Art von Insekt und damit auch um welches Gift es sich handelt.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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