Filmtabletten – Wirkung und Anwendung im Alltag

Filmtabletten – Wirkung und Anwendung im Alltag

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Filmtabletten sind Tabletten, die von einer dünnen Schicht überzogen sind, die sich im Mund nicht sofort auflöst, sondern erst im Magen oder Darm zerfällt. Der Überzug sorgt dafür, dass der Wirkstoff geschützt bleibt und die Tablette leichter geschluckt werden kann.

Was macht Filmtabletten besonders?

Im Vergleich zu herkömmlichen Tabletten besitzen Filmtabletten eine glatte Oberfläche. Diese Schicht besteht meistens aus speziellen Stoffen wie Cellulose oder bestimmten Kunststoffen, die sich im Verdauungstrakt problemlos auflösen. Durch die Beschichtung schmecken sie oft neutral und sind weniger bitter. Das erleichtert das Einnehmen, vor allem für Menschen, die Schwierigkeiten beim Schlucken oder einen empfindlichen Geschmackssinn haben.

Der Überzug schützt außerdem den enthaltenen Wirkstoff vor Licht, Feuchtigkeit oder Luft. Das ist besonders wichtig, wenn der Wirkstoff empfindlich ist und sonst an Wirksamkeit verlieren würde. In manchen Fällen sorgt die Beschichtung auch dafür, dass die Tablette erst im Darm zerfällt. Das kann sinnvoll sein, wenn der Wirkstoff im Magen zerstört werden würde oder dort Nebenwirkungen auslösen könnte.

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Wann werden Filmtabletten eingesetzt?

Filmtabletten kommen in vielen Bereichen der Medizin zum Einsatz. Sie finden sich bei Schmerzmitteln, Antibiotika, Blutdrucksenkern oder auch bei Medikamenten gegen psychische Erkrankungen. Oft entscheiden sich Hersteller für diese Darreichungsform, weil sie Vorteile bei der Lagerung, beim Transport oder bei der Verträglichkeit bietet.

Manche Arzneimittel dürfen nur als Filmtablette eingenommen werden, weil der Wirkstoff sonst nicht richtig wirkt oder zu viele Nebenwirkungen hätte. Bei anderen Medikamenten gibt es verschiedene Varianten: Zum Beispiel als Filmtablette, Kapsel oder Saft. Welche Form jeweils verschrieben wird, hängt von der individuellen Situation und den Vorlieben ab.

Anwendung und Einnahmehinweise

Filmtabletten sollten immer im Ganzen mit ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser, geschluckt werden. Der Grund: Der Überzug sorgt dafür, dass der Wirkstoff erst am richtigen Ort freigesetzt wird. Zerkauen, Zerbrechen oder Zerschneiden kann dazu führen, dass der Schutz verloren geht und die Wirkung verändert wird. In manchen Fällen kann das sogar zu mehr Nebenwirkungen führen oder die Wirksamkeit verringern.

Wer Schwierigkeiten beim Schlucken hat, kann mit dem Arzt oder der Apotheke besprechen, ob es eine alternative Darreichungsform gibt. Es gibt spezielle Techniken, die das Schlucken erleichtern, zum Beispiel die Tablette mit Wasser in den Mund nehmen und dann den Kopf leicht nach vorne neigen, bevor geschluckt wird.

Häufige Fragen rund um Filmtabletten

Viele Menschen fragen sich, ob sie eine Filmtablette teilen dürfen. Das ist nur dann erlaubt, wenn auf der Verpackung oder im Beipackzettel ausdrücklich steht, dass die Tablette teilbar ist. Ein Bruchrille auf der Tablette bedeutet nicht automatisch, dass sie geteilt werden darf. Im Zweifel hilft ein Gespräch mit Arzt oder Apotheker.

Auch die Frage, ob Filmtabletten auf nüchternen Magen oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab. Manche Medikamente wirken besser, wenn sie mit einer Mahlzeit genommen werden, andere sollten auf leeren Magen eingenommen werden. Die genauen Hinweise stehen im Beipackzettel.

Vorteile von Filmtabletten im Alltag

Die glatte Oberfläche macht das Schlucken angenehmer. Der neutrale Geschmack sorgt dafür, dass auch empfindliche Menschen die Einnahme besser vertragen. Durch den Schutzüberzug bleibt der Wirkstoff länger haltbar und wird erst da freigesetzt, wo er wirken soll. Das kann Nebenwirkungen verringern und die Wirksamkeit verbessern.

Für viele Menschen ist die Filmtablette deshalb die bevorzugte Darreichungsform. Gerade bei chronischen Erkrankungen, die eine regelmäßige Einnahme erfordern, ist eine angenehme und zuverlässige Einnahmeform besonders wichtig.

Was tun, wenn es Probleme bei der Einnahme gibt?

Manchmal fällt das Schlucken schwer oder es treten Unsicherheiten auf, wie die Tablette richtig eingenommen werden soll. In solchen Fällen hilft ein Gespräch mit der behandelnden Praxis oder der Apotheke. Es gibt oft Alternativen wie Säfte, Tropfen oder Schmelztabletten, die leichter einzunehmen sind. Bei Unsicherheiten sollte niemals eigenständig experimentiert oder die Tablette zerkaut werden.

Filmtabletten sind eine bewährte und sichere Form der Arzneimittelgabe. Die richtige Anwendung sorgt dafür, dass der Wirkstoff optimal wirken kann und die Behandlung so sicher wie möglich ist.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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